Influencerin

Wenn Influencer für Geld Biontech verleumden

Eine PR-Agentur aus London spricht gezielt Influencer an – und bietet ihnen Geld an, wenn sie vor dem Impfstoff Biontech warnen. Einige haben das gemacht. Nach Recherchen scheinen russische Quellen dahinter stecken.

Mirko Drotschmann ist nicht nur Videoblogger und mit seinem Youtube-Kanal Wissen2Go für „funk“ der ÖRR sehr beliebt, sondern auch Influencer. Allerdings kein typischer. Er hinterfragt Dinge – und macht für Geld eben längst nicht alles. Vor einigen Tagen hat Mirko ein unmoralisches Angebot bekommen: Er sollte im Auftrag einer Agentur den Impfstoff von Biontech schlecht machen. Dafür wurde ihm Geld geboten.

Influencer erreichen oft Hunderttausende, manchmal Millionen Menschen – und sind deshalb begehrte Multiplikatoren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich PR-Agenturen bei Influencern melden und sie bitten, für Geld für Produkte zu werben. Ungewöhnlich ist allerdings, dass Influencer für Geld gezielt Desinformationen verbreiten sollen.

Aber genau das ist passiert: Eine PR-Agentur aus London, sie heißt „Fazze“, hat in den vergangenen Tagen diverse Influencer aus drei Kontinenten angesprochen – und ihnen Geld angeboten, wenn sie auf ihren Kanälen – etwa auf Youtube oder Instagram – gezielt Falschinformationen über den Impfstoff Biontech verbreiten.

Sie sollten behaupten, dass in ihrem Land eine große Zahl von Menschen an den Folgen einer Impfung mit Biontech gestorben seien – und dass sie sehr besorgt über diese Entwicklung seien. Also eine bezahlte Anti-Kampagne, die ganz bewusst für Unruhe und Verunsicherung sorgen soll.

Influencer

Zwei Influencer haben falsch berichtet

Mindestens zwei Influencer haben zugegriffen. Ein brasilianischer Influencer mit drei Millionen Abonnenten und ein indischer Influencer mit 500.000 Abonnenten haben berichtet.

Sie haben Tabellen mit Todeszahlen gezeigt. Angeblich seien deutlich häufiger Menschen nach einer Impfung mit Biontech gestorben als bei AstraZeneca. Zahlen, die offensichtlich die PR-Agentur aus London bereitgestellt hat. Die Influencer haben ein Passwort für einen geschützten Bereich auf der Webseite der Agentur erhalten, in dem Falschinformationen und Anweisungen für die Desinformation bereitgestellt worden.

Vakzine

Agentur hat russische Kundschaft

Ein starkes Stück.

Netzpolitik.org und das ARD-Magazin „Kontraste“ haben recherchiert. Es handelt sich offensichtlich um eine Scheinfirma, denn einen echten Firmensitz in Londo hat die Agentur nicht. Wie es aussieht, hat die Scheinfirma vor allem russische Kunden – und auch der Geschäftsführer scheint in Russland zu sitzen.

Keine Überraschung. Denn schon im April sind auf Twitter-Konten gezielt Bedenken gegen Biontech gestreut worden – damit der russische Impfstoff „Sputnik“ besser da steht. Es ist schwierig zu sagen, ob der Kreml dahinter steckt.

Aber russische Quellen stecken offensichtlich eindeutig dahinter. Wir müssen also feststellen: Es braucht nicht Facebook oder bezahlte Anzeigen in Sozialen Netzwerken, um gezielte Desinformation und Kampagnen zu verbreiten. Mittlerweile werden auch andere Tricks angewendet.

Influencer bewerben Crème mit Asbest

Influencer sind ja schwieriger zu kontrollieren als Werbeanzeigen auf Sozialen Netzwerken. Wie sehr kann man sich denn auf Influencer verlassen, dass sie Fakten-Checks machen und keinen Unsinn verbreiten?

Leider gar nicht. Ein Youtuber hat gerade einen sehr umfangreichen und aufwändigen Test gemacht: Er hat ein Pseudo-Produkt hergestellt, eine angebliche Gesichts-Crème – und die verschiedenen Influencerinnen angeboten. Er hat Geld angeboten, wenn sie die vollkommen wirkungslose Creme jubelnd vorstellen.

In Wahrheit Gleit-Crème. Auf dem Etikett standen die Inhaltsstoffe, darunter auch „Asbest“, „Uran“ und „Pipi-Kaka-Seed-Oil“. Das hat einige Influencerinnen aber nicht davon abgehalten, die Crème zu bejubeln. Was zeigt: Einige Influencerinnen und Influencer tun für Geld wirklich alles.

Es ist dringend nötig, hier was an den Regeln zu ändern. Influencer sollten ab einer bestimmten Zahl von Abonnenten auch in die Pflicht genommen werden. Sie müssen zB haften, dann würden sie einen solchen Unsinn nicht mehr verbreiten.

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