Datenschutz

Apple verstärkt seine Initiativen, Datenschutz und Privatsphäre für die User zu verbessern. iOS und MacOS sollen schon bald Funktionen bieten, um Apps besser kontrollieren zu können. Vor allem Tracker in Apps werden dadurch sichtbar – und können abgeschaltet werden, so der Plan.

Warum sind eigentlich so viele Apps kostenlos?

Diese Frage sollten wir uns unbedingt öfter stellen. Am besten jedes Mal, wenn wir mal wieder eine App herunterladen. Denn Apps zu entwickeln und zu betreiben, ist eine kostspielige Sache. Es muss schon gute Gründe geben, wieso eine App kostenlos abgegeben wird. Etwa Apps der Öffentlich-rechtlichen Sender, die über Gebühren finanziert werden.

Im Schnitt sechs versteckte Tracker pro App

Aber nicht so die vielen Games, Foto-Apps, Malprogramme, Spaß-Apps und Tools. Nicht wenige davon finanzieren sich über sichtbare Werbung. Manche aber auch, indem sie den Nutzer beobachten und klammheimlich Daten sammeln. Laut Apple enthalten Apps heutzutage durchschnittlich “sechs Tracker von anderen Unternehmen, deren einziger Zweck es ist, die Daten von Menschen zu sammeln und sie zu verfolgen”.

Diese Tracker sammeln unbemerkt persönliche Daten jeder Art. Diese Daten werden zusammengeführt, aggregiert und verteilt – und auf einem Milliarden-Markt zu Geld gemacht.

Google und Apple können Tracker einschränken

Das Problem: Wir User sind dem nahezu hoffnungslos ausgeliefert. Cookies müssen wir inzwischen abnicken, Tracker in Apps nicht. Die beiden Konzerne, die daran ganz wesentlich etwas ändern könnten, sind Google und Apple. Denn diese beiden betreiben die App-Stores, aus denen wir uns mit Apps bedienen.

Google wird nichts ändern wollen, denn Googles wesentliches Geschäftskonzept ist das Auswerten von Daten. Apple hingegen ist auf Werbegelder nicht angewiesen – und geht jetzt einen entschlossenen und sehr wichtigen und richtigen Schritt nach vorne. Apple will in allen eigenen Apps und Funktionen die Privatsphäre verbessern – aber auch in den eingesetzten Apps.

Apple führt Transparenz und Kontrollen ein

Seit einigen Wochen zeigen die App-Stores von Apple wichtige Informationen über Datenschutz und Privatsphäre. User erfahren im App-Store, welche Daten Apps erheben und verarbeiten. Was Tracker machen, erfahren wir hier nicht. Dagegen unternimmt Apple jetzt was. Ab den nächsten Beta-Versionen von iOS und MacOS verlangt die “App-Tracking Transparenz”, dass Apps die Erlaubnis des Nutzers einholen, bevor sie Daten über Apps oder Webseiten anderer Unternehmen hinweg verfolgen.

In den Einstellungen können Nutzer dann sehen, welche Apps die Erlaubnis zum Tracking eingeholt haben, und nach Belieben Änderungen vornehmen. Diese neue Anforderung wird im Frühjahr mit den kommenden Versionen von iOS 14, iPadOS 14 und tvOS 14 auf breiter Front eingeführt.

Apple kann das machen, denn Apple ist nicht auf Werbeumsätze angewiesen. Und die EU-Kommission könnte das Vorgehen zum Anlass für eine generelle Vorschrift nehmen.

Was jetzt schon geht: Abschalten der Trackingfunktion in iOS