Künstliche Intelligenz wird uns gerne als Allheilmittel verkauft: Damit lassen sich angeblich knifflige Probleme der Wissenschaft lösen, KI soll uns im Alltag unterstützen und sogar im Smartphone nützlich sein. Aber stimmt das überhaupt? Einer aktuellen Studie zufolge wird KI In Wahrheit vor allem zur Überwachung eingesetzt.

KI ist am Ende nichts anderes als Mustererkennung – das kann KI wirklich sehr gut. Zeigt das Bild einen Löwen oder eine Schmusekatze? Ein Auto oder einen Bus? Eine Karotte oder einen Apfel? Eine Person auf der Fahndungsliste oder einen unbescholtenen Bürger? Für KI ist es am Ende alles dasselbe… KI funktioniert sehr effektiv bei der Bilderkennung und kann daher heute zu durchaus erschwinglichen Preisen zur Gesichtserkennung eingesetzt werden, auch im Öffentlichen Raum.

KI-Systeme erkennen mit einer vergleichsweise hohen Trefferquote Menschen im Vorübergehen…. Ein paar installierte Kameras reichen aus. KI erkennt aber auch „verdächtiges Verhalten“: Bewegt sich jemand ungewöhnlich auf dem Bahnsteig, wirkt jemand nervös, steht jemand in einer verdächtigen Ecke? KI ist gewissermaßen die ideale Technologie für alle mit Überwachungsphantasien: Blitzschnell, lernfähig, recht zuverlässig und 24/7 im Einsatz.

Studie belegt: KI zur Massenüberwachung

Und diese Technologien werden immer häufiger eingesetzt. Nun gibt es eine Studie, die untersucht hat, wie häufig solche Technologie zum Einsatz kommt. Das Ergebnis ist erschreckend.

Die Denkfabrik „Carnegie Endowment for International Peace“ hat das untersucht. Mindestens 75 von 176 untersuchten Ländern verwenden KI-Systeme, um breite Bevölkerungskreise zu überwachen. 64 Länder nutzen demnach Videoüberwachung mit biometrischer Gesichtserkennung. Am Berliner Bahnhof Südkreuz gibt es auch eine Testanlage in Deutschland. Außerdem setzen 52 Länder auf „intelligente Unterstützung“ der Polizeiarbeit. Gemeint ist damit „Predictive Policing“: Hier wird KI eingesetzt, um mögliche Schwerpunkte von Kriminalität vorherzusagen: Indem aktuelle Geschehnisse ausgewertet werden. Vorreiter ist China.

China exportiert Massenüberwachung

In China kommen verschiedene Aspekte zusammen. China investiert sehr viel Geld in KI, mehr als alle anderen Nationen. Gleichzeitig finden Unternehmen hier ideale Bedingungen vor, um ihre Systeme auszuprobieren: China führt eine Massenüberwachung in den Städten ein. Überall Kameras, die mit Gesichtserkennung verbunden sind. Niemand wagt in China, sich dagegen zu wehren.

Dadurch können die Unternehmen in China perfekt experimentieren und ihre Systeme verbessern. In China werden Systeme eingeführt, um die Bevölkerung komplett zu überwachen: Wer bei rot über die Ampel geht, wird öffentlich diffamiert – und bekommt Strafpunkte aus seinem Sozialkonto (Social Scoring). Diese Systeme werden „immer besser“ – und nun auch weltweit verkauft und eingesetzt. Solche Systeme chinesischer Firmen wie Huawei oder ZTE sind bereits in 63 Staaten weltweit im Einsatz. Aber auch US-Unternehmen sind nicht untätig und rüsten auf.

Überwachung in Deutschland

Bei uns kommt so etwas bislang nur vereinzelt zun Einsatz – und eher nicht zur Massenüberwachung. Aber experimentiert wird bereits, etwa am Bahnhof Südkreuz in Berlin. Außerdem sollten wir unsere Digitalen Assistenten nicht vergessen. Unternehmen wie Amazon, Google, Apple und Microsoft bieten solche Assistenten an – und sie werden immer häufiger genutzt. KI soll unser Leben erleichtern. Doch in Wahrheit werden Daten en masse gesammelt – zur Geschäftsoptimierung, zumindest bei Amazon und Google ist das so. Auch eine Art von Massenüberwachung.