fbpx
schieb.de > Tipps > Other > Mehr Kinderschutz bei Apple?

Mehr Kinderschutz bei Apple?

12.01.2018 | Von Jörg Schieb

Other

Smartphomes sind aus dem Alltag der meisten Menschen nicht mehr wegzudenken. Die meisten von uns greifen mehrere Hundert Mal am Tag zum Handy, und sei es nur, um zu schauen, ob eine neue Nachricht eingetrudelt ist. Nicht wenige sagen, das sei eine Sucht – und in der Tat ist die Schwelle schnell überschritten. Besonders schutzbedürftig sind natürlich Kinder. Interessanterweise haben nun zwei Apple-Aktionäre Apple aufgefordert, mehr für Kinderschutz zu tun – beim iPhone. Das bringt eine interessante Debatte in Gang.

Zwei Großaktionäre von Apple haben den Megakonzern aufgefordert, mehr für Kindersicherung in iOS zu machen. Erst mal grenzt es an ein Wunder, dass sich Großaktionäre nicht für mehr Profit einsetzen, sondern für eine richtige und wichtige Sache – das ist auf jeden Fall zu begrüßen.

Apple hat jedoch erst mal abgewehrt und behauptet, man tue bereits eine Menge für Kinder- und Jugendschutz, etwa durch Kindersicherungsfunktionen in iOS, die seit 2008 angeboten werden.

In der Tat können Eltern unter iOS relativ komfortabel eine Menge verwalten. Sie können sehen, was ihre Kinder an Apps installieren und jede einzelne App genehmigen und darüber hinaus das Nutzungsverhalten der Kinder überwachen. Das ist mehr als Nichts – aber auch nicht besonders viel. Denn natürlich läuft eine Menge schief und Smartphone-Sucht gibt es definitiv.

JESHOOTS / Pixabay

 

Im Detail wird nachgebessert

Apple hat in seiner offiziellen Stellungnahme „größere Anstrengungen bei der Kindersicherung“ angekündigt. Besonders konkret ist man nicht geworden. Aber da die Großaktionäre – übrigens unter anderem ein Pensionsfond von Lehrern – konkret individuellere und feinere Abstufungen der Kontrollmöglichkeiten durch Eltern eingefordert haben, ist klar, wohin die Reise gehen soll.

n der Tat haben Eltern nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, das individuelle Nutzungsverhalten zu überwachen oder einzuschränken, etwa wie viel online gegangen werden darf, welche Apps genutzt werden dürfen, welche Inhalte OK sind und welche nicht. Es gibt Kauf-Apps wie die von Kaspersky, die erlauben so etwas. Allerdings: Eltern wollen ja auch nicht den ganzen Tag vor IHREM Gerät sitzen und alles überwachen. Das Problem greift also tiefer.

Verantwortung der anderen

Natürlich ist es nicht angemessen, Apple allein zu kritisieren? Es ist verantwortungsvoll, als Apple-Aktionär „sein“ Unternehmen aufzurufen, mehr zu machen. Aber verantwortlich sind natürlich alle. Die Großen Anbieter, Google, Apple, Microsoft, aber auch Facebook, Twitter, Snapchat, Instagram und Co. Überall wird nur darauf geachtet, die Nutzerzahlen explodieren zu lassen. Keiner macht sich Gedanken über das Alter der User oder das Suchtthema. Es wäre gut, wenn sich das ändert.

Störfaktor Werbung

Das Smartphone birgt aber nun ja verschiedene Risiken. Nicht nur allein die Zeit, die Kinder damit verbringen, sondern auch das, was ihnen gezeigt wird. Die Praxis zeigt: Der angebliche Schutz von Apple, Google, Microsoft oder anderen ist kaum der Rede wert. Im Gegenteil: Google bietet zum Beispiel in den USA eine App namens YouTube Kids.

Die soll Kinder vor unpassenden Inhalten bewahren. Doch was nach einer Art Kika fürs Smartphone klingt, mit kuratierten Inhalten, ist letztlich ein von Algorithmen zusammengestelltes Portfolio an Videos. Darunter oft auch schockierende Videos, die nichts für Kinderaugen sind – wie vor einigen Wochen bekannt wurde. Wir haben darüber gesprochen. Doch was noch schlimmer ist: Werbung, wohin das Auge blickt. Ganz besonders bei YouTube. Vor jedem Video wird Werbung gezeigt – sogar in YouTube Kids. Es ist abartig.

Werbung verbieten

Auch beim Surfen gibt es Werbung – und sogar beim Daddeln, also beim Spielen mit Spiele-Apps. Kinder lieben Spiele-Apps. Viele sind kostenlos – und refinanzieren sich mit Werbung. Die taucht immer wieder unvermittelt auf, in der Regel bildschirmfüllend. Die Werbung erfordert die volle Aufmerksamkeit der Kinder. Sie beherrscht sie, man kann ihr nicht entkommen. Es ist eine Nötigung.

Traurigerweise ist das so genannte „Jugendschutzgesetz“ zahnlos: Paragraf 6 erlaubt fast jede Art von Werbung, es gibt nur wenige Ausnahmen, etwa Werbung für Alkohol. Es ist wirklich unanständig und vollkommen falsch. Das Jugenschutzgesetz hat seinen Namen nicht verdient und müsste dringend geändert werden. Werbung, die Kinder unter 12 anspricht, sollte konsequent verboten werden, überall, im Fernsehen, in oder vor Videos, in Spielen.

 

 




Jetzt schieb.de Pro Mitglied werden - und PDFs, eBooks und Extras sichern


Mitglieder von schieb.de Pro bekommen jede Woche einen umfangreichen, hochwertigen Report im PDF-Format zugeschickt. Außerdem können Mitglieder kostenlos hochwertige eBooks laden. Und weitere Extras.

Jetzt Mitglied werden. Nur 5 EUR/Monat.

Stichwörter: , , ,

Kommentarfunktion gesperrt.