Es tauchen immer öfter verlockende Angebote in den Sozialen Netzwerken auf. Für 370 Euro nach Hawaii – und zurück. Oder für ein Taschengeld im Luxus-Ressort übernachten. Unglaublich! Aber taugt das was? Wie ist das möglich?

Wenn alle in Urlaub sind und schöne Urlaubsfotos bei Facebook posten, dann ist man selbst natürlich auch in Urlaubslaune – und empfänglich für solche Postings: Hawaii hin und zurück. Für 371 EUR. Klingt unglaublich. Oder eine Woche Costa Brava für 405 EUR pro Person. Drei Tage Lissabon für 112 EUR. Verlockende Angebote, die für Fernweh sorgen.

Die Sozialen Netzwerke, vor allem Facebook, sind voll mit solchen Angeboten. Die besonders krassen Sonderangebote gehen teilweise sogar viral: Sie werden geliket, geteilt und so von mehr Menschen gesehen.

Eine recht neue Methode, Reisen zu verkaufen. Eben nicht über das klassische Buchungsportal, sondern, indem ausgefallene Angebote herausgesucht und – unter anderem – über die Sozialen Netzwerke geteilt werden.

Der Handel mit fehlerhaften Tarifen

Beispiel: Die Urlaubspiraten. Da gibt es tatsächlich den günstigen Flug. Für 371 EUR nach Hawaii und zurück. Auf der Webseite stehen die Bedingungen. Abflugsort in diesem Fall nicht Düsseldorf oder Köln, sondern Krakau, Warschau oder Danzig. Also Polen. Dennoch: So günstig kommt man normalerweise nicht nach Hawaii.

Dass der Preis so niedrig ist, liegt daran, dass es sich um einen so genannten “Error Fare” handelt, einen eigentlich fehlerhaften Tarif. Etwa, weil irgend jemand 500 EUR statt 1.500 EUR eingetippt hat. Oder weil durch eine komplizierte Route eine Software einen falschen Preis berechnet.

Das schreibt die Redaktion von Urlaubspiraten sogar selbst. Das Schnäppchen ist mit “Error Fare” überschrieben. Ein vermutlich irrtümlich eingestellter, fehlerhafte Tarif.

Urlaubsguru: Redaktion sucht günstige Reisen

Der Erläuterungstext weist ausdrücklich darauf hin: Schnell buchen. Nicht bei der Airline anrufen. Warum? Ganz klar: Wenn die Airline den Fehler bemerkt, ist der Tarif weg und kann nicht mehr gebucht werden. Wenn man Glück hat, bekommt man den Flug aber tatsächlich zum angebotenen Preis. Man kann es also mal versuchen, online zu buchen.

Ein anderes Portal, das ganz ähnlich funktioniert, ist Urlaubsguru. Auch hier kann man solche Schnäppchenangebote finden. Eine eigene Redaktion sucht Schnäppchen heraus und präsentieren sie: Im Web, bei Facebook, in der eigenen App. Zweifellos günstig, aber man weiß nie, ob die Reisen wirklich zu bekommen sind.

Schnäppchenpreise mit jeder Menge Stolperfallen

Wer solche Schnäppchenangebote buchen möchte, der braucht also starke Nerven. Zum einen ist es alles andere als sicher, ob man die angepriesene Reise auch wirklich bekommt. Manchmal stornieren Fluggesellschaften und Reiseanbieter sogar gebuchte Reisen wieder. Ob das rechtlich geht, hängt vom Einzelfall ab. Bei urlaubsguru gibt es praktische Tipps dazu. Wenn es klappt, sind es aber wirklich unschlagbare Preise.

Außerdem darf man nicht zu komfortabel denken. Das Beispiel zeigt es ja: Abflugsort Polen. Oder man muss für den Hinflug nach Oslo, fliegt zurück nach Amsterdam. Da muss man mehr planen – und natprlich die Reisekosten zu den jeweiligen Flughäfen noch dazu rechnen. Solche so genannten Gabelflüge sind in der Tat oft günstiger, also keine irrtümlichen Preise. Sie sind nur umständlicher.

Solche Angebote sind schwer zu finden und meistens schnell vergriffen. Deshalb bieten einige Portale einen speziellen Service an.

Schnäppchen-Alarm per WhatsApp oder App

Nicht jeder kann regelmäßig in den Angeboten von urlaubspiraten, urlaubsguru, exbir und Co. stöbern. Wer mag, kann sich von einigen Portalen deshalb benachrichtigen lassen, wenn ein besonders günstiges Angebot reinkommt – per WhatsApp. Eine Art Preisalarm. Gibt es eine Reise, die zu meinen Kriterien passt, dann werde ich per WhatsApp informiert.

Ganz unabhängig vom verwendeten Portal noch ein letzter Tipp von mir: Am besten nicht am Wochenende buchen, sondern in der Woche. Denn die Preise können sich im Internet mehrmals am Tag ändern. Wenn viele da sind und buchen wollen, sind die Preise oft höher – am Wochenende. In der Woche zahlt man weniger, sagen Experten.