Android Updates: Nötiges Risiko richtig managen

von | 07.12.2022 | Android, iOS

Wenn Ihr ein Android-Smartphone verwendet, dann sind Updates an der Tagesordnung. Nicht immer ohne Risiko! Wir zeigen Euch, worauf Ihr achten solltet!

Android vs. iOS

Android und iOS dominieren den Smartphone-Markt, und eigentlich sollten die Anforderungen an Updates, deren Durchführung und die damit verbundenen Risiken identisch sein. Sind sie aber nicht: Android war schon in der Anfangsphase seiner Entwicklung klar ausgelegt als ein System, mit dem der Benutzer möglichst viele Freiheiten haben sollte. Freiheiten wie den Eingriff ins System, die Installation alternativer Benutzeroberflächen (auch Launcher genannt) und Apps aus fremden Quellen. All diese Möglichkeiten bringen neben der Freiheit auch Risiken mit sich: Je mehr Zugriff auf Systemfunktionen der Benutzer hat, desto mehr kann auch eine Schadsoftware verändern.

Bei iOS ist das anders: Das System ist gekapselt und lässt so gut wie keine nicht von Apple explizit freigegebenen Zugriffe zu. Es sei denn, Ihr führt einen Jailbreak durch, befreit das Gerät also aus seinem von Apple gebauten Gefängnis. Das ist aber nichts, was der normale Benutzer mal so eben macht.

Die Konsequenz: Updates sind bei einem iOS-Gerät auch wichtig, auf einem Android-Gerät aber sind sie essenziell für die Sicherheit!

System-Updates bei Android

Jedes Gerät bekommt über einen gewissen Zeitraum System-Updates. Diese installieren sowohl die aktuellen Sicherheitspatches von Google als auch neue Funktionen. Fehler und Sicherheitslücken, die im Android-Teil des Geräteherstellers liegen, werden ebenso behoben. Diese Updates werden von Eurem Gerät angekündigt, sobald sie vorliegen.

  • Wenn Ihr manuell danach suchen wollt, dann schaut unter Einstellungen > Software-Update nach.
  • Die Hinweistexte zu einem Update sind meist generisch, sprich: nichtssagend.
  • Ihr findet aber meist unter diesem allgemeinen Text einen Link zu dem jeweiligen Update und könnt über den Browser weitere Informationen über konkrete Änderungen bekommen.
  • Wenn Ihr gerade Zeit habt, dann könnt Ihr durch ein Tippen auf Jetzt installieren die Installation starten. Seid Euch darüber bewusst, dass das Gerät dann einige Minuten nicht verfügbar ist und Ihr auch telefonisch nicht erreichbar seid!
  • Wenn Ihr die Installation nachts durchführen wollt, dann tippt auf Installation planen und legt den gewünschten Zeitpunkt fest. Das Update startet dann zum angegebenen Zeitpunkt automatisch.

Neue Update-Politik: Längere Unterstützung

Seit 2024 hat sich die Update-Landschaft bei Android deutlich verbessert. Google verspricht für die Pixel-Geräte inzwischen sieben Jahre Sicherheitsupdates und System-Updates. Samsung zieht mit der Galaxy S24-Serie nach und bietet ebenfalls sieben Jahre Support. Auch andere Hersteller wie OnePlus und Xiaomi haben ihre Update-Zyklen verlängert – teilweise auf fünf Jahre.

Das bedeutet für Euch: Eure Geräte bleiben länger sicher und funktional. Gleichzeitig steigt aber auch die Anzahl der Updates, die Ihr über die Lebensdauer des Geräts erhaltet. Umso wichtiger wird es, Updates strategisch zu handhaben.

KI-Features und ihre Update-Tücken

Ein neuer Trend bei Android-Updates sind KI-basierte Features. Google’s Gemini-Integration, Samsung’s Galaxy AI oder die Magic Eraser-Funktionen kommen regelmäßig mit Updates. Diese Features sind oft ressourcenhungrig und können auf älteren Geräten zu Performance-Problemen führen.

Besonders bei Geräten, die älter als drei Jahre sind, solltet Ihr vorsichtig sein: Neue KI-Features können das System verlangsamen oder den Akkuverbrauch erhöhen. In den Einstellungen könnt Ihr meist einzelne KI-Features deaktivieren, falls sie Probleme verursachen.

Wo liegt das Risiko?

Wenn Ihr nicht eine bestimmte Funktion habt, auf die Ihr dringend wartet und die das Update mitbringt, oder einen Fehler, der Euch nervt und der behoben sein soll, dann wartet mit der Installation einige Tage ab. Die Kombination von Android als von Google entwickeltes Betriebssystem und den Anpassungen, die Samsung, Sony und die anderen Hersteller daran vornehmen, sorgen immer wieder für Bugs. Was bringt es Euch, wenn Ihr eine tolle neue Funktion habt und dafür zwei andere nicht mehr richtig funktionieren?

Eine Google-Suche nach Eurem Smartphone und der Update-Version zeigen Euch schnell, ob hier Probleme bekannt sind. Noch besser: Schaut in spezialisierte Communities wie Reddit (r/Android), XDA-Developers oder herstellerspezifische Foren.

Sicherheitsupdates vs. Feature-Updates

Lernt den Unterschied zwischen verschiedenen Update-Typen:

Sicherheitsupdates kommen monatlich und schließen Sicherheitslücken. Diese solltet Ihr zeitnah installieren – das Risiko für Bugs ist hier geringer.

Feature-Updates bringen neue Android-Versionen oder größere Funktionen. Hier ist Vorsicht geboten – wartet ein bis zwei Wochen und checkt die Community-Berichte.

Hersteller-Updates betreffen die Benutzeroberfläche (Samsung One UI, Xiaomi MIUI etc.). Diese können das Verhalten des Geräts stark verändern und sollten nicht sofort installiert werden.

Praktische Tipps für sicheres Updaten

  • Backup erstellen: Vor jedem größeren Update solltet Ihr ein vollständiges Backup machen – entweder über Google Backup oder lokale Lösungen.
  • Speicherplatz prüfen: Updates benötigen oft mehrere Gigabyte freien Speicher. Räumt vorher auf.
  • WLAN nutzen: Ladet Updates nie über mobile Daten herunter – das kann teuer werden und ist oft langsamer.
  • Akku laden: Startet Updates nur bei mindestens 50% Akkustand.
  • Beta-Programme meiden: Außer Ihr seid Entwickler oder sehr technikaffin – Beta-Updates sind instabil.

Fazit: Updates sind bei Android unverzichtbar für die Sicherheit, aber ein wenig Geduld schadet nicht. Sicherheitsupdates könnt Ihr bedenkenlos installieren, bei größeren Updates wartet Ihr besser ein paar Tage ab und informiert Euch über mögliche Probleme.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026