Parallels-VMs auf anderen Computer übertragen

von | 25.08.2018 | Software

Wer einen Computer einmal fertig einrichtet – mit Programmen, Daten und Einstellungen –, investiert viel Zeit und Mühe darin. Da will man den Vorgang nicht wiederholen, wenn man auf ein anderes Gerät umsteigt. Das gilt auch für virtuelle Maschinen, etwa aus Parallels Desktop, dem nach wie vor führenden Virtualisierungstool für macOS.

Besonders beim Wechsel auf neue Apple Silicon Macs oder bei Hardware-Upgrades ist es praktisch, bestehende VM-Setups einfach mitzunehmen. Parallels Desktop 19 und die aktuelle Version 20 haben diesen Prozess deutlich vereinfacht – sowohl für Intel- als auch ARM-basierte virtuelle Maschinen.

Grundlagen der VM-Migration bei Parallels

Virtuelle Maschinen in Parallels Desktop bestehen aus mehreren Dateien, die alle Informationen über die Gastsystem-Konfiguration, virtuelle Hardware und gespeicherte Daten enthalten. Das Schöne: Diese VM-Pakete sind vollständig portabel und können zwischen Macs übertragen werden – mit einigen wichtigen Einschränkungen.

Wichtig zu wissen: VMs, die auf Intel-Macs erstellt wurden, laufen nur auf Intel-Macs. ARM-basierte VMs (für Apple Silicon) funktionieren nur auf M1, M2, M3 und M4 Macs. Eine direkte Übertragung zwischen den Architekturen ist nicht möglich, hier müsst ihr das Gastsystem neu installieren.

Schritt-für-Schritt: VM erfolgreich übertragen

Soll eine Parallels-VM von einem Mac auf einen anderen übertragen werden, geht das mit den folgenden Schritten:

  1. Zunächst die virtuelle Maschine herunterfahren, die kopiert werden soll.
  2. Jetzt auf dem Quell-Computer ein neues Finder-Fenster öffnen.
  3. Hier zum Benutzer-Ordner und darin zum Ordner Parallels wechseln.
  4. Nun lässt sich das Element mit dem Namen des virtuellen Computers kopieren – entweder über AirDrop oder auch mithilfe einer externen Festplatte. Auf dieser muss natürlich entsprechend Speicher frei sein.
  5. Auf dem Ziel-Mac zuerst die Parallels Desktop-Software installieren. Sobald die kopierte VM dann nach ~/Parallels eingefügt wird, kann sie per Doppelklick direkt gestartet werden.

Alternative Übertragungswege und Cloud-Optionen

Neben der klassischen Methode über externe Festplatten oder AirDrop bietet Parallels Desktop moderne Alternativen:

Migration Assistant: Neuere Parallels-Versionen enthalten einen eingebauten Migration Assistant, der den Transfer automatisiert. Ihr findet ihn unter „Datei“ > „Migration Assistant“ in der Parallels Desktop-Oberfläche.

Cloud-Sync: Über iCloud Drive, Dropbox oder andere Cloud-Dienste könnt ihr VMs synchronisieren – allerdings nur bei ausreichend Cloud-Speicher und schneller Internetverbindung. Bedenkt, dass Windows-VMs oft 50-100 GB oder mehr umfassen.

Netzwerk-Transfer: Bei Macs im gleichen Netzwerk könnt ihr VMs direkt über die Netzwerkfreigabe übertragen. Aktiviert dazu die Dateifreigabe in den Systemeinstellungen.

Häufige Probleme und Lösungen

Lizenz-Probleme: Windows-Lizenzen sind oft hardware-gebunden. Nach dem Transfer müsst ihr Windows möglicherweise telefonisch oder online reaktivieren. Bei Parallels Desktop selbst sollte eure Lizenz weiterhin gültig sein.

Performance-Unterschiede: VMs, die auf leistungsstarken Macs konfiguriert wurden, müssen eventuell angepasst werden. Reduziert RAM-Zuteilung und CPU-Kerne entsprechend der neuen Hardware.

Parallels Tools Update: Nach dem Transfer solltet ihr die Parallels Tools in der Gast-VM aktualisieren, um optimale Kompatibilität sicherzustellen.

Backup-Strategien für VMs

Da VMs oft geschäftskritische Daten enthalten, empfiehlt sich eine durchdachte Backup-Strategie:

Time Machine Integration: Parallels VMs werden automatisch von Time Machine erfasst. Allerdings sind die Backup-Files riesig und das Wiederherstellen dauert entsprechend lang.

Snapshot-Management: Nutzt die Snapshot-Funktion von Parallels für schnelle Rollbacks vor wichtigen Änderungen. Diese sind aber kein Ersatz für echte Backups.

Externe Backup-Lösungen: Tools wie Carbon Copy Cloner oder SuperDuper können gezielt VM-Ordner sichern und bieten mehr Flexibilität als Time Machine.

Tipps für optimale VM-Performance

Nach der Übertragung solltet ihr die VM-Einstellungen überprüfen:

  • RAM-Zuteilung: Maximal 50-75% des verfügbaren Arbeitsspeichers zuweisen
  • CPU-Kerne: Bei Apple Silicon Macs Performance- und Effizienz-Kerne beachten
  • Grafik-Acceleration: Für Windows 11 VMs Metal-Unterstützung aktivieren
  • Speicher-Optimierung: Compressor und intelligente Speicherverwaltung einschalten

Die VM-Migration in Parallels ist heute deutlich unkomplizierter als früher. Mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Tools steht dem reibungslosen Umzug eurer virtuellen Arbeitsumgebung nichts im Weg.

Zuletzt aktualisiert am 08.03.2026