Windows 11 auf Apple Silicon Macs: So geht’s heute

von | 21.12.2020 | macOS, Windows

Apple hatte mit der im November 2020 eingeführten eigenen Prozessor-Hardware auf ARM-Basis eine echte Zäsur eingeleitet: Weg von Intel, hin zu den hauseigenen M-Chips (M1, M2, M3, M4), die mittlerweile ihre Leistungsfähigkeit mehr als unter Beweis gestellt haben. Der Nachteil dabei war lange Zeit die Tatsache, dass „alte“ Apps für Intel-Prozessoren nicht mehr nativ liefen. Als Lösung stellte Apple mit Rosetta 2 eine Emulationsschicht zur Verfügung, die für euch unmerklich die Übersetzung von Intel-Code vornimmt.

Das größte Problem war jedoch Windows: Bootcamp existierte nicht mehr, und die Standard-Virtualisierungslösungen funktionierten zunächst ebenfalls nicht. Diese Zeiten sind längst vorbei. Parallels Desktop hat sich als die führende Lösung etabliert und läuft seit Jahren stabil auf Apple Silicon Macs.

Parallels Desktop: Die ausgereifte Lösung

Parallels Desktop ist mittlerweile in Version 19 verfügbar und vollständig für Apple Silicon optimiert. Die Software läuft nicht nur stabil, sondern bietet auch beeindruckende Performance. Ihr könnt Windows 11 (ARM-Version) problemlos installieren und nutzen. Microsoft hat die ARM-Version von Windows 11 erheblich verbessert und stellt sie mittlerweile auch offiziell zur Verfügung.

Für die Installation benötigt ihr zunächst eine gültige Parallels Desktop Lizenz. Die kostenlose Testversion läuft 14 Tage und gibt euch einen guten Eindruck von der Performance. Die Vollversion kostet einmalig etwa 100 Euro oder ist als Abo für rund 80 Euro pro Jahr erhältlich.

Windows 11 ARM: Offiziell verfügbar

Microsoft bietet Windows 11 ARM mittlerweile nicht mehr nur über das Insider-Programm an. Ihr könnt die ISO-Datei direkt von der offiziellen Microsoft-Website herunterladen. Die ARM-Version von Windows 11 hat sich enorm weiterentwickelt und läuft deutlich stabiler als die frühen Versionen.

Ein großer Vorteil: Windows 11 ARM bringt eine eigene Emulationsschicht mit, die x86- und x64-Anwendungen auf ARM-Prozessoren übersetzt. Das bedeutet, dass auch klassische Windows-Programme laufen, die ursprünglich für Intel-Prozessoren entwickelt wurden.

Installation Schritt für Schritt

Nach dem Download von Parallels Desktop startet ihr das Programm. Der Installationsassistent führt euch durch den gesamten Prozess und kann Windows 11 sogar automatisch herunterladen, wenn ihr eine gültige Lizenz habt. Falls ihr bereits eine Windows 11 ARM ISO-Datei besitzt, könnt ihr diese direkt verwenden.

Parallels erkennt automatisch, ob es sich um eine ARM- oder Intel-Version von Windows handelt. Wählt unbedingt die ARM-Version aus – nur diese läuft nativ auf euren M-Chips und bietet die beste Performance.

Die Installation dauert je nach Mac-Modell zwischen 20 und 45 Minuten. Danach installiert Parallels automatisch die Parallels Tools, die für die Integration zwischen macOS und Windows sorgen. Diese ermöglichen es, Dateien zwischen beiden Systemen zu teilen, die Zwischenablage zu synchronisieren und Windows-Apps direkt vom macOS-Desktop zu starten.

Performance und Alltagstauglichkeit

Die Performance von Windows 11 ARM auf aktuellen M-Chips ist beeindruckend. Microsoft Office, Adobe-Programme und die meisten Business-Anwendungen laufen flüssig. Selbst anspruchsvollere Software wie Visual Studio oder CAD-Programme funktionieren überraschend gut.

Bei der Ressourcenzuteilung solltet ihr großzügig sein: Mindestens 8 GB RAM für die virtuelle Maschine sind empfehlenswert, besser 16 GB. Auch beim Speicherplatz solltet ihr nicht sparen – Windows 11 benötigt mindestens 64 GB, für einen produktiven Einsatz sind 128 GB oder mehr sinnvoll.

Alternativen zu Parallels

Neben Parallels gibt es mittlerweile weitere Optionen. VMware Fusion ist ebenfalls für Apple Silicon verfügbar und bietet ähnliche Features. UTM ist eine kostenlose Open-Source-Alternative, die auf QEMU basiert und durchaus brauchbare Ergebnisse liefert, allerdings mit weniger Komfort bei der Einrichtung.

Für Gaming ist jedoch keine der Virtualisierungslösungen optimal geeignet. Hier stößt ihr an die Grenzen der ARM-Architektur und der Emulation. Wer hauptsächlich spielen möchte, sollte weiterhin zu einem separaten Windows-PC greifen.

Spracheinstellungen anpassen

Im Standard installiert sich Windows 11 in englischer Sprache. Sucht nach Language in den Einstellungen, um in die Sprachoptionen zu gelangen und die deutsche Anzeigesprache sowie die Regionaleinstellungen zu installieren. Windows 11 lädt die Sprachpakete automatisch herunter und wendet sie nach einem Neustart an.

Die Kombination aus aktuellen M-Chips und ausgereifter Virtualisierungssoftware macht Windows auf dem Mac heute zu einer vollwertigen Alternative. Für die meisten Anwendungsfälle reicht die Performance völlig aus, und die nahtlose Integration zwischen beiden Betriebssystemen ist beeindruckend.

Zuletzt aktualisiert am 26.02.2026