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Wie Soziale Netzwerke süchtig machen – wollen

Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, YouTube: Die sogenannten „Sozialen Netzwerke“ spielen in unserem Leben eine immer größere Rolle. Auch wir machen mit, wir informieren uns im Netz – und auch Sie. Die meisten verbringen immer mehr Zeit in den Social Media. Die Netzwerke haben ein regelrechtes Suchtpotenzial. Und nun gibt es einige Ex-Mitarbeiter, die sagen sogar: Alles so gewollt.

Center for Humane Technology – Zentrum für humane Technologie. So heißt die brandneue Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, uns alle wachzurütteln. Die Gründer der Initiative sind hochrangige Ex-Mitarbeiter von Google, Facebook, Twitter und Co. Und auch Investoren. Sie kennen die Unternehmen, die Onlinedienste, die Ziele und Tricks nur zu genau.

Doch sie haben sich – so sagen sie – aus moralischen Gründen abgewendet. Ihre Kritik: Unsere Gesellschaft werde von der Technologie in Geiselhaft genommen. Die Technik bestimme über uns – nicht umgekehrt.

Soziale Netzwerke machen abhängig – gewollt

Tristan Harris, Ex-Google-Designer, warnt: Die sogenannten Sozialen Netzwerk wenden alle Tricks an, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen. Nicht nur einfach mit Inhalten, sondern wirklich mit Tricks. Mit psychologischen Kniffen – die uns süchtig machen sollen.

Beispiel YouTube. Am Ende eines Videos wird automatisch ein weiteres Video gestartet. AutoPlay nennt sich das. YouTube will erreichen, dass wir dran bleiben. Wir haben uns das Video nicht mal ausgesucht – es startet trotzdem. Netflix macht das mittlerweile oft genauso: Eine Episode zu Ende – die nächste startet praktisch automatisch. Und wir zappeln wie ein Fisch am Haken.

Autoplay bei YouTube, Netflix, YouTube und Co.

Auch Facebook und Twitter spielen Videos in der Timeline automatisch ab. Ohne dass wir darauf klicken. Auch das soll unsere Aufmerksamkeit auf die Inhalte lenken. Bewusst gewählte Tricks, um uns zu manipulieren. Um unsere Zeit zu klauen. Um uns im jeweiligen Angebot zu halten.

Und wir werden nicht gefragt, ob wir das wollen. Es passiert einfach.

Ein weiteres Beispiel: Snapchat. Die vor allem bei Kindern so beliebte App verwickelt die Kids durch Tricks in endlose Chats. Sie werden auch so genannt: Streaks. Streifen. Schleifen. Wer jeden Tag mit seinen Freunden plaudert, wird belohnt. Mit Punkten. Mit bunten Bildchen. Egal, wie sinnlos die Kommunikation ist. Ein fieser Trick, der direkt auf das Belohnungszentrum im jugendlichen Hirn abzielt.

Instagram gaukelt schöne Welt vor

Und er funktioniert. Instagram ist auch nicht besser. Die Gründer des Center for Humane Technology kritisieren: Der Bilderdienst gaukelt uns vor, alle anderen hätten ein wunderschönes Leben. Alle sind fröhlich. Alles sieht super aus. Und das schade unserem Selbstwertgefühl. Wer mithalten will, muss auch Bilder posten. Der Wirklichkeit zur Not mit Filtern nachhelfen. Hauptsache, schön sein, aktiv sein. Je öfter, desto besser.

Jedes einzelne Beispiel ist nicht neu. Neu ist aber, deutlich die Zusammenhänge zu erkennen.

Und Leute zu haben, die dafür verantwortlich waren und frank und frei sagen: Es ist alles Kalkül. Es geht um Aufmerksamkeit, um Lebenszeit der User. Nichts anderes. Denn damit lässt sich Geld verdienen. Je mehr Zeit wir in einem Netzwerk verbringen, desto mehr Werbung kann uns vorgesetzt werden.

Soziale Netzwerke arbeiten mit allen Tricks

Neu ist auch, dass Kritiker nicht mutmaßen müssen, dass mit Tricks gearbeitet wird, sondern dass es nun sogar von echten Insidern gesagt wird. Dass bewusst bestimmte Farben verwendet würden, bestimmte Automatismen zum Einsatz kommen sollen. Die Erläuterungen sind jedenfalls plausibel und glaubwürdig.

Was aber tun? Die Gründer der Initiative suchen nun nach Partnern, die dasselbe Ziel haben und die Branche umkrempeln. Und die User informieren/ aufklären/ aufwecken/.

Tricks, um Abstand zu bekommen

Es gibt auch Tipps. Beispielsweise: Benachrichtigungen abschalten. Also: Keine roten Ziffern mehr in Facebook, Twitter oder Snapchat, bloß weil es etwas angeblich Neues gibt. Nur dann in die Apps gehen, wenn man Zeit dafür hat – und nicht, weil eine rote Ziffer es einem vorschreiben will. Oder das Display durch Dreifachtippen auf Grau umschalten…

Denn grau sieht weniger verlockend aus als bunt. Weniger Aufmerksamkeit. Bei Bedarf Drei Mal tippen – und alles ist wieder bunt. Oder man entfernt alle Social-Media-Icons vom Homescreen… Und: ganz wichtig: Das Smartphone nicht im Schlafzimmer aufladen. Damit wir nicht mitten in der Nacht danach greifen.




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