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Warum KI keine Probleme löst, sondern vermutlich sogar welche schafft

16.10.2018 | Von Jörg Schieb

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Künstliche Intelligenz (KI) ist gerade das „Buzzword“: Selbst auf der Photokina wurde mit KI geworben. Angeblich macht die selbst lernende Software aus Kameras Wunder-Kameras. Doch man sollte die Kirche besser im Dorf lassen. Denn auch KI kann keine Probleme lösen – sie schafft sogar neue.

Ich denke gerade viel über Künstliche Intelligenz (KI) nach. Die Zeiten zwingen uns regelrecht dazu, schließlich kommt immer öfter KI zum Einsatz. Erst lautstark – etwa, als die Maschine zum ersten Mal besser das Brettspiel „Go“ spielte als der Mensch. Oder lautlos, etwa wenn Maschinen unsere Kreditfähigkeit bewerten oder für uns entscheiden, welche Inhalte wir zu sehen bekommen. Heute schon ist KI überall – wir bekommen es nur kaum mit.

Seanbatty / Pixabay

 

Bedenken gegen KI sind verständlich – und gesund

Viele Menschen haben Angst vor KI. Manche nur latente, andere ausgepärgte Angste. Das ist ein verständlicher und auch gesunder Reflex, denn KI ist völlig intransparent. Selbst die programmierenden Experten verstehen ihre Systeme irgendwann nicht mehr – und beherrschen sie auch kaum. So manches KI-System hat sich schon verselbständigt. Ein KI-System von Facebook hat eine eigene Sprache entwickekt.

Die Menschen wissen nicht, welche Daten die Maschinen ansammeln und was sie damit anstellen. Oder sie fürchten um ihre Jobs. Alles sehr wohl begründete Sorgen. Die zentrale, alles entscheidende Frage ist aber: Ist KI gut für uns? Ich fürchte: Nein.

Denn warum entwickeln Menschen eigentlich KI-Systeme? Die psychologischen Hintergründe scheinen eindeutig: Wer ein KI-System erschafft, macht sich unsterblich. Der „Nachwuchs“ lernt ständig dazu, wächst über sich hinaus (zumindest ist das das Ziel). Die reine Freude für jeden Narzissten – und genau das ist die Motivation der meisten KI-.Entwickler.

Julia Krüger fordert: Wir sollen wissen, was KI macht

Die wahren Probleme werden nicht gelöst

Wer nun argumentiert: KI-Systeme können Krankheiten heilen, bessere Therapien entwickeln oder andere Herausforderungen meistern, dem sei gesagt: Und dann? Wenn erst mal Maschinen individuelle Therapien vorschlagen, wird schon bald kein Arzt mehr wagen, diese Therapien vom schlauesten Mediziner der Welt in Frage zu stellen und davon abzuweichen. Faktisch entscheiden dann also Maschinen, was mit uns passiert. Irgendwann ist das dann selbstverständlich. Erstrebenswert?

Abgesehen davon werden nicht die eigentlichen Probleme angegangen, sondern es wird lediglich an den Symptomen herumgedoktert. Was könnten und sollten wir tun, um gesünder zu leben, die Umwelt sauber zu halten, und damit Krankheiten zu vermeiden statt zu heilen. Wie schaffen wir es, dass die Medizin endlich die Psychologie ernst nimmt, gar in den Vordergrund stellt? Das sind die wirklich relevanten Fragen – hier besteht Handlungsbedarf. Haben wir mehr KI, wird davon vermehrt abgelenkt.

Wir sollten uns also häufiger die Frage stellen: Was bewirkt KI – nicht: Was kann KI? Und lösen wir damit die tatsächlichen Probleme, die wir haben? Ich denke: Nein. Wir schaffen eher neue.




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