Wie heißt das noch mal auf Französisch? Und was bedeutet es, wenn ein Italiener “Pronto” sagt – schön sauber oder bereit? Ja, im Urlaub braucht man noch ein bisschen öfter einen Dolmetscher oder ein Wörterbuch als sonst im Leben. Ein Glück, dass es Onlinedienste und Apps gibt, die einem helfen, sich in fremden Sprachen zurecht zu finden. Auch unterwegs.

Jedes Smartphone ist heute auch ein potenzieller Dolmetscher. Allzeit bereit, auch unterwegs einzelne Wörter oder komplette Sätze zu übersetzen. Ausreichend jedenfalls, um sich in einer fremden Sprache zu orientieren. Selbst was auf Karten oder Schildern steht, kann man mit Google Translate herausfinden. Einfach die Kamera drauf halten – fertig.

Mit der Kamera übersetzen: Durchaus praktisch

Wo eine Übersetzung per Kamera ist keine reine Spielerei. Es kann einem eine Menge Tipparbeit ersparen. Hat man zum Beispiel eine französische Speisekarte vor sich liegen, kann man damit – zumindest ansatzweise – herausfinden, was drauf steht. Ohne etwas eintippen zu müssen.

Sehr praktisch ist, dass man sich die fremdsprachigen Übersetzungen sogar vorlesen lassen kann. Prima, um andere Sprachen zu lernen – oder einfach, um es anderen Leuten im Ausland vorzuspielen.

Die Übersetzungs-App Bing Translate von Microsoft funktioniert ganz ähnlich – und ist ebenfalls kostenlos.

Und dann gibt es noch iTranslate. Diese App kostet 5 EUR im Monat, wenn man alle Funktionen nutzen möchte. Besonders gut ist meiner Ansicht nach hier die Übersetzungsfunktion für gesprochene Sprache.

Man kann sich damit wirklich ganz passabel mit anderen Menschen unterhalten. Auf der Straße. Im Cafe. Und: Das geht bei itranslate sogar offline, also ohne Internet. Man kann die nötigen Sprachen herunterladen. Das lässt die Gebühr angemessen erscheinen.

Grenzen und Tücken der Dolmetscher

Allerdings sollte man nicht glauben, dass Online-Dolmetscher perfekte Dolmetscher sind. Sie leisten ganz gute Übersetzungsdienste – sind aber weit davon entfernt, perfekt zu sein – wie der Düsseldorfer Kammerchor beweist.

Der Junge Kammerchor Düsseldorf hat sich einen besonderen Test ausgedacht. Der Chor hat Mendelssohns “Jagdlied” mehrfach durch den Online-Übersetzer Google Translate geschickt – und am Ende wieder ins Deutsche zurückübersetzt. Das Ergebnis: Befremdlich – aber witzig. Auf Pferden (Rössern) werden Beispiel Autos…

Man muss natürlich zur Ehrenrettung sagen: Der Text von Mendelssohn Jagdlied ist Altdeutsch. Der Sinn erschließt sich auf für deutsche Muttersprachler nur schwer. Daran beißen sich auch Profi-Dolmetscher die Zähne aus. Erst recht, wenn man von einer Sprache in die nächste übersetzt und sich so Übersetzungsfehler potenzieren.

Unterwegs im Urlaub wird man solche Texte wohl eher nicht übersetzen müssen, Ich empfehle, die Apps mal auszuprobieren, also Google Translate, Bing Translate und auch iTranslate und selbst herauszufinden, mit welcher App man auch in punkto Handhabung am besten klarkommt.

KI hilft beim Übersetzen

Damit die Übersetzungsdienste immer besser werden, kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Deep Learning. Die Dolmetscher lernen. Sie lesen Texte, Artikel, Bücher, E-Mails, Reden, Ansprachen – und die vorhandenen Übersetzungen von Menschenhand. Daraus lernen sie, was einzelne Wörter, Ausdrücke im Kontext bedeuten. Dadurch werden die Übersetzer immer besser.

Es gibt einen Übersetzungsdienst im Netz, der gilt als Geheimtipp. DeepL. Entwickelt hier bei uns in Deutschland – und weil er wirklich hervorragende Ergebnisse liefert.

DeepL setzt schon lange erfolgreich KI ein, um Texte zu übersetzen. Der Dienst spricht über 40 Sprachen und übersetzt präziser als andere. Seit einigen Tagen kann man auch Dokumente übersetzen lassen, etwa Word-Dokumente. Kostenlos bis zu einer bestimmten Länge – kostenpflichtig beliebig lange Texte. Das Ergebnis: Durchaus nützlich.

Die Industrie arbeitet bereits an Dolmetschern, die man sich ins Ohr stecken kann. So wie den Babelfisch aus Per Anhalter durch die Galaxis, der jede Sprache live übersetzen kann. Der kleine Ohrhörer übersetzt sofort, was gerade gesprochen wird. Noch ist das zwar nicht alltagstauglich – soll und wird aber ganz sicher kommen.