WLAN absichern: SSID verstecken als zusätzliche Sicherheitsebene

von | 30.04.2019 | Netzwerk, Tipps

So sicher ihr euer WLAN auch konfiguriert: Lücken gibt es immer, und damit auch Möglichkeiten für Unbefugte, auf euer Netzwerk und damit sowohl die Internetverbindung als auch die Daten zuzugreifen. Das passiert in vielen Fällen dadurch, dass die Angreifer eine Kerninformation bereits haben: Den Namen eures WLANs. So müssen sie nur noch das Kennwort knacken, und schon ist es passiert. Eine zusätzliche Sicherheitsebene ist das Abschalten der Übermittlung des WLAN-Namens, der so genannte SSID Broadcast.

geralt / Pixabay

 

Bei den meisten Routern – von der aktuellen FritzBox bis zu Netgear, TP-Link oder ASUS-Geräten – findet ihr diese Option bei den erweiterten Netzwerkeinstellungen im Bereich Netzwerk/WLAN oder unter „Wireless Settings“. Dort befindet sich entweder eine Option, die SSID (den WLAN-Namen) zu verbergen, oder aber eine angehakte Option, diesen zu übertragen. Moderne Router bezeichnen diese Funktion oft als „WLAN-Name verbergen“ oder „Hide Network Name“. In welcher Kombination auch immer: Schaltet die Übertragung der SSID aus.

Wie effektiv ist das SSID-Verstecken wirklich?

Keine Sorge: Alle Geräte, die das WLAN bereits „kennen“, finden es auch weiterhin. Das liegt daran, dass die Kopplung auch über die MAC-Adresse des Routers und nicht nur über die SSID stattfindet. Das WLAN reagiert also noch auf die SSID, auch wenn es sie nicht mehr anzeigt, und der Client kann es über die MAC-Adresse immer noch „sehen“.

Allerdings solltet ihr wissen: Das Verstecken der SSID ist mehr „Security through Obscurity“ als echte Sicherheit. Professionelle Tools wie Wireshark, Aircrack-ng oder Kismet können versteckte Netzwerke trotzdem aufspüren, da bei jeder Datenübertragung die SSID mit gesendet wird. Die Maßnahme hält also hauptsächlich Gelegenheits-Schnüffler und weniger versierte Nachbarn fern.

Moderne Herausforderungen und Alternativen

Manche SmartHome-Geräte, IoT-Sensoren oder ältere WLAN-Repeater können Probleme mit versteckten Netzwerken haben und erfordern eine neue Verbindung. Besonders Amazon Echo, Google Nest oder günstige China-Gadgets sind hier manchmal zickig.

Effektiver für die WLAN-Sicherheit 2026 sind andere Maßnahmen:
WPA3-Verschlüsselung verwenden (falls der Router es unterstützt)
Starke Passwörter mit mindestens 15-20 Zeichen aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen
MAC-Adress-Filterung für besonders sensible Bereiche
Gäste-WLAN für Besucher und IoT-Geräte einrichten
Regelmäßige Firmware-Updates des Routers

Neue Geräte mit verstecktem WLAN verbinden

Um ein neues Gerät in das versteckte WLAN zu bringen, geht ihr in dessen WLAN-Einstellungen. Egal, welches Betriebssystem das Endgerät hat: Es gibt unter den angezeigten WLAN-Namen immer noch eine Option für die manuelle Auswahl. Bei iOS heißt diese Anderes…, bei Android oft Netzwerk hinzufügen und bei Windows Verstecktes Netzwerk.

Gebt den Namen eures WLANs exakt ein (Groß-/Kleinschreibung beachten!), wählt unter Sicherheit die verwendete Verschlüsselung – im Jahr 2026 sollte das WPA3 oder mindestens WPA2 sein – und gebt dann das Passwort ein. Voilà: Schon seid ihr verbunden, ohne dass ein Außenstehender das WLAN überhaupt in der Liste sehen kann.

Router-spezifische Einstellungen

Bei FritzBox-Routern findet ihr die Option unter „WLAN > Funknetz“ als „Name des WLAN-Funknetzes sichtbar“. Bei Netgear-Geräten meist unter „Wireless Settings > SSID Broadcast“. TP-Link versteckt es oft unter „Advanced > Wireless > Hide SSID“.

Fazit: Sinnvolle Ergänzung, aber kein Allheilmittel

Das Verstecken der SSID ist eine sinnvolle zusätzliche Hürde im Sicherheitskonzept, aber verlasst euch nicht allein darauf. Kombiniert es mit starken Passwörtern, aktueller Verschlüsselung und regelmäßigen Sicherheits-Updates. So macht ihr es Angreifern deutlich schwerer, ohne eure eigene Nutzung wesentlich zu erschweren.

Zuletzt aktualisiert am 05.03.2026