Fast jeder Shop oder Dienst im Internet erfordert ein Konto, in dem ihr eure Adress- und Zahlungsdaten hinterlegt. Das führt schnell dazu, dass ihr Zugangsdaten mehrfach verwendet. Als Alternative bieten viele Anbieter daher die Anmeldung über soziale Netzwerke oder Single Sign-On (SSO) an. Hier solltet ihr höchste Vorsicht walten lassen!
Die Idee ist simpel: Die sozialen Netzwerke nutzt ihr regelmäßig, kennt also die Zugangsdaten. Wenn ihr eure Passwörter regelmäßig ändert (was wir dringend empfehlen!), dann macht ihr das an einer zentralen Stelle, statt jede Seite einzeln aufrufen zu müssen.
Eigentlich also eine praktische Möglichkeit. Die hat allerdings erhebliche Risiken: Ihr müsst bei der Einrichtung des Nutzerkontos bei einer solchen Webseite einmal eine Anmeldung bei dem sozialen Netzwerk eurer Wahl durchführen. Dazu gebt ihr die Zugangsdaten ein.
URL-Prüfung ist überlebenswichtig
Kontrolliert hier unbedingt, dass die Anmeldemaske tatsächlich von dem sozialen Netzwerk stammt, das ihr ausgewählt habt, im Beispiel oben Facebook. Fake-Seiten können euch nach einem Klick auf Mit Facebook fortfahren eine täuschend echte Anmeldemaske von Facebook präsentieren, die aber in Wirklichkeit nur dazu da ist, eure Zugangsdaten abzugreifen.
Um das zu kontrollieren, könnt ihr euren Browser nutzen. Klickt im Anmeldebildschirm oben in die Adresszeile des Browsers und stellt sicher, dass die angezeigte Adresse tatsächlich zu dem sozialen Netzwerk gehört, über das ihr euch anmelden wollt! Bei Facebook muss dort „facebook.com“ stehen, bei Google „accounts.google.com“ und bei Apple „appleid.apple.com“. Ist das nicht der Fall, dann gebt keinesfalls irgendwelche Zugangsdaten ein!
Moderne Phishing-Angriffe werden raffinierter
2025 und 2026 haben Cyberkriminelle ihre Phishing-Methoden erheblich verfeinert. Sie verwenden mittlerweile KI-generierte Fake-Login-Seiten, die praktisch nicht mehr von den Originalen zu unterscheiden sind. Selbst die SSL-Zertifikate sehen echt aus. Besonders perfide: Manche Fake-Seiten leiten nach dem Datendiebstahl sogar zur echten Login-Seite weiter, sodass der Anmeldevorgang scheinbar normal funktioniert.
Social Login: Bequem aber riskant
Bei der Anmeldung über soziale Netzwerke gewährt ihr dem jeweiligen Shop oder Dienst Zugriff auf eure Profildaten. Das können Name, E-Mail-Adresse, Profilbild und oft auch Freundeslisten sein. Diese Daten landen dann in den Datenbanken des Anbieters – und ihr wisst nie genau, was damit passiert.
Bei Facebook-Anmeldungen kontrolliert regelmäßig über die Facebook-Sicherheitseinstellungen, welche Apps und Seiten euren Facebook-Account nutzen. Bereinigt diese Liste regelmäßig!
Apple Sign-In als sicherere Alternative
Apples „Sign in with Apple“ gilt als besonders datenschutzfreundlich. Apple kann dabei sogar eine Wegwerf-E-Mail-Adresse generieren, die Anfragen an eure echte Adresse weiterleitet. So bleibt eure richtige E-Mail-Adresse geheim. Außerdem verlangt Apple von Entwicklern minimale Datenweitergabe.
Google und Microsoft folgen nach
Google hat sein SSO-System 2025 ebenfalls überarbeitet und bietet jetzt mehr Kontrolle darüber, welche Daten geteilt werden. Microsoft mit seinem Microsoft-Konto zieht nach und ermöglicht granulare Berechtigungen pro App.
Passkeys als Zukunft der Anmeldung
Eine noch sicherere Alternative sind Passkeys, die Apple, Google und Microsoft gemeinsam vorantreiben. Dabei werden kryptographische Schlüssel statt Passwörter verwendet. Passkeys können nicht gestohlen oder erraten werden und funktionieren geräteübergreifend. Viele große Online-Shops wie Amazon, eBay und PayPal unterstützen Passkeys bereits.
Praktische Sicherheitstipps
- Verwendet wenn möglich einen Passwort-Manager wie 1Password, Bitwarden oder den integrierten Manager eures Browsers
- Aktiviert Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) bei allen wichtigen Accounts
- Prüft regelmäßig in euren Social-Media-Einstellungen, welche Apps Zugriff haben
- Löscht ungenutzte Verbindungen sofort
- Bei verdächtigen Login-Versuchen ändert sofort das Hauptpasswort
Fazit: Sicherheit geht vor Bequemlichkeit
Social Logins sind praktisch, aber ihr solltet sie nur bei vertrauenswürdigen Anbietern nutzen. Bei unbekannten Shops oder Diensten erstellt lieber ein separates Konto mit starkem, einzigartigem Passwort. Die paar Sekunden Mehraufwand können euch vor großem Schaden bewahren.
Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026


