Passwörter sind nach wie vor das wichtigste Schutzschild für eure vertraulichen Daten – und damit das Hauptziel von Cyberkriminellen. Diese werden immer raffinierter dabei, eure Zugangsdaten zu sammeln. Wir zeigen euch, wo ihr besonders aufpassen müsst und welche neuen Tricks Hacker 2026 verwenden.
Die klassischen Phishing-Angriffe sind weiterhin weit verbreitet, haben sich aber stark weiterentwickelt. KI-generierte Phishing-Mails sind heute so perfekt, dass selbst Experten sie kaum noch erkennen. Ihr könnt euch aber mit ein wenig Zeitaufwand rüsten, indem ihr anhand verschiedener gezeigter E-Mails die wichtigsten Merkmale einer Phishing-E-Mail erkennen lernt. Auch im Browser könnt ihr Einstellungen vornehmen, die das Risiko von Phishing reduzieren.
Neu seit 2024 sind KI-basierte Spear-Phishing-Attacken, die eure Social-Media-Profile analysieren und hochpersonalisierte Nachrichten erstellen. Diese scheinen von Kollegen, Freunden oder vertrauenswürdigen Unternehmen zu stammen und sind extrem schwer zu durchschauen.
Social Engineering wird immer perfider
Weniger eindeutig sind die im Internet – vor allem auf sozialen Netzwerken – so weit verbreiteten Diskussions-Threads, in denen ihr nach vermeintlich unwichtigen Informationen gefragt werdet. Auf Facebook, Instagram, TikTok und LinkedIn könnt ihr euch kaum davor retten. Hat ein Freund mitgemacht, dann seid ihr schnell dabei, auch euren Kommentar abzugeben.
Besonders perfide: Die neuen KI-gesteuerten Social Bots, die automatisch solche scheinbar harmlosen Fragen stellen und dabei geschickt persönliche Daten sammeln. Diese werden dann für maßgeschneiderte Cyberangriffe verwendet.
Worte können potentielle Passwörter sein
Oft versuchen Hacker mit Credential-Stuffing-Attacken und riesigen Wörterbüchern in eure Konten bei Amazon, Netflix, PayPal und anderen Diensten zu kommen. Die E-Mail-Adressen stammen aus den unzähligen Datenlecks der letzten Jahre. Eine harmlose Frage wie „Was ist ein seltener Vorname?“ bringt Nutzer dazu, die Wörterbücher für Brute-Force-Angriffe zu erweitern.
Auch wenn Alexander nicht euer eigenes Passwort ist, kann es durchaus sein, dass unvorsichtige Nutzer es als Passwort verwenden. Moderne Passwort-Cracking-Tools wie Hashcat können heute Millionen solcher Kombinationen pro Sekunde durchprobieren.
Die Antwort auf (Sicherheits-) Fragen
Ebenfalls weit verbreitet sind lustige Fragen wie „Was war dein erstes Haustier?“ oder „Wo bist du geboren worden?“. Auch hier zeigt sich, dass eine riesige Menge von Nutzern sich auf solche Fragen stürzt und Antworten eingibt. Fällt euch etwas auf? Diese Fragen werden von vielen Diensten als Sicherheitsfragen genutzt, wenn ihr euer Passwort vergessen habt und dieses zurücksetzen wollt.
Ignoriert solche virtuellen Fragespielchen komplett. Das nützt eurer Sicherheit und der aller anderen Internetnutzer!
Neue Bedrohungen 2026: Deepfake und KI-Angriffe
Seit 2025 setzen Cyberkriminelle verstärkt auf Deepfake-Technologie. Sie rufen euch mit der perfekt imitierten Stimme eures Chefs oder Familienmitglieds an und bitten um Passwörter oder andere sensible Daten. Diese Audio-Deepfakes sind mit wenigen Sekunden Originalton aus sozialen Medien erstellbar.
Ebenso gefährlich: KI-Tools analysieren eure Online-Aktivitäten und erstellen psychologische Profile, um euch gezielt zu manipulieren. Sie wissen, wann ihr gestresst seid, welche Themen euch interessieren und wie sie euch am besten ködern können.
Passkeys als Lösung der Zukunft
Die gute Nachricht: Passkeys haben sich 2025/2026 endlich durchgesetzt. Apple, Google, Microsoft und viele andere Anbieter unterstützen diese passwortlose Authentifizierung vollständig. Passkeys sind praktisch unknackbar, da sie auf kryptografischen Schlüsseln basieren, die niemals übertragen werden.
Falls ihr noch keine Passkeys nutzt, aktiviert sie sofort bei allen unterstützten Diensten. Sie funktionieren mit Face ID, Touch ID, Windows Hello oder eurem Smartphone als Sicherheitsschlüssel.
So schützt ihr euch effektiv
- Verwendet einen Passwort-Manager wie Bitwarden, 1Password oder den in euren Browser integrierten Manager. Diese generieren und speichern einzigartige Passwörter für jeden Dienst.
-
Aktiviert die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) überall wo möglich. Nutzt dabei Authenticator-Apps statt SMS, da SIM-Swapping-Angriffe zunehmen.
-
Wechselt zu Passkeys, sobald eure wichtigsten Dienste diese unterstützen.
-
Seid skeptisch bei unerwarteten Anrufen, E-Mails oder Nachrichten – auch wenn sie von bekannten Personen zu stammen scheinen.
-
Teilt keine persönlichen Informationen in sozialen Medien, die als Sicherheitsfragen verwendet werden könnten.
Die Cyberkriminellen werden 2026 noch raffinierter, aber mit den richtigen Schutzmaßnahmen könnt ihr eure Daten sicher halten.
Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026