Avatare sind das digitale Alter Ego im Metaverse (und in Games)

Metaverse: Was hat Meta da eigentlich vor?

Derzeit macht Meta viel Werbung: Sogar im Fernsehen bekommen Menschen Spots zu sehen, in denen für das Metaverse geworben wirbt. Da bekommen wir natürlich nur die Glanzseiten zu sehen. Was erwartet und wirklich?

Das Metaverse: Eine komplett virtuelle Welt, in der sich Menschen völlig frei bewegen und auch aussehen können wie sie wollen. Bislang war das ein Thema für einige wenige. Doch seit einigen Wochen schaltet Meta – wie Facebook seit einem Jahr heißt – Werbespots im Fernsehen, im Kino und schaltet Anzeigen in Zeitschriften. So kommen wir alle irgendwie in Berührung damit.

Diese Woche gab es die „Meta Connect“, eine Konferenz für Entwickler, die das Metaverse mitbauen wollen. Aber was ist das eigentlich genau, wem gehört es dieses Metaverse – und was kommt da möglicherweise auf uns zu?

VR-Spiele stellen eine besondere Herausforderung dar
VR-Welten stellen eine besondere Herausforderung dar

Metaverse: Virtuelle Welt mit viel Freiheit

Unter einem „Metaverse“ stellen sich die meisten ja eine virtuelle Welt vor, in der sie sich frei bewegen können – und vor allem daddeln, spielen kann. Liege ich da richtig?

Das ist jedenfalls schon mal nicht falsch. Games wie Fortnite, Roblox, Minecraft und einige andere Games gelten quasi als Vorreiter für das Metaverse. Denn in der Tat: Man interagiert mit anderen Spielern, die gleichzeitig in der virtuellen Welt unterwegs sind, man kann sich frei bewegen, Gegenstände bewegen, Dinge erschaffen, sein Aussehen bestimmen und vieles andere mehr. Diese Spielwelten existieren teilweise 24/7 – und entwickeln sich auch weiter, wenn man nicht gerade da ist.

Das Metaverse geht ein paar Schritte weiter: Während Fortnite und Roblox bislang getrennte Welten sind, soll es in einem Metaverse möglich sein, von einem in die andere Welt zu gehen. Und man sieht auch überall gleich aus, kann dasselbe T-Shirt tragen, dieselben Gegenstände besitzen. Das lässt das Herz eines jeden Gamers und VR-Fans höher schlagen.

Horizon Worlds: Der erste Metaverse-Dienst, der in den USA bereits am Start ist
Horizon Worlds: Der erste Metaverse-Dienst, der in den USA bereits am Start ist

Was Meta plant

Mark Zuckerberg sieht im Metaverse „the next big thing“. Meta-Mitarbeiter werden nicht müde zu betonen, dass sie denken, in Zukunft würde alles im Metaverse passieren. Der Nachfolger des mobilen Internet. Es soll virtuelle Räume für alles Möglich geben: Um sich mit Freunden zu treffen, für virtuelle Konzerte oder Veranstaltungen, natürlich auch für virtuelle Arbeits-Meetings. Da hat Meta gerade eine Kooperation mit Microsoft bekanntgegeben, die machen also mit. Und natürlich Spielen und Einkaufen.

Für die „echte“ Metaverse-Experience braucht man eine VR-Brille. Der verkauft Meta ja selbst: Die Quest 2 kostet 450 EUR, die neue Quest Pro sogar 1500 EUR.

Eine „Mixed Reality“ Brille: Da kann man die echte und die virtuelle Welt gleichzeitig sehen und miteinander verbinden. Die soll aber zunächst nicht in Deutschland zu kaufen sein, aus rechtlichen Gründen. 2030 erwartet Meta rund eine Milliarde Menschen im Metaverse, weltweit. Aber die Einstiegshürden sind hoch: teure Hardware, schnelle Internetverbindung, und interagieren geht ja nur, wenn andere dasselbe Equipment haben.

Tino Krause von Meta sagt: Es wird 10 Jahre dauern, bis sich das Metaverse flächendeckend durchsetzt
Tino Krause von Meta sagt: Es wird 10 Jahre dauern, bis sich das Metaverse flächendeckend durchsetzt

Kein Sprint, sondern ein Marathon?

Facebook hat vor einem Jahr seinen Namen geändert und das Metaverse-Zeitalter ausgerufen. Und jetzt feiert das Unternehmen, dass Avatare auch Beine haben. Nach einem Durchbruch klingt das nicht.

Das stimmt. Es ist interessant, dass es technisch wohl eine Herausforderung ist, Avatare mit Beinen zu versehen, die sich zumindest in etwa so bewegen wie die jeweilige Person hinter dem Avatar. Das müssen nämlich die VR-Brillen auch unterstützen. Dasselbe gilt für die Frage, dass auch Augenkontakt ermöglicht wird.

Das Metaverse entsteht nicht im Blitztempo. Überraschend war für mich auch – ich habe mit dem Europachef von Meta gesprochen, Tino Krause, dass die erst in 10, 15 Jahren mit einer wirklich relevanten Reichweite rechnen. Sie rechnen also auch selbst eher mit kleinen Schritten. Ungewöhnlich in der Digitalbranche. Aber Meta versucht erkennbar, große Teile des Metaverse-Spektrums abzudecken und dort die Kontrolle zu haben. Denn es gibt eine Menge zu verdienen.

Hoher Energieverbrauch

Vom Gaming weiß ich: Es kostet ganz schön viel Energie, diese virtuellen Welten zu bauen und anzuzeigen.

Das isrt beim Metaverse ähnlich.

Die User benötigen VR-Brillen, die eine Menge Energie verbrauchen. Auch das Bereitstellen von virtuellen Räumen ist aufwändig und benötigt enorme Ressourcen. Die unvermeidbaren Blockchains – also dezentrale Datenbanken – sind auch nicht sonderlich effizient. Chip-Hersteller Intel geht von einem 1.000-fach höheren Rechenaufwand aus – und damit auch Energieverbrauch.

Auf der anderen Seite lassen sich womöglich Reisen einsparen, für Meetings oder um einen Ort zu besuchen. Da wird in Zukunft eine Menge gerechnet werden müssen, um den CO2 Footprint auszurechnen. Mein Eindruck ist: Es verbraucht unterm Strich deutlich mehr Energie. Und das können wir uns aktuell ja nun wirklich nicht leisten. Weihnachtsbeleuchtung aus – aber Metaverse an? Kommt mir schräg vor. Es ist wichtig, viele Dinge im Metaverse zu regulieren. Rechtliche Aspekte, Datenschutz, was ist Privatsphäre in einem virtuellen Raum – aber eben auch, wie lässt sich das alles nachhaltig hinbekommen.

Metaverse: Was Meta vor hat (Interview) | Netzkenner Jörg Schieb

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