Meta Smart Glasses: KI-Brille mit Live-Übersetzung

von | 13.09.2021 | Hardware

Schicke neue Sonnenbrille hast Du da… Aber wieso leuchtet da vorne ein rotes Lämpchen? Diese Frage wird inzwischen öfter gestellt, denn Meta hat seine Kamerabrille weiterentwickelt und mit KI aufgerüstet. Was als James-Bond-Gadget begann, ist heute ein voll ausgestatteter KI-Assistent fürs Gesicht.

Fangen wir vorne an. Eine Kamerabrille von Meta – was hat sich seit dem Start 2021 getan?

Es war damals kein Scherz und ist heute Realität: Meta hat – gemeinsam mit RayBan – eine Kamera-Brille entwickelt, die inzwischen in der dritten Generation verfügbar ist. Die Ray-Ban Meta Smart Glasses kosten ab 329 EUR und sind längst auch in Deutschland erhältlich. Es gibt verschiedene Designs, aber sie alle haben zwei 12-Megapixel-Kameras vorne im Bügel versteckt – nach vorne blickend. Videos lassen sich in 1080p-Qualität bis zu 60 Sekunden am Stück aufnehmen.

Dazu reicht es, kurz den Bügel anzutippen oder „Hey Meta“ zu sagen, für den Fall, dass ihr eure Hände gerade nicht frei habt. Schon nimmt die Kamera Fotos oder Videos auf. Rund 100 Videos passen in den 32 GB Speicher – oder über 3000 Fotos. Sobald die Brille Kontakt zum Smartphone hat, lassen sich die Aufnahmen dort abliefern – und der Speicher ist wieder frei.

Stories mit Facebook View

KI-Assistent direkt im Gesicht

Doch das ist längst nicht alles: Die neueste Version der Brille hat Meta AI integriert. Das bedeutet: Ihr könnt die Brille fragen, was sie sieht. „Hey Meta, was ist das für ein Gebäude?“ oder „Hey Meta, übersetze diesen Text“ – und die KI antwortet direkt ins Ohr über die integrierten Lautsprecher. Das funktioniert sogar mit Live-Übersetzungen: Ihr hört spanischen Dialog und die Brille übersetzt simultan ins Deutsche.

Besonders praktisch: Die Brille kann QR-Codes scannen, Telefonnummern erkennen und direkt anrufen, oder euch beim Kochen helfen, indem sie Rezepte vorliest oder Zutaten identifiziert. Das ist schon ziemlich nah an dem, was Science-Fiction-Filme versprochen haben.

Die App heißt inzwischen Meta View und ist deutlich ausgereifter geworden. Anschließend lassen sich die Aufnahmen teilen, nicht nur auf Facebook, Instagram und WhatsApp, sondern auch auf TikTok, Twitter, Snapchat und anderen Netzwerken. Meta hat sich hier also offen gezeigt und keine künstlichen Grenzen gezogen.

Live-Streaming wird zum Standard

Ein Game-Changer ist die Live-Streaming-Funktion: Ihr könnt direkt von der Brille aus live auf Instagram oder Facebook streamen. Das ermöglicht völlig neue Perspektiven für Content Creator – von Extremsportarten bis hin zu Kochshows aus der Ich-Perspektive. Die Qualität ist dabei überraschend gut geworden.

Die Akkulaufzeit beträgt etwa 4-6 Stunden bei normaler Nutzung, das mitgelieferte Ladeetui verlängert sie auf bis zu 36 Stunden. Das ist praktikabel für den Alltag.

Datenschutz bleibt kritisches Thema

Wird die Video-Aufnahme in der Brille aktiviert, geht im Bügel eine kleine weiße LED an, damit die Menschen im Umfeld Bescheid wissen. Diese LED lässt sich nicht abschalten – Meta hat hier aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Trotzdem bleibt die Sorge, dass diese Brille diskret für Aufnahmen verwendet wird.

In Deutschland gelten strenge Datenschutzregeln: Heimliche Aufnahmen von Personen ohne deren Einverständnis sind illegal. Das gilt für Smartphones genauso wie für Smart Glasses. Die Brille macht es nicht illegaler – aber potenziell diskreter.

Sonnenbrille mit kameras

Der Markt ist erwacht

Es gab schon andere Brillen, eine von Google, eine von Snapchat – aber diesmal ist es anders. Meta hat durchgehalten und das Produkt kontinuierlich verbessert.

Die Google-Glass-Brille, die 2012 als Prototyp vorgestellt wurde, war ein anderes Konzept: Es war eine Datenbrille. Der Träger konnte durch die Brille die Welt sehen – und bekam gleichzeitig Daten und Informationen angezeigt. Doch man konnte mit der Brille auch aufnehmen – und das hat die Menschen gestört. „Dont be a glasshole“, hat es in den USA geheißen. Ein Wortspiel – sei kein A****loch – als Träger der Glass-Brille. Der Protest war so groß, dass die Brille wieder vom Markt genommen wurde.

2016 hat Snapchat eine Kamerabrille namens Spectacle auf den Markt gebracht, die vergleichbar mit der ersten Facebook-Brille war. Auch sie verschwand wieder vom Markt.

Die Zukunft trägt Smart Glasses

Heute sieht das anders aus: Apple arbeitet an einer eigenen Smart Glasses-Version, Google hat das Projekt wieder aufgenommen, und auch chinesische Hersteller wie Xiaomi und ByteDance investieren massiv in die Technologie. Der Markt für AR-Brillen soll bis 2030 auf über 50 Milliarden Dollar wachsen.

Meta hat einen Vorsprung, weil sie früh angefangen und durchgehalten haben. Die Ray-Ban Meta Smart Glasses sind inzwischen in über 15 Ländern verfügbar, auch in Deutschland. Die Akzeptanz steigt, weil die Brillen inzwischen wie normale Sonnenbrillen aussehen und echten Mehrwert bieten.

Die nächste Generation soll holographische Displays bekommen – dann wird aus der Kamerabrille eine echte AR-Brille. Bis dahin sind die aktuellen Smart Glasses ein interessanter Ausblick auf eine Zukunft, in der wir Technologie tragen, statt sie in der Hand zu halten.

Zuletzt aktualisiert am 24.02.2026