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Online-Shopping: Sicher und legal im Netz einkaufen

12.09.2018 | Von Jörg Schieb

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Ohne Internet läuft heute fast nichts mehr. Wir recherchieren, kommunizieren und shoppen im und übers Netz. Der immer bessere Ausbau von Internetverbindungen und die Weiterentwicklung mobiler Geräte, über die wir nicht nur kommunizieren, sondern auch im Internet surfen können, gestaltet unser Online-Leben immer komfortabler.

Auch das Einkaufen erledigt vor allem die jüngere Generation inzwischen am liebsten im Netz. Das Angebot ist nahezu unbegrenzt. Die Preise Dutzender Produkte lassen sich mit wenigen Klicks vergleichen. Kundenrezensionen und Online-Bewertungen machen den Einkauf transparent. Darüber hinaus haben Online-Shops die Einschränkung des Einkaufserlebnisses durch Ladenöffnungszeiten obsolet gemacht.

Inzwischen sind die Serviceleistungen in Online-Shops, von den Lieferzeiten bis hin zu Versand- und Zahlungsmodalitäten und Retourenabwicklungen, so exzellent geworden, dass vor allem viele jüngere Menschen sich den Weg ins Ladenlokal schlicht und ergreifend sparen.

Allerdings stellt uns das Online-Shopping auch vor einige Herausforderungen im Hinblick auf die Sicherheit, und zwar die Sicherheit von persönlichen Daten, Waren und Geld. Das Thema Sicherheit kann im Online-Handel gar nicht hoch genug angesiedelt werden und deshalb haben sich schon viele kluge IT-Spezialisten eingehend damit beschäftigt.

Aber auch Verbraucher selbst können dazu beitragen, dass ihre persönlichen Daten wie Zahlungsinformationen, Anmeldedaten, PINs und Passwörter nicht in falsche Hände geraten und sie sich außerdem auch beim Einkauf im Internet immer auf legalem Terrain bewegen. So wird das Online-Shopping zur sicheren Angelegenheit.

Nicht bei Jedem kaufen

Zugegeben: Das Angebot an Internethändlern ist riesig. Es ist gar nicht so einfach, hier die seriösen Anbieter von den schwarzen Schafen zu trennen. Das A und O beim sicheren Einkauf im Internet ist und bleibt aber nun einmal die Wahl des Händlers. Hier sollten Verbraucher lieber zweimal hinschauen und sich ganz genau informieren, wem sie ihren Einkauf und damit auch ihre persönlichen Daten für die Kaufabwicklung anvertrauen.

Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) hat auf seiner Internetseite BSI für Bürger detaillierte Informationen darüber zusammengestellt, wie Verbraucher seriöse Händler im Internet erkennen und sie bereits vor dem Kauf von den immer wieder auftauchenden Fake-Shops unterscheiden können.

Ein besonders sicherer Weg, um seriöse Anbieter zu identifizieren, sind die Gütesiegel, die europaweit für Online-Händler vergeben werden. Besonders häufig werden diese vier Gütesiegel vergeben:

  • Trusted Shops
  • TÜV Süd Safer Shopping
  • Internet Privacy Standards
  • Geprüfter Online-Shop

Aber auch den Gütesiegeln sollten Verbraucher beim Online-Shopping nicht uneingeschränkt vertrauen. Die Maßstäbe, die bei der Prüfung angelegt werden, können von Anbieter zu Anbieter stark variieren. Darüber hinaus prüfen die Unternehmen, die hinter den Prüfsiegeln stehen, nur den Online-Shop an sich sowie den Bestell- und Zahlungsprozess auf Legalität und Sicherheit im Netz.

Auf der Internetseite der Initiative D21, die speziell für den Entwicklung von Qualitätskriterien der Internet-Gütesiegel gegründet wurde, können Verbraucher sich eingehend über die Hintergründe und Qualitätsstandards informieren, die den einzelnen Gütesiegeln zugrunde liegen.

Medikamente und Co.: Legaler Einkauf in der Online-Apotheke

Der Handel mit Medikamenten ist seit jeher ein eher heikles Thema. So manches Mittel gibt es rezeptfrei und muss nicht unbedingt in einer Apotheke verkauft werden. Vor allem Medikamente auf pflanzlicher Basis oder Vitaminpräparate sind vielfach auch in Drogeriemärkten oder im Lebensmittelhandel frei erhältlich.

Für viele Medikamente gilt in Deutschland allerdings Rezeptpflicht und das bedeutet, dass nur zertifizierte Apotheken sie gegen Vorlage eines vom Arzt ausgestellten Rezeptes herausgeben dürfen.

Die Richtlinien bezüglich Medikamenten und ihren Inhaltsstoffen werden in Deutschland sehr streng gehandhabt. So manches Mittel, das in unseren europäischen Nachbarländern auch ohne Rezept über den Ladentisch geht, ist hierzulande nur schwer zu bekommen.

In Deutschland sind verschiedene Medikamente aufgrund der darin enthaltenen Stoffe, Stoffgruppen oder Zubereitungen nicht zugelassen, weil diese unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) fallen. In deutschen Apotheken dürfen sie deshalb nicht verkauft werden.

qimono / Pixabay

 

Wie sieht es aber bei Apotheken mit dem Versandhandel aus? Im Jahre 2004 ist das so genannte Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) in Kraft getreten, das den Handel mit sämtlichen in Deutschland zugelassenen Arzneimitteln erlaubt.

Das Gesetz erweitert ein Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2003, das nur den Internethandel mit rezeptfreien Medikamenten zulassen wollt, die Regelung im Einzelnen aber in die Hände der EU-Mitgliedsstaaten legte. Heute dürfen öffentliche Apotheken mit einer speziellen Versandhandelserlaubnis rezeptpflichtige und frei verkäufliche Medikamente auch über das Internet vertreiben.

Mitte 2015 wurde zur Sicherheit der Verbraucher zusätzlich festgelegt, dass Versandapotheken ein EU-Sicherheitslogo in ihrer jeweiligen Landessprache auf ihrer Homepage ausweisen müssen. Das in Deutschland zu hinterlegende Logo ist per Link mit dem Versandhandelsregister des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information verbunden. Verbraucher können sich dort detailliert über die registrierten Versandapotheken informieren und sich auch über einen Link zu den nationalen Registern der anderen EU-Mitgliedsstaaten weiterleiten lassen.

Capri23auto / Pixabay

 

Am 13. 07.2018 ist die Änderung des Betäubungsmittelgesetzes in Kraft getreten, nach der zwei synthetische Cannabinoide als neue Stoffe in die Liste der begrenzt erlaubten Betäubungsmittel aufgenommen wurden. Damit wurde eine weitgreifende Gesetzeslage geschaffen, die es auch in Deutschland ansässigen Ärzten und Apotheken ermöglicht, medizinisches Cannabis zur Behandlung bestimmter Krankheitsbilder zu verschreiben beziehungsweise zu vertreiben.

Das Thema Cannabis in der Medizin war lange Zeit sehr umstritten. Auch wenn medizinische Forschungen bereits die Wirksamkeit einzelner im Cannabis enthaltenen Stoffe bei der Behandlung verschiedener Krankheitsbilder unterstützen, war es in Deutschland lange Zeit nicht möglich, Cannabis zu medizinischen Zwecken legal zu erwerben und zu konsumieren. Grundsätzlich fällt in Deutschland der Anbau, der Besitz, der Handel und der Konsum von Cannabis in jeglicher Form, auch die Verwendung einzelner Pflanzenteile, unter das Betäubungsmittelgesetz.

Bereits 2009 wurde eine erste Ausnahmeregelung zu medizinischen Zwecken im Gesetz verankert. Seit März 2017 ist der Konsum von Cannabis als Medikament auch in Deutschland erlaubt. Bislang werden Medikamente auf Cannabisbasis in Deutschland nicht vertrieben.

Bis 2019 soll dies aber auch möglich sein. Bislang haben Patienten die Möglichkeit, entsprechende Medikamente auf Rezept ganz legal über den Internethandel zu beziehen. Die EU-Richtlinie über den freien Handel mit rechtmäßigen Waren stellt dies sicher. Detaillierte und relevante Informationen über die Gesetzeslage zum Internethandel mit Cannabis sind online nutzerfreundlich aufgearbeitet.

Jeden Bestellprozess absichern

Ganz gleich, welche Waren über das Internet bestellt werden und welcher Warenwert dahinter steckt: Es ist immer ratsam, jeden einzelnen Bestellprozess abzusichern. Das gilt zunächst natürlich für die vertragliche Seite des Internetkaufs. Ein Kaufvertrag sollte immer schriftlich bestätigt werden, damit beide Seiten im Falle einer rechtlichen Auseinandersetzung eine Basis haben, auf die sie zurückgreifen können.

Darüber hinaus sollten Bestellungen nur in einem Shop aufgegeben werden, der dem Kunden seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen und vor allem die Details zum Widerrufs- und Rückgaberecht frei zugänglich macht. Verbraucher sollten sich die wesentlichen Vertragsbedingungen zumindest beim ersten Einkauf in einem Internet-Shop sorgfältig durchlesen, bevor sie einen Bestellprozess anstoßen.

Neben der vertragsrechtlichen Seite sollte aber auch der technische Ablauf stimmen, damit ein Einkauf im Internet sicher bleibt. Experten raten, jede Transaktion, bei der persönliche Daten übermittelt werden, nur über eine SSL-Verschlüsselung durchzuführen.

Bru-nO / Pixabay

 

Das bedeutet, dass der Online-Händler für den Bestellprozess einen Server zur Verfügung stellen sollte, der mit einem gültigen SSL-Zertifikat versehen ist und dem Verbraucher damit ein Höchstmaß an Sicherheit für seine persönlichen Daten bietet. Wird vom Server im Verlauf des Bestellprozesses eine Meldung ausgegeben, nach der das SSL-Zertifikat des Servers nicht mehr gültig ist, sollten Verbraucher den Bestellprozess lieber abbrechen und den Online-Shop melden. Hier könnte möglicherweise eine erhebliche Sicherheitslücke bestehen.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, Interneteinkäufe nicht über ungesicherte WLAN-Verbindungen, zum Beispiel im Straßencafé abzuwickeln. Hier werden Gästen zwar häufig kostenlose Internetzugänge angeboten, die Sicherheitsvorkehrungen lassen dabei aber häufig zu wünschen übrig. Besser ist es, sämtliche Bestellprozesse, bei denen eine Übermittlung persönlicher Daten erforderlich ist, aus einem gesicherten Netzwerk heraus abzuwickeln. Wer trotzdem nicht darauf verzichten möchte, auch unterwegs bequem im Internet einzukaufen, sollte zumindest sicherstellen, dass das mobile Gerät mit einem optimalen Schutz gegen Viren, Cyberangriffe und Phishing ausgestattet ist. Natürlich sind entsprechende Schutzprogramme nur hilfreich, wenn sie immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet…

Dieses alte Sprichwort gilt auch beim Online-Shopping. Bei der Vielfalt an Angebote, die das Internet bietet, geht leicht der Überblick verloren. Einkaufsentscheidungen sollten trotzdem immer gut überlegt sein. Da die persönliche Beratung beim Einkauf im Internet zwangsläufig wegfällt, sollten Verbraucher sich auf anderem Wege informieren. Besonders hilfreich sind Kundenrezensionen und Testberichte auf unabhängigen Bewertungsportalen. Auch Testreihen der Stiftung Warentest können hilfreiche Anhaltspunkte für die Wahl des richtigen Produktes liefern.

Grundsätzlich gilt beim Online-Shopping: Vergleichen, vergleichen, vergleichen. Das Internet bietet die Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit auf eine Vielzahl an Informationen zuzugreifen. Von dieser Option sollten Online-Shopper bei jedem Einkauf und jeder Online-Auktion so ausgiebig wie möglich Gebrauch machen.

 

 




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