Nach jahrelangem Warten ist es endlich da: Spotify hat 2024 sein Hi-Fi-Angebot „Spotify HiFi“ gelauncht und bietet seit 2025 verlustfreie Audioqualität für anspruchsvolle Hörer. Was das Premium-Feature kann und wie es sich gegen die Konkurrenz schlägt.
Ende 2024 war es endlich so weit: Spotify hat nach Jahren der Ankündigungen und falschen Starts sein Hi-Fi-Angebot unter dem Namen „Spotify HiFi“ offiziell eingeführt. Seit Anfang 2025 können Premium-Nutzer das Feature als kostenpflichtiges Add-on für 4,99 Euro monatlich hinzubuchen.
Spotify HiFi: Das bietet das Premium-Audio-Feature
Mit Spotify HiFi erhalten Nutzer Zugang zu verlustfreier Audioqualität mit bis zu 24-Bit/96 kHz – deutlich besser als die Standard-Premium-Qualität von 320 kbit/s. Der Unterschied ist vor allem mit hochwertigen Kopfhörern oder Lautsprechern deutlich hörbar: Instrumente klingen detaillierter, der Stereo-Raum wird präziser abgebildet.
Besonders clever: Spotify nutzt eine adaptive Streaming-Technologie, die je nach Internetverbindung automatisch zwischen verschiedenen Qualitätsstufen wechselt. Bei schwacher Verbindung wird die Qualität reduziert, um Unterbrechungen zu vermeiden – bei stabiler Leitung gibt’s den vollen Hi-Fi-Sound.
Ein weiteres Highlight ist die „Headphone Enhancement“-Funktion, die den Sound speziell für über 200 Kopfhörer-Modelle optimiert – von AirPods Pro bis zu High-End-Geräten von Sennheiser, Beyerdynamic oder Audio-Technica.
KI-Features und smarte Bibliotheksfunktionen
Spotify HiFi bringt nicht nur besseren Sound, sondern auch clevere KI-Features mit. Die „Smart Collections“-Funktion analysiert eure Musikbibliothek und erstellt automatisch Playlists nach Stimmungen, Genres oder Aktivitäten. Morgens gibt’s energiegeladene Tracks für den Start in den Tag, abends entspannte Sounds zum Runterkommen.
Neu ist auch das „Studio Mode“-Feature: Hier könnt ihr bei ausgewählten Tracks einzelne Instrumente isolieren oder verstärken. Gitarristen können so leichter Riffs heraushören, Schlagzeuger fokussieren sich aufs Drumset. Das funktioniert dank KI-basierter Audio-Separation und ist besonders für Musiker interessant.
Die „Remix Lab“-Funktion erlaubt es zudem, Songs in der App zu bearbeiten – Tempo ändern, Loops erstellen oder Effekte hinzufügen. Die Remixe lassen sich in eigenen Playlists speichern oder mit Freunden teilen.
Konkurrenz schläft nicht: Der Hi-Fi-Markt 2026
Mit dem Launch von Spotify HiFi reagierte der Marktführer auf den wachsenden Druck der Konkurrenz. Apple Music bietet Lossless bereits seit 2021 kostenlos für alle Abonnenten, Amazon Music HD wurde 2023 ebenfalls in den Standard-Tarif integriert.
Tidal, der Pionier im Hi-Fi-Streaming, hat 2025 mit „Tidal MAX“ nachgelegt und bietet jetzt sogar 32-Bit/192 kHz für ausgewählte Masterings. YouTube Music Premium Plus punktet seit Ende 2024 mit verlustfreiem Sound und 360-Grad-Audio für VR-Brillen.
Spotify kontert mit der größten Musikbibliothek (über 120 Millionen Songs in Hi-Fi-Qualität) und den ausgefeiltesten Empfehlungsalgorithmen. Die Playlist-Funktionen von Spotify bleiben unerreicht – auch in Hi-Fi-Qualität.
Technische Anforderungen und Kompatibilität
Für Spotify HiFi braucht ihr eine stabile Internetverbindung mit mindestens 2 Mbit/s. Ein Hi-Fi-Song verbraucht etwa 35-40 MB statt der üblichen 2,5 MB in Standard-Qualität. Offline-Downloads sind aber möglich – allerdings füllt sich der Speicher schneller.
Die Funktion läuft auf allen gängigen Geräten: iOS und Android (ab Version 12 bzw. API Level 28), Windows, macOS, sowie auf den meisten Smart-TVs und Streaming-Geräten. Spotify Connect überträgt Hi-Fi-Audio nahtlos zwischen Geräten.
Besonders praktisch: Die App erkennt automatisch, ob angeschlossene Kopfhörer oder Lautsprecher Hi-Fi-Audio wiedergeben können und aktiviert entsprechende Profile. Bei Bluetooth-Verbindungen nutzt Spotify die neuesten Codecs wie aptX HD oder LDAC.
Lohnt sich das Hi-Fi-Upgrade?
Ob sich die 4,99 Euro monatlich lohnen, hängt von eurer Ausrüstung und den Hörgewohnheiten ab. Mit Standard-Kopfhörern oder über Handy-Lautsprecher ist der Unterschied kaum hörbar. Wer aber in gute Audio-Hardware investiert hat, wird den Qualitätssprung definitiv bemerken.
Besonders bei klassischer Musik, Jazz oder akustischen Aufnahmen kommt Hi-Fi-Audio zur Geltung. Pop und Electronic profitieren weniger, da diese Genres oft stark komprimiert produziert werden.
Die KI-Features wie Smart Collections und Studio Mode rechtfertigen den Preis auch für Nutzer, die weniger Wert auf Audioqualität legen. Hier bietet Spotify deutlich mehr als die reine Hi-Fi-Wiedergabe der Konkurrenz.
Fazit: Spotify holt auf, aber nicht mehr überragend
Nach jahrelanger Verzögerung hat Spotify ein solides Hi-Fi-Angebot abgeliefert. Die Audioqualität überzeugt, die KI-Features sind durchdacht und die Integration in die bekannte Spotify-Oberfläche funktioniert nahtlos.
Allerdings kommt das Feature reichlich spät: Während Apple und Amazon Hi-Fi kostenlos anbieten, verlangt Spotify extra Geld. Das ist angesichts der bereits hohen Premium-Preise (10,99 Euro monatlich) ein mutiger Schritt.
Für audiophile Spotify-Fans, die nicht wechseln wollen, ist HiFi trotzdem ein Segen. Die Kombination aus verbesserter Klangqualität und cleveren KI-Features macht das Upgrade für ambitionierte Musikhörer durchaus attraktiv.
Zuletzt aktualisiert am 16.02.2026