Router für den Internetzugang: Auf was kommt es an?

von | 03.12.2018 | Hardware

Wer zu Hause online gehen möchte, braucht zwei Dinge unverzichtbar: Ein Vertrag mit einem Telekommunikationsunternehmen – und entsprechende Hardware. Ein Router. Viele DSL-, Glasfaser- und Kabelanbieter stellen dem Kunden einen Router. Doch seit dem Ende des Routerzwangs könnt ihr in der Regel frei wählen, welcher Router es sein soll.

Wichtig zu wissen: Der bereitgestellte Router muss keineswegs das beste Modell sein und auch nicht den eigenen Ansprüchen genügen. Aber was bedeutet das? Was sollte ein Router heute können, außer Geräte via WLAN oder LAN mit dem Internet zu verbinden?

succo / Pixabay Welcher Router ist der Richtige? Was sollte so ein Gerät können?

 

Verschlüsselungs- und Zugangsmanagement

Grundsätzlich ist es beim Router schon so, dass der Preis über die bereitgestellten Funktionen und damit auch über das Maß an Sicherheit entscheidet.

Wer den Router vom Anbieter mietet, hat oft sogar die Auswahl zwischen einem „0815-Modell“ und einer anspruchsvolleren Variante, zum Beispiel der Fritz!Box 7530 AX oder neueren Modellen. Solche Geräte sind je nach Modell ab etwa 150 Euro erhältlich – wobei die neuesten Wi-Fi 7 Geräte deutlich teurer sind.

Wer selbst für die Bereitstellung des Routers sorgt, hat natürlich die Qual der Wahl. Vom simplen Router bis hin zum Mesh-System oder Gaming-Router bietet der Handel alles Mögliche an. Wichtig sind dennoch einige Elemente, die der Router aufweisen sollte:

  • Zugang Damit ist nicht der bloße Zugriff der im Haushalt vorhandenen Geräte auf den Router gemeint, sondern die Möglichkeit, Gastzugänge anzulegen. Diese sind immer dann sinnvoll, wenn über den Router ganze Smart Home-Systeme oder diverse Streaming-Geräte verwaltet werden. Soll der Gast zwar das WLAN nutzen können, aber nicht auf eure Netzwerk-Festplatte, Smart-TV oder den Drucker zugreifen können, ist der Gastzugang perfekt. Private Bereiche des Hausnetzes werden virtuell somit verschlossen.
  • Anschlüsse Router bieten WLAN, aber auch LAN-Anschlüsse. Moderne Geräte haben oft Gigabit-Ethernet-Ports oder sogar 2,5-Gigabit-Anschlüsse. Es sollte vor dem Routerkauf stets geschaut werden, ob und welche Geräte via LAN angeschlossen werden. Gerade beim 4K/8K-Streaming macht LAN großen Sinn, auch Gamer wissen das kabelgebundene Internet aufgrund der niedrigeren Latenz zu schätzen.
  • Telefonie Da analoge Anschlüsse praktisch nicht mehr existieren, muss der Router die IP-Telefonie (VoIP) unterstützen. Auch hierfür muss der Router geeignet sein und entsprechende Anschlüsse besitzen. DECT-Unterstützung für schnurlose Telefone ist heute Standard.
  • Sicherheit Der Router funkt die Signale nicht nur innerhalb der Wohnung oder des Hauses. Ein Teil der Signale ist auch außerhalb erreichbar. Das kann jeder für sich selbst testen: Ist das Smartphone mit dem WLAN verbunden, muss nur das Haus verlassen werden. Wenn das Signal abbricht und auf 5G umgestellt wird, befindet man sich außer Reichweite des Routers. Dieser Fakt bietet natürlich auch Nachbarn oder Angreifern die Möglichkeit, auf das Netzwerk zuzugreifen – und das kann gefährlich sein. Daher muss die Übertragung verschlüsselt sein. Eine WPA3-Verschlüsselung ist heute Standard und sollte mindestens vorhanden sein. WPA2 gilt mittlerweile als veraltet.

Wi-Fi 6E, Wi-Fi 7 und Mesh-Systeme

Die Router-Technologie hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Wi-Fi 6E und das neueste Wi-Fi 7 bieten deutlich höhere Geschwindigkeiten und bessere Leistung bei vielen gleichzeitigen Geräten:

  • Wi-Fi 6E Nutzt zusätzlich das 6-GHz-Band und reduziert Überlastungen im 2,4- und 5-GHz-Bereich erheblich. Besonders in dicht besiedelten Gebieten mit vielen WLAN-Netzwerken ein echter Vorteil.
  • Wi-Fi 7 Bietet theoretisch bis zu 46 Gbit/s und ist besonders für 8K-Streaming, VR-Anwendungen und professionelles Gaming interessant. Allerdings sind kompatible Endgeräte noch rar.
  • Mesh-Systeme Für größere Wohnungen oder Häuser sind Mesh-Systeme oft die bessere Wahl als einzelne Router mit Repeatern. Sie bieten nahtlose Abdeckung und intelligentes Roaming zwischen den Knoten.

Einstellmöglichkeiten in puncto Geschwindigkeit

Grundsätzlich möchten wir alle eine möglichst hohe Internetgeschwindigkeit, stabile Gespräche ohne Abbrüche und ganz allgemein möglichst wenig Probleme mit den Verbindungen. Aus diesem Grund wird ein guter Anschluss gewählt.

Doch wenn die Verbindungsdaten später abgerufen werden, kommt oft das böse Erwachen: Am PC oder Laptop kommt gar nicht die Geschwindigkeit an, die eigentlich bestellt wurde. Das kann durchaus an falschen Einstellungen liegen:

  • VoIP-Gespräche Das Problem kennt jeder. Die Verbindung hakt, bricht ab oder der Empfänger hört einen selbst nicht richtig. Das kann daran liegen, dass die QoS-Einstellungen im Router nicht korrekt sind. In den Quality-of-Service-Einstellungen sollte daher die Internettelefonie priorisiert werden.
  • TV und Streaming Wer auch das TV übers Internet empfängt oder viel streamt, kann die obige Einstellung auch für das Fernsehen festlegen. Bei IPTV und 4K-Streaming wird über die Einstellungen Video-Traffic vor allen anderen Übertragungen berücksichtigt.
  • Gaming-Modus Moderne Router bieten spezielle Gaming-Modi, die Latenz reduzieren und Bandbreite für Spiele reservieren. Adaptive QoS erkennt automatisch Gaming-Traffic und priorisiert ihn entsprechend.
  • Smart QoS Intelligente Router können heute automatisch erkennen, welche Anwendung wie viel Bandbreite benötigt und entsprechend verteilen. Machine Learning optimiert dabei kontinuierlich die Verteilung.

Die Geschwindigkeit lässt sich aber – gerade beim WLAN – auch auf anderen Wegen verbessern. Gerade bei Mietroutern oder den bereitgestellten recht einfachen Geräten können WLAN-Repeater oder besser noch Mesh-Systeme schon Wunder bewirken. Dasselbe gilt für moderne WLAN-Adapter mit Wi-Fi 6/6E-Unterstützung.

Ansonsten gilt, dass sich für einige Geräte durchaus die LAN-Verbindung lohnt:

  • Gaming Das Gerät, mit dem Videospiele gespielt und gestreamt werden, ist besser mit einem LAN-Kabel verbunden. Bei E-Sports ist jede Millisekunde wichtig.
  • 8K-TV und Streaming Auch hier hat das Kabel den Vorteil. Die Kabelvariante unterliegt einfach weniger Störeinflüssen und bietet konstante Geschwindigkeit.
  • Home Office Videokonferenzen und Cloud-Anwendungen profitieren von der stabilen Kabelverbindung, besonders bei Upload-intensiven Tasks.

Weitere wichtige Aspekte

Und was ist noch wichtig, um den gekauften Router in Schuss und auf dem neuesten Stand zu halten? Da gibt es mehrere Aspekte:

  • Automatische Updates Moderne Router sollten automatische Firmware-Updates unterstützen. Diese halten den Router nicht nur auf einem aktuellen Stand, sie sind auch ungemein wichtig für die Sicherheit. Router ohne regelmäßige Updates werden schnell zur Sicherheitslücke.
  • Admin-Passwort Das Standard-Passwort für die Router-Verwaltung muss immer geändert werden. Viele Angreifer kennen die Standard-Zugangsdaten und können so leicht in euer Netzwerk eindringen.
  • WLAN-Passwort Auch dieses Passwort sollte stark sein. Hier empfehlen sich Passwörter mit mindestens 20 Zeichen, die aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. WPA3 macht Brute-Force-Angriffe deutlich schwerer.
  • Kinderschutz und Zeitsteuerung Viele Router bieten umfangreiche Kinderschutz-Funktionen, mit denen bestimmte Webseiten blockiert und Nutzungszeiten limitiert werden können. Diese können auch an spezifische Geräte gekoppelt werden.
  • IoT-Geräteschutz Mit der wachsenden Zahl an Smart Home-Geräten wird die Netzwerksicherheit immer wichtiger. Moderne Router können IoT-Geräte in separaten Netzwerken isolieren.
  • VPN-Server Viele aktuelle Router können als VPN-Server fungieren, sodass ihr von unterwegs sicher auf euer Heimnetzwerk zugreifen könnt.


Mit dem richtigen Router lässt sich die eigene Internetverbindung sicherlich beschleunigen.

Fazit – den Router optimal nutzen und schützen

Es ist wichtig, den Router vor fremdem Zugriff zu schützen – und natürlich, die eigene Empfangsqualität auf einem oberen Level zu halten. Über die Einstellungen des Routers lässt sich grundsätzlich viel regeln. Wer selbst einen Router kaufen möchte, sollte unbedingt auf moderne Verschlüsselung (WPA3), Wi-Fi 6/6E-Unterstützung und die gewünschten Features achten.

Bei der Router-Wahl 2026 solltet ihr auch auf Zukunftssicherheit setzen: Wi-Fi 7-Unterstützung, ausreichend LAN-Ports (idealerweise 2,5 Gigabit), regelmäßige Firmware-Updates vom Hersteller und gute Mesh-Erweiterbarkeit. Gerade mit vielen Smart Home-Geräten und der steigenden Anzahl gleichzeitiger Videostreams wird ein leistungsstarker Router zur Notwendigkeit.

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am 06.03.2026