Bei Messengern ist Sicherheit das A und O. WhatsApp verschlüsselt seit Jahren standardmäßig alle Nachrichten mit End-zu-End-Verschlüsselung – eine Technologie, die mittlerweile zum Goldstandard bei seriösen Messaging-Apps geworden ist. Das bedeutet, dass jede einzelne Unterhaltung ihre eigene 60-stellige Sicherheitsnummer hat, die alle Chat-Partner verwenden, um die Chats sicher zu verschlüsseln.
Die Verschlüsselung funktioniert so: Jeder Chat erhält ein individuelles Schlüsselpaar, das nur auf den Geräten der Gesprächspartner existiert. Selbst WhatsApp kann eure Nachrichten nicht mitlesen – ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Diensten, die zwar behaupten sicher zu sein, aber trotzdem Zugriff auf eure Daten haben.
Wer in seinem Chat die Nachricht „Sicherheitsnummer wurde geändert“ sieht, muss sich deswegen nicht gleich Sorgen machen. In den meisten Fällen bedeutet das lediglich, dass der Chat-Partner entweder ein neues Smartphone hat, WhatsApp neu installiert oder ein großes System-Update durchgeführt hat. Auch der Wechsel von einer normalen SIM-Karte zu eSIM kann diese Meldung auslösen.
So findet ihr eure Sicherheitsnummer:
- WhatsApp öffnen
- Chatfenster des Kontaktes öffnen
- Auf den Account-Namen des Chatpartners tippen
- Verschlüsselung auswählen
Hier wird nun der komplette 60-stellige Sicherheitscode für den Chat angezeigt. Außerdem findet sich hier auch ein QR-Code, der vom jeweiligen Chat-Partner gescannt werden kann, um sicherzugehen, dass der Chat verschlüsselt ist.
Wann solltet ihr die Sicherheitsnummer prüfen?
Eine Überprüfung macht vor allem dann Sinn, wenn ihr besonders sensible Informationen austauscht oder wenn euch die Änderungsmeldung in einem ungewöhnlichen Moment erreicht. Journalisten, Anwälte oder Aktivisten sollten diese Funktion regelmäßig nutzen – aber auch für Privatnutzer kann es beruhigend sein.
Der QR-Code-Scan ist dabei die bequemste Methode: Trefft euch persönlich, öffnet beide die Verschlüsselungsseite und scannt gegenseitig die Codes. Stimmen sie überein, ist alles in Ordnung. Diese Verifikation sollte idealerweise bei jedem neuen wichtigen Kontakt einmal durchgeführt werden.
Was WhatsApp 2026 noch bietet:
Mittlerweile hat WhatsApp die Sicherheitsfeatures deutlich ausgebaut. Die App warnt automatisch vor verdächtigen Änderungen der Sicherheitsnummer und bietet erweiterte Verifikationsoptionen. Gruppenchats zeigen übersichtlich an, wenn sich bei einem der Teilnehmer die Verschlüsselung geändert hat.
Besonders praktisch: WhatsApp speichert jetzt lokal auf eurem Gerät, welche Sicherheitsnummern ihr bereits verifiziert habt. So müsst ihr nicht bei jeder Geräte-Aktualisierung eures Chatpartners erneut prüfen.
Zusätzliche Sicherheitstipps:
Aktiviert in den Einstellungen unter „Account > Datenschutz > Erweitert“ die Option „Sicherheitsbenachrichtigungen anzeigen“. Dann werdet ihr automatisch informiert, wenn sich Sicherheitsnummern ändern. Außerdem solltet ihr regelmäßig prüfen, welche Geräte mit eurem WhatsApp-Account verknüpft sind – das geht über „Verknüpfte Geräte“ in den Einstellungen.
Die End-zu-End-Verschlüsselung von WhatsApp basiert übrigens auf dem Signal-Protokoll, das als eines der sichersten Verschlüsselungsverfahren gilt. Selbst Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden können ordnungsgemäß verschlüsselte Nachrichten nicht entschlüsseln – ein wichtiger Baustein für digitale Privatsphäre.
Fazit:
Die Sicherheitsnummer zu kennen und gelegentlich zu überprüfen, kostet nur wenige Sekunden, kann aber entscheidend für eure Privatsphäre sein. Nutzt diese Funktion bewusst – nicht aus Paranoia, sondern als Teil einer gesunden digitalen Hygiene. In Zeiten, in denen Überwachung und Datensammlung allgegenwärtig sind, ist es gut zu wissen, dass zumindest eure WhatsApp-Chats wirklich privat bleiben.
Zuletzt aktualisiert am 29.03.2026

