Harddisk

Gestern lief die Festplatte noch. Doch heute erkennt sie Windows nicht mehr. Was zu tun ist, damit der Datenträger wieder im BIOS auftaucht und/oder das Betriebssystem sie wiedererkennt und Sie erneut Zugriff auf Ihre Daten erhalten, erklären wir hier.

Festplatten müssen grundsätzlich im BIOS des PC, Notebooks oder Servers angezeigt oder adressiert werden können, um im Anschluss unter Benutzung des Betriebssystems, auf diesen Daten abspeichern zu können. Normalerweise geschieht das, indem man ein Dateisystem anlegt. Das gilt für sämtliche Betriebssysteme. Lässt sich ein PC oder Notebook plötzlich nicht mehr hochfahren und ist die Meldung „No Boot Device found“ zusehen, dann sollte die Fehlersuche im BIOS des Geräts beginnen.

Dort am besten überprüfen, ob die betroffene Platte innerhalb der angezeigten angeschlossenen Geräte / Devices erscheint. Trifft das nicht zu, sollte man die Anschlüsse und sowohl das Datenkabel als auch das Stromkabel am Plattenanschluss auf Schäden oder Kontaktprobleme überprüfen.

Wird eine funktionsfähige Festplatte nicht mehr vom Betriebssystem erkannt und erscheint nicht im BIOS, ist sie häufig ernsthaft beschädigt. Betroffene Nutzer sollten dann vorerst, im Rahmen der Fehlersuche, überprüfen welches Problem vorliegt.

Was ist der Fehler?

Tritt keine Verbesserung ein, sollte sich der Nutzer auf das jeweilige Fehlerbild der Platte konzentrieren:

Gibt die defekte Platte klickende oder klackernde Geräusche von sich, so sind das erste Indizien für einen schwerwiegenden mechanischen Defekt. In dem Fall heißt es Vorsicht walten zu lassen und nichts Unüberlegtes tun.

Schleifende oder kratzende Geräusche an einer Festplatte sind dagegen sehr ernst zu nehmen, weil es sich meist um einen direkten Kontakt der Schreib-/Leseeinheit mit den rotierenden Magnetscheiben im Innern der Festplatte handelt.

Startet die Hard Disk nicht und der Motor dreht sich nicht mehr, kann das mehrere Gründe haben. In vielen Fällen liegt das an Überspannungsschäden, die in einem Kurzschluss auf der Platine münden.

Oft entsteht Festplatten-Ausfall oder -Defekt wegen elektrischen Überspannungsschäden oder eines zu frühen Ausschaltens des PC oder Notebooks.

Ist das Kabel schon etwas älter und wurde öfters geknickt, kann es sein, dass die Leitungen gebrochen sind, was von außen nicht sichtbar ist. Tauschen Sie in dem Fall das Kabel dann aus.

Fehler können aber auch inkompatiblen Festplatten auftreten – zum Beispiel, wenn die Hardware bereits etwas älter ist und Sie den PC nicht zusammen mit der Festplatte erworen haben.

Läuft die Festplatte gar nicht mehr, können Sie sich an den Hersteller wenden, falls Sie noch Garantie oder Gewährleistung haben. Dann bekommen Sie häufig eine neue.

Die Festplatte wird vom Betriebssystem nicht mehr erkannt, erscheint aber im BIOS

Wird die HDD im BIOS des Systems noch erkannt und angezeigt, aber es kann seitens des Betriebssystems kein Datenzugriff auf sie mehr erfolgen, kann das auch auf ein logisches Problem hindeuten. Dann sollte man mehrere Möglichkeiten überprüfen:

  • Prüfen Sie die SMART Parameter und Meldungen bevor Sie versuchen die Platte auszulesen und wiederherzustellen.
  • Prüfen Sie potentiell defekte Sektoren im Master Boot Record (MBR) der Platte. Dabei helfen Monitoring Tools, die die SMART Parameter der HDD auslesen. Jedoch sind SMART Parameter nicht immer exakt.
  • Prüfung Sie, ob das MBR versehentlich gelöscht wurde, etwa beim Ändern oder Löschen von Partitionen bzw. Eigenschaften von Partitionstabellen
  • Prüfen Sie, ob gegebenenfalls ein Befall durch Viren, Würmer oder Trojaner (Ransomware) vorliegt.
  • Sie könnten auch Software und Programme zur Wiederherstellung verlorener Daten nutzen. In dem Fall empfiehlt es sich vor einem Rettungsversuch eine sektorbasierte Kopie des Datenträgers anzufertigen um im Anschluss den Wiederherstellungsversuch imagebasiert durchzuführen. Damit vermeiden Die potentielle Fehler, die den Originalzustand des zu rettenden Mediums in Gefahr bringen.

Defekte Festplatte ausbauen

Um Ihre geliebten Daten von Ihrer Festplatte zu retten, müssen Sie die Festplatte an einen anderen Rechner anschließen. Zuvor müssen Sie die Festplatte allerdings ausbauen.

  • Entfernen Sie sämtliche Kabel vom Rechner und schalten Sie den Netz-Schalter aus.
  • Jetzt lösen Sie die Schrauben hinten am Gehäuse und nehmen die Abdeckung ab.
  • Entfernen Sie Strom- und Verbindungs-Kabel von der Festplatte.
  • Dann lösen Sie die Schrauben zwischen Festplatte und dem Gehäuse.
  • Entnehmen Sie die Festplatte sowie die beiden zugehörigen Kabel. Sie brauchen diese für den Anschluss an dem anderen Computer.
  • Stecken Sie die Festplatte an einen freien Steckplatz am Mainboard. Sie müssen sie nicht verschrauben, es reicht, wenn die Platte waagerecht und sicher liegt.

Defekte Festplatte auslesen

Haben Sie die Festplatte an einen anderen Computer angeschlossen, können Sie sie jetzt beim nächsten Start auslesen.

  • Drücken Sie die Windows-Taste und E gleichzeitig, um den Explorer zu öffnen. Dort wählen Sie die Festplatte aus.
  • Sollten Sie nicht auf die Festplatte zugreifen können, müssen Sie die Rechte ändern.
  • Haben Sie Zugriff auf die Festplatte, können Sie die Daten auf den Computer oder auf eine externe Festplatte übertragen.
  • Im Anschluss haben Sie die Möglichkeit die Festplatte zu formatieren, sodass Sie Windows erneut installieren können.

Führen die eigenständig durchgeführten Diagnosen zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis und ist keinerlei Verbesserung in Sicht, können nur noch professionelle Datenretter helfen. In einer Datenrettungsfirma sind Profis am Werk, die wissen, was sie tun und über das entsprechende technische Know-how verfügen. Aber die Datenrettung ist selbst für erfahrene Techniker ein schwieriges und langwieriges Unterfangen und kann je nach Schwere des Schadens mehrere Werktage in Anspruch nehmen.

Wie hoch die Kosten für die Rettung Ihrer Daten ausfallen, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem kommt es auf die Art des Speichermediums und dem damit einhergehenden Aufwand an. Die Reparatur eines USB-Sticks ist etwa günstiger als die Rettung einer kompletten Festplatte. Die anfallenden Kosten betragen meist einige hundert bis 1.000 Euro.

Zudem ist die Art des Schadens entscheidend: Elektronische Defekte lassen sich leichter reparieren, während ein mechanischer Defekt einer Festplatte meist höhere Kosten im vierstelligen Bereich zur Folge hat.

Die hohen Kosten liegen am aufwändigen Verfahren der Datenwiederherstellung. Datenrettungen finden im sogenannten Reinraum statt – dabei handelt es sich um einen keim- und staubfreien Raum. Zur Bergung der Daten kommt unter anderem teures Equipment zum Einsatz. Eine Garantie für eine erfolgreiche Reparatur gibt es leider nicht. Es gibt auch Anbieter, die die Reparatur nur berechnen, wenn die Datenrettung erfolgreich verläuft.