Jetzt in der Reise- und Urlaubszeit werden noch mehr Fotos gemacht als sonst ohnehin schon. Mit dem Smartphone. Aber auch mit der Kamera. Früher gab es etliche Wochen später dann einen Dia-Abend. Heute ist das anders: Da landen die Fotos im Netz. Sofort. Damit andere sie sehen können – oder auch für einen selbst. Als Backup. Da lohnt mal ein genauerer Blick auf die Frage: Wie sicher ist die Cloud eigentlich?

Hand aufs Herz: Auch meine Urlaubsfotos landen teilweise in den Sozialen Netzwerken und/oder in der Cloud. In der Cloud sowieso – das passiert ja nahezu automatisch. Und in den Sozialen Netzwerken oder mit der Familie geteilten Alben landen ausgewählte Fotos. Klar.

 Es ist klug, sehr sorgfältig auszuwählen, welche Bilder man in die Sozialen Netzwerke stellt. Nicht nur, weil dann alle sehen, wo man ist – und mit wem man unterwegs ist. Sondern vor allem, weil auch Facebook, Instagram und Co. das dann mitbekommen – und das viel genauer als jeder Mensch. Bei jeder Aufnahme, die hochgeladen wird, weiß Facebook sofort, wo das Bild entstanden ist – und wann.

Und wo es hochgeladen wurde. Außerdem haben Facebook, Google und Co. auch Gesichtserkennungs-Software im Einsatz. Sie bekommen also genau mit, wer da in den Fotos auftaucht. Wer ein Foto mit Freunden hochlädt, der entscheidet quasi auch für seine Freunde, dass diese Infos im Netz landen – und die großen Onlinedienste Bescheid wissen.

Was die Cloud-Dienste über mich erfahren

Aber das ist nur bei den Sozialen Netzwerken so, nicht, wenn ich meine Fotos bei iCloud, Google Drive, Google Fotos und Co. hochlade?

Bei den Cloud-Diensten ist es im Grunde ganz genauso. Allerdings kann man – zumindest offiziell – einstellen, ob die Gesichtserkennung zuschlagen soll oder nicht. Aber wir kennen das aus der Foto-App vom iPhone:

Die erkennt ziemlich präzise, wer auf den Bildern zu sehen ist. Google Fotos ganz genauso. Und die Cloud-Dienste stellen auch schon mal gerne automatisch kleine Animationsfilmchen zusammen: „Dein Wochenende in Hamburg“ oder „Deine Reise nach Mallorca“. Es ist Wahnsinn, was die alles mitkriegen. Wir gehen also besser mal davon aus, dass das alles nicht gerade privat ist.

Es geht auch privat – und sicher

Wer es lieber privat hat, sollte die Fotos in einem Cloud-Laufwerk ohne Foto-Gedöns gespeichert werden. Google Drive zum Beispiel – oder beim schweizer Dienst pCloud. Da kann man seine Daten sogar verschlüsseln. Allerdings ist dieser Cloud-Dienst kostenpflichtig – das sollte es einem aber wert sein.

IWer seine Fotos auf einem Cloud-Laufwerk speichert, verstaut die Aufnahmen deutlich sicherer als nur im eigenen Smartphone oder auf der eigenen Speicherkarte. Denn Cloud-Dienste sind gut gepflegt und machen meist automatisch Backups, je nachdem, wo man seine Daten ablädt. Aber es kann auch hier vorkommen, dass Fotos oder Daten versehentlich gelöscht werden.

Der Schweizer Cloud-Dienst von Swisscom – extrem seriös, Speicherort Schweiz – hat gerade erst versehentlich Fotos und Videos von mehrere hundert Kunden unwiderruflich gelöscht. Aus Versehen. So etwas passier.

Aber Dienste wie Google Fotos sind schon praktisch: Da bekommt man unbeschränkt Speicherplatz für alle Fotos. Als Backup-Medium für die eigene Fotosammlung ist das nicht schlecht.