Apple AirPlay mit Android-Geräten nutzen

von | 15.10.2017 | Android

Mit einem Android-Smartphone etwas auf Apple-TV streamen? Das geht durchaus. Mit Hilfe spezieller Apps lässt sich eine Brücke zwischen iOS und Android bauen.Videos, Bilder oder Daten von einem Gerät auf das andere zu senden, ist längst Alltag geworden. Apple-Nutzer haben mit AirPlay eine vorinstallierte Funktion auf ihren Geräten. Was aber, wenn ihr zwar ein iPhone habt, euer Tablet aber unter Android läuft? Auch für diesen Fall gibt es mehrere Lösungen, denn die Nutzung des AirPlay-Dienstes ist nicht ausschließlich auf Apple-Geräte beschränkt.

Das Streaming-Verfahren, das hinter Diensten wie AirPlay steckt, ist weder exklusiv für Apple patentiert, noch sonderlich anspruchsvoll. Lediglich das Übertragungsprotokoll ist auf Apple-Geräte angepasst. Grundsätzlich kann es aber jedes Gerät nutzen, das technisch zum Streamen in der Lage ist.

Kodi als AirPlay-Empfänger

Damit Android- und Apple-Geräte miteinander kommunizieren können, bedarf es lediglich einer App, wie beispielsweise Kodi, die sich kostenlos im Google Play Store herunterladen lässt. Die Media-Center-Software hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und unterstützt mittlerweile auch AirPlay 2 – allerdings mit einigen Einschränkungen.

Installiert die App auf eurem Tablet oder Smartphone und öffnet die Einstellungen über das Zahnrad-Symbol in der oberen Menüleiste. Navigiert zu Dienste und dann zu AirPlay. Hier könnt ihr den Dienst aktivieren und zusätzlich einen Gerätename festlegen. Auf iPhone, iMac oder iPad wird euer Android-Gerät jetzt als AirPlay-Empfänger angezeigt.

Kodi funktioniert allerdings nur als Empfänger. Die Performance hängt stark von der Hardware eures Android-Geräts ab – ältere Modelle können bei hochauflösenden Videos ins Stocken geraten.

Android als AirPlay-Sender einrichten

Um selbst von eurem Android-Gerät über AirPlay etwas verschicken zu können, gibt es mehrere moderne Alternativen. Die App AirScreen hat sich als zuverlässige Lösung etabliert und wird regelmäßig aktualisiert. Eine weitere empfehlenswerte Option ist ApowerMirror, das sowohl AirPlay als auch andere Protokolle unterstützt.

Für reine Medien-Übertragung funktioniert auch weiterhin AllCast, auch wenn die Entwicklung etwas langsamer vorangeht. Nach der Installation sucht die App automatisch nach AirPlay-Empfänger-Geräten im selben WLAN-Netz. Gefundene Geräte werden in einer übersichtlichen Liste angezeigt.

Google Cast als Alternative

Eine noch elegantere Lösung ist Google Cast (ehemals Chromecast). Viele moderne Smart-TVs und Streaming-Geräte unterstützen sowohl AirPlay als auch Google Cast nativ. Besitzt ihr einen Chromecast oder einen kompatiblen TV, könnt ihr direkt aus Android-Apps heraus streamen – ohne Umwege über AirPlay.

Der Vorteil: Google Cast ist speziell für Android optimiert und bietet oft eine bessere Performance als AirPlay-Brücken-Apps. Zudem unterstützen mittlerweile viele Streaming-Dienste wie Netflix, YouTube oder Spotify beide Protokolle parallel.

DLNA als universelle Lösung

Für maximale Kompatibilität zwischen verschiedenen Herstellern und Betriebssystemen ist DLNA oft die beste Wahl. Apps wie BubbleUPnP oder Hi-Fi Cast nutzen diesen Standard und funktionieren mit praktisch allen modernen Geräten – egal ob Apple TV, Smart-TV, Spielkonsole oder Streaming-Box.

DLNA ist besonders für Musik und Fotos geeignet, während Video-Streaming je nach Codec-Unterstützung variieren kann.

Praktische Tipps für reibungsloses Streaming

Für die beste Erfahrung solltet ihr einige Punkte beachten: Stellt sicher, dass alle Geräte im selben WLAN-Netz sind und eine stabile Verbindung haben. 5-GHz-WLAN ist für HD-Videos deutlich besser geeignet als 2,4 GHz. Bei Problemen hilft oft ein Neustart des Routers oder der beteiligten Geräte.

Bedenkt auch, dass das Streaming über Apps wie Kodi mehr Akkuleistung verbraucht als native Lösungen. Für längere Sessions solltet ihr das sendende Gerät am besten ans Ladekabel hängen.

Fazit: Grenzen verschwimmen

Die Zeiten strikt getrennter Ökosysteme gehören zunehmend der Vergangenheit an. Auch wenn Apple seine proprietären Standards bevorzugt, lassen sich mit den richtigen Tools problemlos Brücken zwischen Android und iOS bauen. Je nach Anwendungsfall – ob Fotos, Videos oder Musik – stehen euch verschiedene zuverlässige Lösungen zur Verfügung.

Zuletzt aktualisiert am 01.04.2026