Der Geheimdienst NSA (National Security Agency) sammelt nicht nur emsig Daten im Netz, sondern hat offensichtlich auch Programmcode zu weit verbreiteten Betriebssystemen wie Linux oder Android beigesteuert. Das hat jetzt sogar eine Google-Sprecherin bestätigt. Ganz neu ist diese Erkenntnis indes nicht. Schon lange ist bekannt, dass die NSA das offene Betriebssystem um eine Funktion ergänzt hat, die die Sicherheit erhöhen und Hacker abwehren soll. Diese Funktion ist nun in Android übernommen worden.

Da Linux und Android offene Betriebssysteme sind, kann grundsätzlich jeder Funktionen vorschlagen, so wie sich auch der denn Quellcode von Android anschauen kann. Wenn diese von den Experten allgemein akzeptiert werden, schafft es der Programmcode in die finale Version, die auch ausgeliefert und genutzt wird.

Doch angesichts der Schnüffelaktionen der NSA bekommt die Sache einen Beigeschmack. Der Verdacht entsteht, die NSA könnte sich durch den Programmcode ein Hintertürchen im Betriebssystem verschafft haben. Bislang ist das allerdings nur ein Verdacht. Erste Untersuchungen haben nicht bestätigen können, dass es eine solche Hintertür gibt. Doch das Misstrauen bleibt – und der Ruf von Open Source nimmt gerade dadurch etwas Schaden.

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4 Kommentare
  1. Wolfgang Arlt
    Wolfgang Arlt sagte:

    Sorry,
    mein Beitrag bezieht sich natürlich auf Open Source im Allgemeinen und Ubuntu im Speziellen. Das hätte ich einschränken sollen!

  2. Wolfgang Arlt
    Wolfgang Arlt sagte:

    Auch auf die Gefahr hin, dass dies keinen so richtig interessiert, bewegt mich auch die Frage von Verbindungen der NSA und Open Source. Denn ich bin persönlich immer skeptisch, wenn etwas kostenlos ist (in der Regel bezahle ich dann schon – zumindest mit meiner Privatsphäre), Ich denke entgegen dem ersten Beitrag, dass da schon ein schlechter Beigeschmack bleibt! Warum zum Beispiel selinux*.lib (NSA-System) im System ist oder warum ich bei der Installationsroutine meine Passphrase für die Verschlüsselung erst nach einer Herstellung der Internetverbindung eingeben kann (was nicht von Verstand für Datensicherheit zeugt) lässt schon erhebliche Zweifel aufkommen. Quellcode offen oder nicht: welcher Normalverbraucher versteht den schon und wer hat die Zeit den auszuwerten? Wie sieht es mit Updates aus etc. und dem ganzen “Lanzen” wie Amazon im System. Warum bin ich bei einer Standardinstallation sofort mit AMAZON verbunden. Geben die vielleicht auch Ihre Server als erweiterte Proxi her etc.? Ich denke, die NSA gehört zur “Gemeinschaft”! Allein der Standort und Gesetzgebung legen das nahe. Bei den heutigen technischen Möglichkeiten gibt es kein Entrinnen. Das einzige, was die Sache mildert ist das Nutzerverhalten. Hier ist es aber wie bei einer Droge: einmal daran gewöhnt, kommt man nicht davon los.

    Standortbestimmung, Gesichtserkennung, Fingerprint an Notebooks und weiter geht es mit aufgebohrten FTP-Servern, die sich Cloud nennen, 2000 Freunde bei Facebook und Twitter für den Klobesuch – kein Mensch kommt auf die Idee, dass dies das Big Brother des Lebens ist. Dem Einzelnen ist es unwichtig, denn er hat ja nix zu verbergen. Mit wenigen Ausnahmen ist er auch nicht von Interesse! Auch hier ist es die Masse, die interessant ist. Hier geht es nicht mehr um Persönlichkeitsprofile, sondern um gesamtgesellschaftliche, die die Schwachpunkte ganzer Gesellschaften aufzeigen und Rezepte zum handeln liefern, mit welchem Ziel auch immer!

    Also: Denkt über Euch selbst nach!

  3. Max
    Max sagte:

    Ich weiß jetzt nicht, inwiefern der Ruf von Open Source geschädigt wird. Gerade bei quelloffenen Programmen kann man ja nachgucken, ob da ein Hintertürchen ist, bei closed-source Software wie MS Windows nicht.

  4. Rudi
    Rudi sagte:

    Da stellt man sich selber die frage:welches Betriebsystem nehme ich denn nun…Windows oder Linux für den PC oder Android fürs Handy? Welches der Systeme ist denn noch sicher? Oder lieber Apples os für läppy und Handy?

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