KI-Agenten boomen – doch die Sicherheit bleibt auf der Strecke

von | 23.02.2026 | Internet

KI-Agenten sind der neue heiße Scheiß. ChatGPT Atlas, Perplexity Comet und Co. übernehmen immer mehr Aufgaben für uns – von der Recherche bis zur Terminplanung. Doch während die Funktionen explodieren, hinkt die Sicherheit meilenweit hinterher. Das Problem: Viele von euch nutzen diese Tools bereits für sensible Tasks, ohne die Risiken zu kennen.

Die neuen KI-Agenten versprechen, unseren digitalen Alltag zu revolutionieren. Sie sollen eigenständig E-Mails schreiben, Termine koordinieren und sogar komplexe Recherchen durchführen. Klingt verlockend – ist aber ein Sicherheitsalbtraum. Denn die meisten Anbieter haben ihre Hausaufgaben in Sachen Datenschutz und Security noch nicht gemacht.

Was macht KI-Agenten so gefährlich?

KI-Agenten sind nicht einfach nur Chatbots. Sie haben Zugriff auf eure Daten, können eigenständig Aktionen ausführen und lernen aus eurem Verhalten. Das macht sie mächtig – aber auch riskant. OpenAI hat mit ChatGPT Atlas einen Agenten entwickelt, der stundenlang im Internet recherchiert und dabei Unmengen an Daten sammelt. Perplexity Comet geht noch weiter und kann direkt mit anderen Apps interagieren.

Das Problem: Diese Agenten arbeiten oft in einer rechtlichen Grauzone. Während klassische Software klare Grenzen hat, agieren KI-Agenten autonom. Sie entscheiden selbst, welche Daten sie sammeln, wie sie diese verarbeiten und wohin sie diese weiterleiten. Für euch als Nutzer wird es dadurch unmöglich nachzuvollziehen, was mit euren Informationen passiert.

Besonders kritisch: Viele KI-Agenten speichern eure Gespräche und Aufträge dauerhaft. Diese Daten landen auf Servern in den USA oder anderen Ländern, wo deutsche und europäische Datenschutzgesetze nicht greifen. Meta und Google haben bereits angekündigt, KI-Agenten für Werbezwecke zu nutzen – eure persönlichen Daten werden zum Geschäftsmodell.

Diese Sicherheitslücken sind real

Die Risiken sind nicht theoretisch – sie sind real und betreffen euch direkt. KI-Agenten können gehackt werden, falsche Informationen verbreiten oder eure Daten an Dritte weiterleiten. Sicherheitsforscher haben bereits mehrere kritische Schwachstellen entdeckt.

Ein großes Problem: Prompt Injection. Dabei schleusen Angreifer schädliche Befehle in eure Anfragen ein. Der KI-Agent führt diese dann aus, ohne dass ihr es merkt. So können Kriminelle an eure Passwörter, E-Mails oder andere sensible Daten gelangen. Bei autonomen Agenten ist dieses Risiko besonders hoch, weil sie mehr Rechte und Zugriffe haben.

Dazu kommt: KI-Agenten sind oft schlecht programmiert. Viele Anbieter pushen ihre Tools schnell auf den Markt, ohne ausreichende Sicherheitstests. Die Folge: Datenlecks, Systemabstürze und Sicherheitslücken, die Monate oder Jahre unentdeckt bleiben. Eure Daten sind in dieser Zeit schutzlos.

So schützt ihr euch vor KI-Agent-Risiken

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Trotz aller Risiken müsst ihr nicht auf KI-Agenten verzichten. Aber ihr solltet vorsichtig sein und ein paar Grundregeln beachten. Das Wichtigste: Gebt niemals sensible Daten preis. Passwörter, Bankdaten, private Dokumente oder vertrauliche Geschäftsinformationen haben in KI-Chats nichts zu suchen.

Checkt vor der Nutzung die Datenschutzerklärung des Anbieters. Wo werden eure Daten gespeichert? Wie lange? Wer hat Zugriff darauf? Seriöse Anbieter beantworten diese Fragen transparent. Wenn ihr keine klaren Antworten findet, lasst die Finger davon.

Nutzt separate Accounts für KI-Tools. Verbindet sie nicht mit euren Haupt-E-Mail-Adressen oder anderen wichtigen Accounts. So begrenzt ihr den Schaden, falls doch etwas schiefgeht. Aktiviert außerdem immer die Zwei-Faktor-Authentifizierung, wenn sie verfügbar ist.

Für Unternehmen gilt: Erstellt klare Richtlinien für den Umgang mit KI-Agenten. Eure Mitarbeiter sollten wissen, welche Daten sie teilen dürfen und welche nicht. Viele Firmen verbieten bereits die Nutzung von ChatGPT und Co. für geschäftliche Zwecke – aus gutem Grund.

Unsere Einschätzung: Potenzial ja, aber mit Vorsicht

KI-Agenten haben enormes Potenzial und werden unseren digitalen Alltag verändern. Aber die Sicherheitsstandards müssen dringend nachziehen. Aktuell experimentieren die meisten Anbieter noch und nehmen dabei Risiken in Kauf, die letztendlich ihr als Nutzer tragt.

Unser Rat: Nutzt KI-Agenten für unkritische Aufgaben wie Brainstorming, einfache Recherchen oder das Schreiben von Texten. Aber haltet sensible Daten raus. Die Technologie ist faszinierend, aber noch nicht reif für den sicherheitskritischen Einsatz. Das wird sich ändern – aber bis dahin solltet ihr vorsichtig bleiben.