
Am 21. August geht es los. Bis zum 31. Januar will Universal seine Musik dann ohne Kopierschutz verkaufen, allerdings nicht bei iTunes. Dort wird die Musik erst mal weiterhin geschützt sein. Warum? Angeblick, um besser vergleichen zu können, ob sich die kopiergeschütztten Titel besser oder schlechter verkaufen. Gleichzeitig ist das aber auch eine Breitseite gegen Steve Jobs. Der kontrolliert mit iTunes mittlerweile rund 70 Prozent des Online-Musikmarkts und ist den Plattenbossen deshalb, bei allem Erfolg, auch ein Dorn im Auge. Jobs kann die Preise für Onlinemusik faktisch diktieren. Das ist man in der Musikbranche gar nicht gewohnt. Darum die kleine Strafe für iTunes, dass alle andere Universal-Musik ohne DRM verkaufen können, außer iTunes. Erst mal.
Ein besonders schlauer Schachzug scheint das nicht zu sein. Das zeigt, dass einige Manager in den Entscheideretagen der Musikbranche immer noch glauben, sie hätten so viel zu sagen wie in den 80er Jahren. Die Medienwelt hat sich aber verändert. Die Menschen wollen Musik bequem online beziehen, das hat man langsam begriffen. DRM wird abgelehnt nicht besonders geschätzt. Die Spielregeln ändern sich.
Ich persönlich bin auch gespannt, ob Musik ohne DRM sich besser verkauft. Ich bin sowieso ein Fan von Onlineshops für Musik. Das ist so unglaublich bequem, schnell und praktisch. Unpraktisch ist nur, dass man vorher immer schauen muss, ob der eigene MP3-Player mit dem jeweiligen Shop kompatibel ist. Das ist lästig, und allen nicht technikaffinen Menschen auch nicht erklärbar. Weil es auch wirklich Schwachsinn ist. Kundenunfreundlich. Ich würde mich freuen, wenn die Verkaufszahlen bei nicht-geschützten Musiktiteln steigen. Das wäre ein gutes Signal. Anderenfalls … könnt es sein, dass der DRM-Irrsinn weitergeht.
