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Mensch, Roboter: Ausstellung im Heinz Nixdorf Forum (HNF)

27.10.2018 | Von Jörg Schieb

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Im Heinz Nixdorf Forum gibt es eine neue Ausstellung namens „Mensch, Roboter“, die Besucher mit den schwierigen Themen Robotik und KI vertraut machen will. Klar, dass ich mir das direkt angeschaut habe.

Alexa: Wann ist Jörg Schieb geboren? Siri: Erinnere mich an meinen Zahnarzttermin in zwei Wochen. Solche Aufgaben können Digitale Assistenten heute problemlos erledigen. Im Hintergrund werkelt KI. Künstliche Intelligenz. Aber wie geht es weiter mit der KI – und kommen womöglich irgendwann Roboter zu uns ins Haus? Größtes Computermuseum der Welt

Größtes Computermuseum der Welt

Das Heinz Nixdorf Forum in Paderborn ist das größte Computermuseum der Welt. Nirgendwo sonst kann ich mir alte Taschenrechner anschauen. Oder alte Rechenmaschinen. Oder überhaupt so viel über die Geschichte der Computer erfahren. Klasse.

Mittlerweile gehören auch Künstliche Intelligenz – kurz: KI – und Roboter zu unserem Alltag. Deswegen gibt es im Heinz Nixdorf Forum eine neue Ausstellung. Sie will zeigen, was hinter diesen modernen Technologien steckt, was heute schon und in Zukunft alles möglich ist.

Beispiel: Roboter. Sie schuften längst nicht mehr nur in Werkhallen, sondern erobern auch unser Zuhause. Ein Roboter, der in der Ausstellung steht, macht erst ein Foto von mir – und zeichnet mich dann. Das Ergebnis sieht etwas eigenwillig aus. Aber das Beispiel soll zeigen: Roboter können sehr gefühlvoll sein. Sogar zeichnen.

Warum humanoid? Wir akzeptieren Roboter dann eher

Was mir auffällt: Viele der Roboter haben menschliche Züge, sehen aus wie wir – humanoid, sagen die Experten. Zum Beispiel Nadine: Ein Roboter für den Empfangsbereich. Nadine soll freundlichen Fragen von Besuchern beantworten.

Doreen Hartmann hat die Ausstellung zusammengestellt. Von ihr will ich wissen, ob das ein Trick ist: Akzeptieren wir Roboter leichter, wenn sie aussehen wie wir?

Doreen Hartmann sagt: „Man versucht ihnen wirklich Emotionen mitzugeben. Da scheiden sich die Geister, inwiefern das funktioniert, inwiefern das sinnvoll und nützlich ist. Aber die Idee ist dabei schon, dass sie mit uns den Alltag bestreiten und man so versucht, dass sie ein angenehmer Begleiter sein können.“

Leicht nachvollziehbar: Ein Roboter, der zwar zeichnen kann, aber aussieht als käme er vom Fließband, holt sich niemand nach Hause. Oder diesen Kollegen, der KI-gesteuert Muster in den Boden fegt.

KI in unserem Alltag

Viel mehr Einfluss auf unser Leben hat die KI. Die Künstliche Intelligenz. Auch darum geht es in der neuen Ausstellung: Was kann KI – was macht sie mit uns? Anschauliche Beispiele sollen zeigen, was heute schon geht. Zum Beispiel eigenständig Muster erkennen. Das Alter von Passanten schätzen. Wir merken es kaum, aber KI ist längst überall. Nicht nur im Internet.

Dr. Jochen Viehoff, Physiker und Chef des HNF, habe ich nach den Chancen und Risiken von KI. Er sagt: „Die großen Chancen stecken natürlich in einem wirtschaftlichen Wachstum, den man damit generieren kann. dass man neue Geschäftsmodelle umsetzen kann. Wir haben in der industriellen Produktion. Aber wir haben natürlich auch die Möglichkeit, unsere Gesellschaft insgesamt weiterzuentwickeln. Ob in der Bildung, im täglichen Leben, da gibt es viele Bereiche.“

Die Gefahren von KI? Zum Beispiel Überwachung

KI soll schlauer werden als der Mensch. Irgendwann. Aber natürlich möglichst bald. Das macht Künstliche Intelligenz aber schwer bis gar nicht beherrschbar. Darüber machen sich nur wenige der Entwickler Gedanken. Kein Wunder, dass viele Menschen Sorge haben. Vor allem in der Überwachung könnte KI eingesetzt werden, befürchtet Dr. Viehoff.

Ein großes Thema ist seiner Ansicht nach die Überwachung: „Sie wissen, was in China bereits möglich ist, dass die KI-Systeme dort zwei Gesichter aus zwei Milliarden identifizieren können. Also man hat ein Videobild und kann in Echtzeit zwei Personen aus einem Bild mit hundert Personen aus zwei Milliarden herausfiltern. Und man weiß sofort, wer wo ist. Also in der Überwachungsmöglichkeit, das sehe ich ein Feld, das unbedingt gute politische Rahmenbedingungen bekommen muss.“

Nicht alle Themen ausgelotet

Welche Rolle Roboter und KI gesellschaftlich spielen, ob sie Arbeitsplätze wegnehmen, welche Folgen das hat – und ob und wie wir das verhindern können, ist in der neuen Ausstellung kein Thema. Darum muss sich die Politik kümmern – und zwar dringend. Denn eins macht die Ausstellung in Paderborn deutlich: Die Zukunft ist keine Zukunft mehr. Sondern längst Gegenwart.




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