Internationale Funk Ausstellung. IFA. Früher ging es auf dieser Fachmesse in Berlin vor allem um Radio und Fernsehen. Um die Geräte, mit denen wir Radio hören und fernsehen. Um die Technik und Technologie. Um die Inhalte und Macher. Doch diese Zeiten sind vorbei. Heute dringt die Technik in alle Bereiche unseres Lebens ein – und die IFA gewährt Einblicke. Die Hersteller wollen uns am Anfang des Herbst zeigen, wohin die Reise geht, welche Rolle Technik, Computer, Mobilgeräte und Mobilfunk nehmen werden und könnten.

Auf dem Samsung-Stand habe ich einen der größten Fernsehgeräte der IFA gesehen. Keine Sorge, das muss sich niemand zu Hause hinstellen. Aner größer werden die Geräte auf alle Fälle.

85 Zoll, mittlerweile gar kein Thema mehr auf der Messe. Das heißt, eine Diagonale von über zwei Metern. 5 bis 15.000 EUR kosten solche Geräte, aber das ist der klare Trend: Immer größer.

8K statt Full-HD

Sie werden aber nicht nur immer größer, sondern bekommen auch eine immer bessere oder zumindest höhere Auflösung. Nicht mehr 4K als Obergrenze – das ist vier Mal Full-HD –, sondern 8K.

Da gibt es zwar praktisch noch keine Inhalte, nicht mal im Internet – aber die Industrie will, dass es weiter geht.

Smart Living

Fernseher – auf der IFA jahrzehntelang eins der wichtigsten Themen. Mittlerweile nur noch eins von vielen – das fast ein bissschen unterzugehen droht. Die IFA ist nämlich zu einer Art Heimelektronik-Messe geworden. Hier sieht man alles, was sich Privatleute so für zu Hause kaufen. Fernseher. Radio. Küchengeräte. Handys. Und die Geräte werden immer schlauer. Smart. Smart Living ist daher ein Stichwort.

Vom Smart Home wird schon lange gesprochen. Beleuchtung, Heizung. Alarmanlage. Wird alles zentral gesteuert und kontrolliert. Und das immer öfter nicht per Schalter oder App – sondern mit Hilfe Digitaler Assistenten. Smarter Lautsprecher. Es gibt bereits Dutzende Hersteller, die Lautsprecher mit eingebautem Google Assistant anbieten. Ein Luxushersteller hat auf der IFA ein Desgin-Modell mit eingebautem Google Home vorgestellt.

Manche vernetzen sogar ihre Babys. Ein taiwanesischer Hersteller bietet einen Sensor für Babywindeln an. Den kleben die Eltern auf die Windel – und können dann im Smartphone sehen, wie warm und feucht es gerade in der Windel ist. Das Smartphone warnt, wenn die Windel gewechselt werden muss.

Vernetzte Küchengeräte

Selbst Backöfen sind mittlerweile mit dem Internet verbunden. Per WLAN kann man dann sein Rezept hochladen und der Backofen, der macht dann schon. Oder auch die berühmten Kühlschränke, die vernetzt sind.

Manche haben eine eingebaute Kameras. Hier oben und an der Seite. Da kann man unterwegs per App gucken, was man noch im Kühlschrank hat – und dann bei Bedarf nachbestellen. Also alle Geräte sind mittlerweile vernetzt, wenn man das möchte.

Großer Nachteil: Alle Hersteller verwenden andere Standards. Dect, WLAN, Z-Wave. Teilweise verstehen sie sich nicht untereinander. Da müssen wir Konsumenten uns viel zu viele Gedanken machen.

Und: Es gibt auch ein erhebliches Sicherheitsproblem, sagen die Experten vom Chaos Computer Club. Denn wer sorgt dafür, dass die Geräte auf Dauer immer mit Sicherheits-Updates versorgt werden, damit Hacker da nicht reinkönnen.Viele Hersteller machen dann irgendwann Schluss und unterstützen die Geräte nicht mehr. Auch das ein großer Nachteil bei der vernetzten Heimelektronik.

KI und Roboter

Auch Künstliche Intelligenz und Roboter sind ein Thema auf der IFA. Aber komisch: Immer wenn ich Roboter auf einer Messe sehe, machen die verrückte Dinge. Sie tanzen. Bewegen sich. Wirklich ernsthaft ist das nicht – und mit KI hat das auch wenig zu tun.