Einfach nur ein Foto machen oder ein Video drehen und damit der Star in den sozialen Netzwerken sein? Das wird immer schwieriger. Das Red dreht sich weiter. Heute sind Stories angesagt. Kleine Bildergeschichten, die mehr sind. Angefangen hat damit Snapchat, heute nur noch Snap genannt. Dann hat Instagram das auch ins Angebot genommen. Und jetzt startet auch der Goliath unter den Netzen damit: Facebook Stories kommt.

Stories sind kleine Geschichten. Bildergeschichten. Normalerweise postet man bei Facebook, Snap, Instagram und Co. ja Fotos oder bestenfalls Videos. Stories hingegen sind virtuelle Bildergalerien: Das kann eine kurze Abfolge von Fotos sein, aber auch eine persönliche Mischung auf Fotos und Videos, die dann mit Filtern verfremdet oder aufgehübscht und dann zu allem Überfluss auch noch mit sogenannten Stickern versehen werden, das sind Minibilder, die sich über die Fotos oder Videos legen.

Auch kann man direkt in die Bilder hinein malen, zum Beispiel etwas hervorheben oder reinschreiben… Es gibt unzählige Möglichkeiten. Für Bilder-Puristen ein Albtraum – aber viele mögen diese Art der Präsentation. Man zeigt seinen Freunden etwas, was man gesehen hat oder herzeigenswert findet, und fügt Kommentare hinzu. Die Freunde können natürlich auch wiederum alles kommentieren. Ein Spaß.

Die Idee hatte Snap

Die vor allem bei Jugendlichen beliebte Kommunikations-App Snap hatte als erste die Idee dafür. Die jugendlichen User lieben es, mit Fotos, Videos und eigenen Ergänzungen Geschichten zu erzählen. Ein besonderer Reiz ist übrigens, dass Stories nur 24 Stunden lang angeschaut werden können – danach verschwinden sie wieder.

Das erhöht natürlich den Druck: Wenn man sieht, dass jemand eine Storie veröffentlich hat, kann man sich nicht viel Zeit damit lassen, sich die Geschichte  auch anzuschauen. Gleichzeitig muss niemand befürchten, dass das, was er die erzählt, für immer und ewig abrufbar ist. Manche haben diese Erzählform zu einer eigenen Kunstform weiterentwickelt. Auf Snap sind Stories das ganz große Ding.

Nicht nur der Name identisch
 

Dazu muss man wissen: Das zum Facbook-Konzern gehörende Instagram hat schon seit einigen Monaten ebenfalls eine Stories-Funktion. Heißt genauso, funktioniert nahezu identisch, mit denselben Möglichkeiten, mit einer Laufzeit für Stories von 24h. Funktioniert auch bei Instagram gut, deshalb hat sich Facebook nun entschlossen, diese Funktionen auch in Facebook zu integrieren.

Es ist plump geklaut, muss man sagen. Man gibt sich nicht mal Mühe, da irgendwas zu vertuschen. Der Name ist identisch, die Vorgehensweise ebenfalls. Stories von Freunden erscheinen in der Timeline ganz oben, also an prominenter Stelle. Wichtig zu wissen: Stories lassen sich nur mit den Mobil-Apps unter iOS und Android erstellen und anschauen, nicht auf Desktop-PCS.

Wann in Deutschland?

Einen offiziellen Starttermin gibt es noch nicht. Fest steht: In Irland werden die neuen Möglichkeiten bereits getestet, dort kann man vereinzelt schon Stories in Facebook erstellen. Nach und nach soll es dann auch in den anderen Ländern angeboten werden, auch bei uns in Deutschland.

Erfahrungsgemäß dauert es bei Facebook nur wenige Wochen, bis eine Funktion, die in den USA gestartet ist, auch bei uns genutzt werden kann. Da es hier kaum Besonderheiten wegen der Sprache gibt, gehe ich davon aus, dass es sogar schneller passiert.

Die Zukunft der Stories

Ich habe den Eindruck, dass Stories sehr beliebt sind, auf Snap und Instagram ist es schon so – auf Facebook wird es nicht anders sein. Wer in den sozialen Netzwerken gesehen werden will, muss sich also mehr einfalle lassen, mehr Mühe geben. Auch braucht man spannende Bilder.

Snap hat deswegen die Spectacles-Brille auf den Markt gebracht, mit der man Videoaufnahmen aus der Ich-Perspektive machen kann. Jeder Clip ist 10 Sekunden lang. Damit lassen sich witzige Aufnahmen machen. So etwas gibt es für Instagram und Facebook nicht. Aber Stories könnten so ein bisschen die Selfies verdrängen.