Meta Premium: So viel kostet Facebook und Instagram ohne Werbung 2026

von | 02.11.2023 | Social Networks

Der Meta-Konzern hat seine Pläne für werbefreie Plattformen deutlich erweitert. Was 2023 als EU-only Experiment startete, ist heute ein ausgereiftes globales Abo-System mit mehreren Varianten.

Die Zeiten, in denen Facebook und Instagram ausschließlich über Werbung finanziert wurden, sind vorbei. Meta bietet mittlerweile verschiedene Premium-Optionen an, die weit über das ursprüngliche werbefreie Erlebnis hinausgehen.

Meta Premium: Verschiedene Tarife für unterschiedliche Bedürfnisse

Das aktuelle Meta Premium-System bietet drei Hauptvarianten: Den „Ad-Free“ Tarif für 12,99 EUR monatlich (Web) bzw. 15,99 EUR (App), den „Enhanced“ Tarif mit erweiterten Features für 19,99 EUR und den „Creator Pro“ für Content-Ersteller ab 29,99 EUR monatlich.

Der Basispreis ist seit der Einführung 2023 gestiegen – damals waren es noch 9,99 EUR. Meta begründet dies mit deutlich verbesserten Features: Neben der werbefreien Nutzung gibt’s erweiterte Privacy-Kontrollen, priorisierte Kundenbetreuung und bei den höheren Tarifen zusätzliche Creator-Tools.

KI-Features exklusiv für Premium-Nutzer

Der große Game-Changer sind die KI-Features, die Meta ausschließlich Premium-Abonnenten zur Verfügung stellt. Dazu gehören erweiterte Meta AI-Funktionen für Content-Erstellung, automatische Post-Optimierung und personalisierte Analytics.

Besonders interessant: Premium-Nutzer können ihre Posts mit Meta AI automatisch für verschiedene Zielgruppen optimieren lassen und erhalten detaillierte Insights über die Performance ihrer Inhalte – Features, die früher nur Business-Accounts vorbehalten waren.

Die „Enhanced“ und „Creator Pro“ Varianten bieten zusätzlich Zugang zu experimentellen Features wie fortgeschrittene AR-Filter, erweiterte Live-Streaming-Tools und die Möglichkeit, eigene KI-Avatare zu erstellen.

App Store-Gebühren weiter problematisch

Die Preisunterschiede zwischen Web- und App-Abonnements sind geblieben und haben sich sogar verschärft. Apple und Google kassieren weiterhin 30% Provision bei In-App-Käufen, was Meta direkt an die Nutzer weitergibt.

Interessant: Meta hat mittlerweile alternative Zahlungswege eingeführt. Nutzer können Premium-Abos auch über externe Payment-Provider wie PayPal oder Stripe abschließen und dann in der App aktivieren – das spart die Store-Gebühren.

Rechtliche Entwicklungen verschärfen sich

Der Digital Services Act (DSA) und die Datenschutz-Grundverordnung haben weitere Verschärfungen erfahren. Meta muss seit 2025 noch transparenter über Datenverwendung informieren und Nutzern mehr Kontrolle geben.

Die EU-Kommission prüft aktuell, ob Metas „Pay or Consent“ Modell überhaupt rechtens ist. Kritiker argumentieren, der Konzern zwinge Nutzer faktisch zur Zahlung, da die kostenlose Version mit massiver Datensammlung verbunden sei.

Meta hat darauf reagiert und bietet seit Ende 2025 eine „Privacy Plus“ Option an: Nutzer können kostenlos bleiben, erhalten aber nur noch kontextuelle Werbung basierend auf dem aktuell betrachteten Content – ohne umfassendes Profiling.

Erste Zahlen zeigen gemischte Bilanz

Nach über zwei Jahren Premium-Angebot zieht Meta eine gemischte Bilanz. Etwa 8% der EU-Nutzer haben ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen – deutlich mehr als ursprünglich erwartet. Global liegt die Quote bei nur 3%, da das Angebot lange auf die EU beschränkt war.

Interessant: Die Conversion-Rate ist bei Nutzern über 35 Jahren deutlich höher. Jüngere Nutzer weichen teilweise auf alternative Plattformen wie BeReal, Discord oder TikTok aus, die (noch) keine Abo-Modelle haben.

Meta verdient pro Premium-Nutzer mehr als mit dem klassischen Werbemodell – das Unternehmen gibt die durchschnittlichen Einnahmen pro Premium-Kunde mit 22,50 EUR monatlich an, verglichen mit 18,30 EUR durch Werbung.

Konkurrenzdruck steigt

Andere Plattformen ziehen nach: YouTube Premium hat seine Features erweitert, Twitter/X bietet verschiedene Abo-Stufen, und selbst TikTok testet Premium-Features in ausgewählten Märkten.

Der Trend geht eindeutig zu hybriden Finanzierungsmodellen. Reine Werbe-Finanzierung wird schwieriger, da Nutzer zunehmend Ad-Blocker verwenden und Datenschutzgesetze strenger werden.

Ausblick: Weitere Änderungen erwartet

Meta plant für 2026 weitere Premium-Features: Erweiterte VR/AR-Integration für Quest-Besitzer, exklusive Events und Meetups für Premium-Nutzer und eine „Creator Economy“ Plattform, die eng mit den Premium-Tarifen verzahnt ist.

Die große Frage bleibt: Wird sich das Abo-Modell durchsetzen oder führen rechtliche Einschränkungen und Nutzerwiderstand zu grundlegenden Änderungen? Die nächsten Monate werden zeigen, ob Metas Strategie aufgeht oder das Unternehmen alternative Wege finden muss.

Klar ist: Die Ära der „kostenlosen“ sozialen Medien geht zu Ende. Nutzer müssen sich entscheiden – mit Geld, Daten oder Wechsel zu alternativen Plattformen bezahlen.

Zuletzt aktualisiert am 17.02.2026