Apple hat die User daran gewöhnt, für Musilk aus dem Internet Geld zu bezahlen. Später kam mit Apple Music auch ein eigener Streamingdienst dazu. Wie bei den meisten Streamingdiensten ist die Tonqualität längst nicht so gut wie eine CD. Doch das ändert Apple jetzt: Schon bald bietet Apple Music auf Wunsch eine Tonqualität, die besser ist als von CD.

MP3 ist ein Segen: Durch die Erfindung (übrigens eines Deutschen) kann Musik datentechnisch so gut “verpackt” werden, dass Musik und Sprache vergleichsweise wenig Speicherplatz verbrauchen – aber trotzdem gut klingen. Erst durch MP3 konnte Musik den Siegeszug im Netz antreten. Erst illegal – dann legal.

Musik, die Streamingdienste heute so verteilen, beruht noch weitgehend auf diesem Konzept: Die Musik kommt nicht in Top-Qualität an, sondern in nur in guter Qualität, aber in punkto Datenvolumen deutlich reduziert. Damit das mit dem Laden der Musik nicht zu lange dauert und das Speichern im Smartphone nicht zu viel Platz kostet.

Schnellere Datenleitung – aber keine bessere Musikqualität

Doch heute haben wir DSL mit mehreren MBit/Sekunde – und 4G oder sogar 5G. Auch im Mobilfunknetz werden Daten schneller übertragen als früher. Und Speicherplatz im Smartphone ist auch nicht mehr das Problem. Da sollte man meinen, wir könnten Musik heute quasi in 4K-Spitzenqualität hören.

Doch die traurige Wahrheit: Die meisten Streamingdienste bieten Musik immer noch in einer Tonqualität an wie früher. Akzeptabel – aber nicht der Knaller. Echte Musik-Fans, die gute von schlechter Soundqualität unterscheiden können, kommen da gerne schon mal die Tränen, weil so viele Feinheiten im Ton verloren gehen.

Deshalb bieten Streamingdienste wie Qobuz, Tidal und Amazon schon seit einer Weile Streaming-Musik in deutlich besser Hifi-Qualität an – mindestens wie auf CD. Aber mit preislichen Aufschlägen. Allerdings teilweise zum doppelten Preis (19,99 EUR im Monat).

Apple bietet HiRes Losless für alle Musiktitel – ohne Aufpreis

Jetzt hat Apple angekündigt, seinen Musikdienst Apple Music aufzubohren: Schon bald sollen alle 75 Millionen Songs bei Apple Music in hochauflösenden Musikformaten zu hören sein, “HiRes Losless Audio” genannt – und das ohne Aufpreis(!). Das ist schon eine kleine Sensation. Die anderen Anbieter werden da korrigieren müssen, wollen sie wettbewerbsfähig bleiben.

Außerdem sollen Tausende Songs “Dolby Atmos bieten”. Eine Art Raumklang. Manche Musiker nehmen ihre Musik heute im Studio auf diese Weise auf. Auch dieses Extra kommt ohne Zusatzkosten.

Frust: Moderne Apple-Hardware spielt nicht mit

Jetzt kommt aber ein Punkt, der viele Apple-Fans verzweifeln lassen wird: Moderne Kopfhörer von Apple wie die neuen AirPods oder sogar die 600 EUR teuren AirPods Max können die hoch aufgelöste Musik nicht abspielen. Grund: Bluetooth kann nicht so viele Daten übertragen (es sind mehr als 1 MBit/Sekunde nötig). Und es gibt auch keine Aussicht, dass sich das jemals ändern wird.

Sogar die HomePods, die Luxus-Lautsprecher von Apple (die allerdings wieder eingestellt werden), können das HiRes-Lossless-Format nicht spielen – obwohl sie nicht per Bluetooth, sondern im WLAN angesprochen werden. Lediglich Hardware wie Macs, iPads, iPhones und iPads können es – oder ein hochwertiger USB-Digital-Analog-Wandler, den man sich aber auch leisten können muss.

Echte Musik-Fans (und dazu gehöre ich), werden sich so etwas anschaffen – um die Musik zu würdigen. Denn Musik in MP3 zu quetschen und damit ihrer wundervollen Natur zu berauben, ist schon eine Quälerei. Das ist so, als ob man 4K-Videos gewohnt ist und dann Aufnahmen auf einer VHS-Kassette anschauen muss.

Doch viele sind mit MP3 groß geworden. Sie werden den Qualitätsunterschied wahrscheinlich sowieso nicht hören – oder nicht würdigen.

Welchen Einfluss hat Streaming auf das Klima?