Ob Digitalkamera, Scanner oder Drucker: Fast alle externen Geräte lassen sich heutzutage per USB-C, Thunderbolt oder Wi-Fi an euren Computer anschließen. Doch das war nicht immer so. Früher war es üblich, Drucker über LPT anzuschließen – eine Schnittstelle, die heute nur noch in Museen oder bei sehr alter Hardware zu finden ist.
LPT steht für Line Printer Terminal (ursprünglich Line Printer Technology). Es handelt sich um einen ziemlich breiten, 25-poligen Stecker (DB-25), der Daten parallel auf acht Drähten gleichzeitig übertragen konnte. Die parallele Datenübertragung galt in den 1980er und 1990er Jahren als das Nonplusultra für schnelle Druckerverbindungen.
Damit man einen Drucker über diesen Anschluss nutzen konnte, musste man das Kabel anschließen, während der Computer ausgeschaltet war. Ein Hotplug-Betrieb war nicht möglich – wer das trotzdem versuchte, riskierte Schäden an der Hardware. Eine beliebte Druckerserie, die über LPT betrieben wurde, war zum Beispiel die Deskjet 690-Serie von Hewlett-Packard oder die frühen Laserdrucker von Canon und Epson.
Das Durchschleif-Problem
Da die meisten Computer nur über einen einzigen LPT-Anschluss (meist als LPT1 bezeichnet) verfügten, mussten sich Scanner-Hersteller etwas einfallen lassen, damit Drucker und Scanner gleichzeitig genutzt werden konnten. Die Idee: Der LPT-Anschluss für den Drucker wird durch den Scanner durchgeschleift. Daten für den Drucker werden zunächst zum Scanner geschickt, der das Signal an den Drucker weiterreicht.
Diese Lösung funktionierte meist, war aber fehleranfällig. Wenn der Scanner ausgeschaltet war, konnte oft auch nicht gedruckt werden. Zudem entstanden manchmal Kompatibilitätsprobleme zwischen verschiedenen Herstellern.
Technische Details
Der offiziell als IEEE 1284 standardisierte LPT-Port arbeitete ursprünglich nur unidirektional – Daten flossen nur vom Computer zum Drucker. Spätere Versionen unterstützten bidirektionale Kommunikation, was Statusmeldungen vom Drucker ermöglichte. Die Übertragungsgeschwindigkeit lag bei maximal 2 Megabit pro Sekunde – nach heutigen Maßstäben lachhaft langsam.
Das Ende einer Ära
Der LPT-Standard wurde Ende der 1990er-Jahre durch den viel komfortableren USB-Standard abgelöst. Größter Vorteil: USB-Anschlüsse lassen sich per Hub aufteilen, sodass theoretisch 127 Geräte an einem Port betrieben werden können. Außerdem können USB-Geräte im laufenden Betrieb an- und abgesteckt werden – Hot-Plug funktioniert problemlos.
Heute nutzen moderne Drucker primär USB-C, Wi-Fi oder Ethernet-Verbindungen. Viele Hersteller setzen auf Cloud-Printing oder AirPrint, sodass nicht einmal mehr Treiber installiert werden müssen. Brother, Canon, Epson und HP bieten ihre aktuellen Modelle ausschließlich mit modernen Schnittstellen an.
LPT heute: Nur noch Nostalgie
Wer heute noch einen alten LPT-Drucker betreiben möchte, steht vor Problemen: Moderne Computer haben längst keine parallelen Ports mehr. USB-zu-LPT-Adapter existieren zwar, funktionieren aber oft nicht zuverlässig, da die Timing-Anforderungen der alten Technik schwer zu emulieren sind.
Interessant ist LPT heute nur noch für Retro-Computing-Enthusiasten oder in der Industrie, wo teilweise noch uralte Steuerungscomputer mit LPT-Anschlüssen werkeln. Dort werden sie allmählich durch moderne Industrie-PCs mit USB oder Ethernet ersetzt.
Die LPT-Ära zeigt eindrucksvoll, wie schnell sich Technologie wandelt: Was jahrzehntelang Standard war, wird innerhalb weniger Jahre komplett obsolet. USB selbst steht übrigens vor ähnlichen Herausforderungen – USB-C und Thunderbolt 5 machen ältere USB-A-Ports zunehmend überflüssig.
Zuletzt aktualisiert am 25.04.2026