So exportiert ihr all eure Passwörter aus Google Chrome

von | 08.05.2018 | Software

Über die Jahre sammeln sich hunderte Passwörter an, die wir online nutzen. Google Chrome bietet seit Jahren die Möglichkeit, all eure gespeicherten Passwörter zu exportieren – eine wichtige Funktion für Backup und Passwortwechsel.

Passwort-Sicherheit ist heute wichtiger denn je. Mit der steigenden Zahl von Datenleaks und Cyberattacken solltet ihr nicht nur starke, einzigartige Passwörter verwenden, sondern auch regelmäßige Backups eurer Zugangsdaten erstellen. Chrome macht das seit 2018 möglich – und die Funktion wurde kontinuierlich verbessert.

Viele Nutzer speichern ihre Passwörter direkt im Browser, was praktisch ist. Doch was passiert, wenn ihr zu einem anderen Browser wechselt, euer System neu aufsetzen müsst oder zusätzlich einen Passwort-Manager wie Bitwarden, 1Password oder LastPass nutzen wollt? Hier kommt die Export-Funktion ins Spiel.

Passwörter exportieren: So geht’s in Chrome 2026

Die Export-Funktion in Chrome wurde über die Jahre deutlich benutzerfreundlicher. Ihr benötigt Chrome in einer aktuellen Version (mindestens Chrome 100, empfohlen Chrome 130 oder neuer). Der Weg zu den Passwort-Einstellungen ist heute einfacher:

Klickt auf die drei Punkte oben rechts, dann auf Google Passwort-Manager. Alternativ tippt ihr einfach chrome://password-manager in die Adressleiste. Hier findet ihr alle gespeicherten Passwörter übersichtlich aufgelistet.

Um eure Passwörter zu exportieren, klickt rechts oben auf das Einstellungen-Zahnrad und wählt Passwörter exportieren. Chrome fragt zur Sicherheit nach eurem Windows-Passwort, eurer PIN oder Biometrie-Authentifizierung.

CSV-Export: Universelles Format für alle Zwecke

Chrome exportiert eure Passwörter als CSV-Datei (Comma Separated Values). Dieses Format hat sich als Standard etabliert, weil es von praktisch allen Passwort-Managern und Tabellenkalkulationen gelesen werden kann. Die Datei enthält folgende Spalten:

  • Website-URL
  • Benutzername/E-Mail
  • Passwort
  • Notizen (falls vorhanden)

Die CSV-Datei lässt sich mit Excel, LibreOffice Calc, Google Tabellen oder jedem Texteditor öffnen. Besonders praktisch: Moderne Passwort-Manager können diese Datei direkt importieren.

Sicherheitshinweise: So schützt ihr eure Export-Datei

Achtung: Die exportierte CSV-Datei enthält all eure Passwörter im Klartext! Das ist praktisch für den Transfer, aber ein Sicherheitsrisiko. Befolgt daher unbedingt diese Regeln:

  • Löscht die Datei sofort nach dem Import in euren neuen Passwort-Manager
  • Speichert sie niemals dauerhaft auf der Festplatte
  • Versendet sie nicht per E-Mail oder Cloud-Dienst
  • Falls ihr sie doch speichern müsst: Verwendet Verschlüsselung (7-Zip mit AES-256 oder VeraCrypt)

Import in andere Passwort-Manager

Die meisten modernen Passwort-Manager unterstützen den Chrome-CSV-Import:

Bitwarden: Web-Vault → Tools → Daten importieren → „Chrome (csv)“ auswählen
1Password: File → Import → „Chrome“ als Quelle wählen
LastPass: Advanced Options → Import → „Chrome“ auswählen
Dashlane: File → Import Passwords → CSV-Datei hochladen

Selbst kostenlose Alternativen wie KeePass oder der neue Edge-Passwort-Manager können Chrome-Exporte problemlos verarbeiten.

Neue Features: Was Chrome 2026 zusätzlich bietet

Google hat den Passwort-Manager in den letzten Jahren erheblich erweitert. Heute könnt ihr nicht nur Passwörter exportieren, sondern auch:

  • Kompromittierte Passwörter erkennen: Chrome warnt automatisch vor Passwörtern aus bekannten Datenleaks
  • Schwache Passwörter identifizieren: Der integrierte Scanner findet zu einfache oder wiederverwendete Passwörter
  • Automatische Passwort-Generierung: Chrome schlägt beim Erstellen neuer Accounts sichere Passwörter vor
  • Passkeys unterstützen: Der moderne Standard ohne Passwörter wird vollständig unterstützt

Alternativen zum Chrome-Export

Wer bereits einen Passwort-Manager nutzt, kann oft direkt synchronisieren. Bitwarden beispielsweise bietet Browser-Erweiterungen, die Passwörter automatisch von Chrome übernehmen können. 1Password und LastPass haben ähnliche Import-Assistenten.

Für Unternehmen gibt es spezialisierte Tools wie Pleasant Password Server oder TeamPass, die größere Passwort-Datenbanken verwalten können.

Fazit: Export als wichtiges Backup-Tool

Der Passwort-Export aus Chrome ist mehr als nur eine Komfort-Funktion. Er ermöglicht echte Flexibilität bei der Wahl eurer Sicherheits-Tools und schützt vor Datenverlust. Nutzt die Funktion regelmäßig für Backups, aber behandelt die Export-Dateien mit äußerster Vorsicht.

In einer Zeit, wo durchschnittliche Nutzer über 200 Online-Accounts haben, ist professionelles Passwort-Management unverzichtbar. Chrome bietet einen soliden Start, aber spezialisierte Passwort-Manager wie Bitwarden oder 1Password bieten erweiterte Funktionen wie sichere Notizen, Kreditkarten-Speicherung und Familienfreigaben.

Zuletzt aktualisiert am 09.03.2026