blickpixel / Pixabay">

Mobilfunknetz? Es gibt immer noch weiße Flecken auf der Landkarte. Auch im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW. Jetzt haben sich die Provider verpflichtet, das Netz weiter auszubauen – zeitnah.

Jeder von uns kennt das: Vor allem in ländlichen Regionen zeigt das Hand schon mal gerne an, dass kein Mobilfunknetz vorhanden ist. Oder die Daten schleichen durch die Luft, weil das Mobilfunknetz überlastet oder nicht ausreichend ausgebaut ist. Bei der Autofahrt oder erst Recht im Zug bricht die Verbindung andauernd ab.

Ein unhaltbarer Zustand in einem Land, das sich gerne als Industrienation sieht. Das soll sich nun ändern: Die Landesregierung will dafür sorgen, dass wir in NRW eine bessere Versorgung mit Mobilfunk haben. Was ist genau geplant – und reicht das dann?

blickpixel / Pixabay

 

Weiße Flecken sollen verschwinden

Kaum zu glauben, aber im Jahr 5 nach dem Start von LTE und im Jahr 16 nach dem Start von UMTS gibt es immer noch weiße Flecken auf der Landkarte. Also Orte mit gar keinem oder schlechtem Empfang. Wie kommt das?

Davon kann sich jeder selbst überzeugen. Nicht nur im Alltag, wenn das Handy plötzlich ein „E“ anzeigt für den Trödel-Mobilfunkmodus „Edge“ oder wenn gar kein Netz vorhanden sind, sondern auch durch einen Blick in entsprechende Onlinekarten. Die Mobilfunkanbieter wissen ganz genau, wo ihr Netz vorhanden ist und wo nicht.

Deshalb gibt es Onlinekarten, die den Versorgungsgrad ausweisen. Diese Karten können wir bei allen großen Anbietern im Internet nachschauen, da gibt es tatsächlich immer noch weiße Flecken. Mobilfunkanbieter haben eben nicht das Ziel, möglichst alle Menschen zu erreichen, sondern möglichst viel zu verdienen. Eine gute Versorgung eines Großteils des Landes reichs aus Sicht der Anbieter. Die letzten zwei, drei Prozent des Landes – viel mehr ist es nicht – mit Sendemasten zu versorgen, kostet mehr als es bringt. Es ist also reine Mathematik.

Free-Photos / Pixabay

 

Weiße Flecken sollen verschwinden

Jetzt hat die Landesregierung Absprachen mit den drei großen Mobilfunkanbietern Telekom, Vodafone und Telefonica Germany getroffen. Es sollen in NRW Tausende neue Masten aufgestellt werden.

Die Landesregierung will, dass Versorgungslücken geschlossen werden. In den nächsten zwei bis drei Jahren sollen deshalb in ganz NRW 1350 zusätzliche Masten aufgestellt werden, vor allem in ländlichen Gebieten. Außerdem haben sich die Betreiber verpflichtet, rund 5500 Masten zu modernisieren.

Diese Sendeanlagen bekommen mehr Kapazität und Bandbreite. Das bringt dann auch in Städten und Ballungsgebieten bessere Versorgung, denn auch hier steht es um den Mobilfunk keineswegs zum Besten. Durch chronische Überlastung stehen hier bei weitem nicht die Bandbreiten zur Verfügung, die LTE theoretisch bietet.

Die meisten Kunden surfen deutlich langsamer. Ziel ist, bis Ende 2019 etwa 99% aller Haushalte in NRW so mit LTE zu versorgen, dass „dass Telefonate und mobiles Internet weitgehend störungsfrei funktionieren“. Derzeit sind es 98%.

EvgeniT / Pixabay

Genehmigungsverfahren beschleunigen

Es ist komplizierter, als man denkt, schließlich müssen die Funkzellen ineinander greifen. Aber auch der administrative Aufwand ist hoch. Gewöhnlich vergehen wohl bis zu 24 Monate, bis ein Sendemast in Betrieb geht – schon allein wegen der Verwaltung und der Genehmigungen. Das soll sich verkürzen: Die Landesregierung hat zugesagt, die Genehmigungsprozesse auf unter 12 Monate zu drücken. Außerdem dürfen die Mobilfunkunternehmen künftig auch staatliche Behörden-Funkmasten in NRW mitnutzen. Auch das soll Beschleunigung bringen.

An so genannten „neuralgischen Punkten“ wollen die Betreiber für den Übergang mobile Basisstationen aufstellen. Das sind dann zwar auch Sendemaste, aber keine, die man an ein Gebäude montiert oder in die Erde rammt, sondern eine Art Anhänger, den man praktisch überall aufstellen kann. Natürlich muss die mobile Sendestation mit Energie versorgt werden, aber das reicht dann auch schon.

Der ein oder andere hat solche Stationen sicher schon mal gesehen, etwa auf Veranstaltungsgeländen. Dort werden solche Stationen schon mal aufgestellt, um den temporär erhöhten Bedarf abzudecken. Mit solchen Stationen können die Betreiber – wenn sie nur wollen – das Netz schnell und unkompliziert ausbauen.

Das nächste Mobilfunknetz 5G

Heute surfen wir mobil noch im LTE-Netz, aber der Nachfolger 5G steht bereits in den Startlöchern. Die Funkfrequenzen für 5G werden Anfang 2019 versteigert. Die Einnahmen, es wird mit Milliardenbeträgen gerechnet, fließen in die öffentlichen Kassen – sollen aber auch zum Giganetz-Ausbau verwendet werden. Nachdem die Frequenzen versteigert wurden, kann der Netzausausbai beginnen.

Hier müssen alle Mobilfunkanbieter wieder mächtig investieren, denn sie müssen neue Netze erstellen, nicht die bestehenden umstellen. Denn LTE wird parallel weiter betrieben. Wir brauchen 5G, weil in diesem Netz deutlich höhere Bandbreiten erreicht werden – und das ist für Dienste wie autonome Fahrzeuge erforderlich. Hier sind weiße Flecken tabu. Es muss in Deutschland und NRW in den nächsten Jahren also kräftig investiert werden.

WikimediaImages / Pixabay