Twitter hat so etwas ähnliches wie Stories eingeführt – das aber “Fleets” getauft.  Kleine Botschaften mit Fotos oder Videos, die nur 24 Stunden lang sichtbar sein sollen. Die Idee dahinter: Nicht alles ist für die Ewigkeit bestimmt. Obwohl Fleets in einigen Ländern schon lange getestet werden, hat es nun Probleme gegeben: Manche Fleets waren deutlich länger als 24 Stunden lesbar. Eine Panne.

Seit ein paar Tagen gibt es bei Twitter eine Funktion, die sich “Fleets” nennt (von Englisch “fleeting”, flüchtig), aber eigentlich besser “Twitter Stories” getauft worden wäre.

Denn das sind diese Twitter Fleets: Postings, die nach 24 Stunden wieder automatisch verschwinden, also nur zeitlich begrenzt existieren sollen. So, wie man das von Instagram Stories und Facebook Stories bereits kennt. Optisch ist die Bedienleiste am oberen Rand der Twitter-App von den Instagram Stories praktisch nicht zu unterscheiden.

Zwar kommen noch ein paar Funktionen dazu, etwa Sticker und Live-Übertragungen – dann sieht wirklich alles so aus wie auf Instagram. Aber so ist der Lauf der Dinge: Instagram, Twitter und Snapchat gucken sich stets ab, was beim anderen gut funktioniert – und werden einander so immer ähnlicher.

Tweets lassen sich als Fleet teilen

Länger verfügbar als vorgesehen

Allerdings gab es beim Start der Twitter Fleets eine Panne. Die Lebenszeit vieler Fleets war dann doch nicht wirklich auf 24 Stunden begrenzt. Wie ein findiger Twitter-User entdeckte, ließen sich Fleets über die Entwickler-Schnittstelle auch nach ihrem Verfallsdatum noch auslesen. Bedeutet: Die Fleets waren zwar nicht auf der Webseite oder in der Twitter-App zu sehen, wohl aber noch für andere Apps, die über eine offizielle Schnittstelle Twitter-Daten auslesen können.

Wie das Technikportal TechCrunch berichtet, wurden die Inhaber der Fleets auch nicht darüber unterrichtet, dass ihre Fleets gelesen wurden – und von wem. Eigentlich eine Standardfunktion der Fleets: Der Absender bekommt mit, wer seine Kurzbotschaften innerhalb der Verfügbarkeit liest.

Der Bug wurde mittlerweile behoben, wie Twitter mitgeteilt hat.

Fleets bleiben mindestens 30 Tage auf den Servern

Keine dramatische Sache. Aber peinlich – und unnötig, wenn man bedenkt, dass die Funktion monatelang in Italien, Brasilien, Südkorea und Indien getestet wurde. Eine solche Panne stärkt nicht unbedingt den Glauben daran, dass Fleets wirklich nach einem Tag wieder Geschichte sind – und sich in Wohlgefallen auflösen.

Ist auch nicht so. Technisch bleiben Fleets ohnehin 30 Tage auf den Servern gespeichert, wie das Unternehmen verrät – aus Sicherheitsgründen. Denn werden Regelverstöße entdeckt, muss der Betreiber der Sache nachgehen können.

Wann kommen Fleets von Donald Trump?

Nicht auszudenken, was einer wie Donald Trump mit dieser Funktion alles anstellen könnte: Kurze Botschaften, die nach 24 Stunden zumindest aus dem öffentlichen Blickwinkel wieder verschwinden – nachdem sie Staub aufgewirbelt oder Staatskrisen ausgelöst haben.

Ich bin nicht sicher, ob diese Fleets eine gute Idee sind.

Twitter erklärt, wie sich Fleets erstellen lassen