macOS: Herausfinden, welche Apps am meisten Strom verbrauchen

von | 01.11.2016 | macOS

Der Akku in einem MacBook hält Stunden. Zumindest in der Theorie. Wenn aber Programme laufen, die Strom ohne Ende verbrauchen, ist selbst der größte Akku schnell leer. Solche Apps kann man schnell ermitteln – direkt im laufenden Betrieb.

Denn macOS schreibt mit, welche Programme am meisten Energie verbrauchen. Einblick darin bekommt man über die Menü-Leiste. Falls oben rechts noch kein Batterie-Symbol zu sehen ist, geht ihr in die Systemeinstellungen > Kontrollzentrum und aktiviert dort die Option Batterie in der Menüleiste anzeigen.

Wenn ihr jetzt oben auf dieses Batterie-Icon klickt, erscheinen entweder ein paar Programme mit besonders viel Leistung, oder das System zeigt den folgenden Hinweis an: Keine Apps mit erheblichem Energie-Verbrauch.

macos-apps-erheblicher-energie-verbrauch

Detaillierte Energie-Analyse in der Aktivitätsanzeige

Für eine gründlichere Analyse öffnet ihr die Aktivitätsanzeige (Applications > Dienstprogramme > Aktivitätsanzeige oder per Spotlight-Suche). Der Tab „Energie“ zeigt euch eine detaillierte Aufschlüsselung aller laufenden Prozesse und ihres Energieverbrauchs.

Hier seht ihr drei wichtige Spalten:
Energie-Auswirkung: Aktueller Verbrauch der App
Durchschnittliche Energie-Auswirkung: Verbrauch über die letzten 12 Stunden
Verhinderter Ruhezustand: Zeigt an, ob eine App verhindert, dass euer Mac in den Energiesparmodus wechselt

Besonders die letzte Spalte ist entscheidend. Manche Apps – vor allem Browser mit vielen offenen Tabs, Video-Streaming-Apps oder Mining-Software – verhindern, dass der Mac richtig in den Ruhezustand geht.

Die größten Energie-Verschwender

Aus der Praxis sind diese App-Kategorien besondere Akku-Killer:

Browser mit vielen Tabs: Chrome, Firefox und Safari werden zu Energie-Monstern, wenn dutzende Tabs geöffnet sind. Besonders schlimm: Auto-Play-Videos und kryptische JavaScript-Prozesse im Hintergrund.

Video- und Streaming-Apps: Netflix, YouTube, Twitch und Co. belasten den Akku stark. 4K-Streaming kann den Akku binnen zwei Stunden leersaugen.

Kreativ-Software: Adobe Creative Suite, Final Cut Pro, Logic Pro und ähnliche Programme nutzen intensive GPU-Beschleunigung und bringen MacBooks an ihre Grenzen.

Virtualisierung und Development: Docker, VMware, Parallels Desktop und Code-Editoren mit vielen Extensions sind echte Stromfresser.

Background-Apps: Cloud-Sync-Dienste (Dropbox, OneDrive), Antivirus-Software und Mining-Apps laufen oft unbemerkt und nagen am Akku.

Automatische Optimierung nutzen

macOS bietet seit Jahren intelligente Energieverwaltung. In den Systemeinstellungen unter „Batterie“ findet ihr wichtige Optionen:

„Automatische Grafik-Umschaltung“ (bei MacBook Pro mit separater GPU): Wechselt automatisch zwischen integrierter Intel/Apple-Grafik und der stromhungrigen dedizierten GPU.

„Optimierte Batterie-Aufladung“ lernt eure Gewohnheiten und reduziert die chemische Alterung des Akkus.

„Energiesparmodus“ drosselt die CPU-Leistung und reduziert Hintergrund-Aktivitäten drastisch.

Bei Apple Silicon Macs: Unified Memory im Blick behalten

Die neuen M1, M2 und M3 MacBooks haben zwar deutlich bessere Akkulaufzeiten, aber auch hier gilt: Speicher-intensive Apps belasten den Akku. Wenn euer Mac anfängt zu „swappen“ (Arbeitsspeicher auf die SSD auslagern), steigt der Energieverbrauch spürbar.

Öffnet dazu in der Aktivitätsanzeige den Tab „Arbeitsspeicher“. Ist der „Speicherdruck“ dauerhaft gelb oder rot, solltet ihr Apps schließen oder über mehr RAM nachdenken.

Profi-Tipp: Terminal-Befehle für Power-User

Über das Terminal könnt ihr noch detailliertere Energie-Infos abrufen:

sudo powermetrics --samplers smc -n 1 | grep -i temp zeigt die CPU-Temperatur an. Läuft euer MacBook heiß, verbraucht es mehr Strom für die Kühlung.

pmset -g batt liefert detaillierte Batterie-Informationen und zeigt an, welche System-Dienste gerade aktiv sind.

Was tun bei Energie-Vampiren?

Habt ihr die Übeltäter identifiziert, gibt es mehrere Lösungsansätze:

  1. Apps komplett beenden: Nicht nur minimieren, sondern über Cmd+Q richtig schließen
  2. Browser-Tabs reduzieren: Extensions wie „The Great Suspender“ frieren ungenutzte Tabs ein
  3. Streaming-Qualität reduzieren: 1080p statt 4K spart erheblich Energie
  4. Background-Sync limitieren: Cloud-Dienste auf manuellen Sync umstellen
  5. Alternative Apps suchen: Oft gibt es energiesparendere Alternativen

Mit diesen Methoden findet ihr schnell heraus, welche Apps euren MacBook-Akku leersaugen und könnt gezielt gegensteuern. So hält euer MacBook wieder die versprochenen Stunden durch.

Zuletzt aktualisiert am 06.04.2026