Mit iOS 17.1 ist eine neue Funktion auf iPhone und Watch gekommen: NameDrop. Damit soll das Teilen von Informationen vereinfacht werden. Nun liest man viel von einer Gefahr des Datenklaus, weil NameDrop im Standard eingeschaltet ist. Stimmt das?
Was kann NameDrop?
Die Idee von NameDrop ist einfach: Früher hat man Visitenkarten aus der Tasche gezaubert und ausgetauscht. Das scheint komplett aus der Zeit gefallen, dafür hat man schließlich Smartphones. Auch die zwischenzeitlich mal in Mode gekommenen NFC-Visitenkarten, aus denen die Kontaktinformationen aus dem Chip auslesbar waren, sind nur ein halber Schritt in die digitale Welt. Ohne Aufwand von einem Smartphone auf ein anderes, das ist die Idee von NameDrop.
- Haltet zwei iPhones mit mindestens iOS 17.1.1 mit den Vorderseiten aneinander.
- Die Geräte signalisieren den Verbindungsaufbau durch eine Lichtwelle, die von unten nach oben über den Bildschirm läuft und über eine Vibration.
- Nachdem sie sich erkannt haben, zeigen sie am oberen Bildrand den Namen des verbundenen iPhones an.
- Haltet die Geräte einen Moment weiter aneinander, dann kann der eigene Kontakt übertragen werden.

Praxis-Test: So funktioniert NameDrop wirklich
Inzwischen ist NameDrop seit über zwei Jahren im Einsatz, und die praktischen Erfahrungen zeigen: Die Funktion ist durchaus nützlich, aber auch nicht der große Gamechanger. Der Austausch von Kontakten funktioniert reibungslos, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen:
- Beide Geräte müssen entsperrt sein
- Die Distanz muss stimmen – zu nah oder zu weit entfernt und es funktioniert nicht
- Manchmal braucht es mehrere Versuche, bis die Verbindung steht
- Bei dickeren Hüllen kann es Probleme geben
Besonders praktisch ist NameDrop bei geschäftlichen Terminen oder Networking-Events. Statt umständlich nach Visitenkarten zu kramen oder Telefonnummern zu diktieren, reicht das kurze Aneinanderhalten der Geräte. Allerdings ist die Funktion noch nicht so weit verbreitet, dass alle davon wissen.
Hilfe! Datenklau?
Um NameDrop ranken sich diverse Gerüchte und Halbwahrheiten: US-amerikanische Behörden haben dringend davor gewarnt, man solle die Funktion deaktivieren, weil damit Daten abgezogen werden könnten. Nach Kritik und Überdenken der eigenen Aussagen klang das schon ein wenig anders: Man wolle Kinder davor schützen, die eigenen Kontaktinformationen allzu leichtfertig weiterzugeben. Fakt ist, ohne Einfluss beider Beteiligter Benutzer werden gar keine Daten übertragen.
- NameDrop ist zwar automatisch eingeschaltet und die Geräte verbinden sich automatisch, wenn sie sehr beieinander sind.
- Die Übertragung des Kontaktes muss aber von beiden Benutzern aktiv bestätigt werden.

Die Sicherheitslage heute
Nach über zwei Jahren praktischer Nutzung lässt sich eine klare Bilanz ziehen: Die anfänglichen Sicherheitsbedenken waren größtenteils unbegründet. Apple hat das System so konzipiert, dass ein versehentlicher Datenaustausch praktisch ausgeschlossen ist.
Die wichtigsten Sicherheits-Features:
- Beide Geräte müssen entsperrt sein – ein iPhone in der Tasche kann keine Daten senden
- Die Nutzer müssen aktiv zustimmen, was übertragen wird
- Es werden nur die Informationen übertragen, die ihr in eurer Kontaktkarte freigegeben habt
- Die Übertragung läuft verschlüsselt ab
Dennoch gibt es berechtigte Bedenken bei der Nutzung mit Kindern: Diese könnten unbeabsichtigt ihre Kontaktdaten an Fremde weitergeben. Hier ist elterliche Aufklärung oder das Deaktivieren der Funktion sinnvoll.
NameDrop deaktivieren – so geht’s
Seid ihr immer noch unsicher? Dann deaktiviert NameDrop einfach. NameDrop ist eine Erweiterung von AirDrop, der kabellosen Kommunikationmethode von Apple:
- In den Einstellungen von iOS klickt auf Allgemein > AirDrop.
- Deaktiviert die Option Geräte aneinanderhalten. Damit ist NameDrop inaktiv.
Alternativen zu NameDrop
Wer NameDrop nicht nutzen möchte, hat andere Optionen für den schnellen Datenaustausch:
- QR-Codes: In der Kontakte-App könnt ihr QR-Codes für eure Visitenkarte generieren
- AirDrop: Funktioniert weiterhin über das Kontrollzentrum für alle Dateitypen
- Apps wie Linktree: Ein QR-Code führt zu allen euren sozialen Profilen
- WhatsApp Business: Bietet ebenfalls QR-Codes für Kontaktdaten
Fazit: Praktisch, aber kein Muss
NameDrop ist eine durchaus nützliche Funktion, die den Alltag etwas erleichtern kann. Die Sicherheitsbedenken waren größtenteils übertrieben – Apple hat das Feature gut durchdacht implementiert. Trotzdem ist es völlig in Ordnung, die Funktion zu deaktivieren, wenn ihr sie nicht braucht oder euch unwohl dabei fühlt.
Für Geschäftstermine und Networking ist NameDrop definitiv praktischer als das Herumfummeln mit Visitenkarten. Aber ein Gamechanger ist es auch nicht – die meisten Leute nutzen es schlichtweg nicht regelmäßig.
Zuletzt aktualisiert am 17.02.2026