Nach dem Nebenkostenprivileg: So schaut ihr 2026 am günstigsten fern

von | 23.06.2024 | Digital

Das Ende des Nebenkostenprivilegs beim Kabelfernsehen brachte 2024 große Veränderungen für 16 Millionen Haushalte. Heute, zwei Jahre später, hat sich der TV-Markt komplett gewandelt. Wie ihr 2026 am günstigsten fernsehen könnt und welche neuen Alternativen es gibt.

Kabel. Satellit. Terrestrisch. Internet. Das waren einst die vier TV-Empfangswege. Heute dominiert klar das Internet-TV, gefolgt von Satellit. Das klassische Kabelfernsehen ist nach dem Wegfall des Nebenkostenprivilegs im Juli 2024 deutlich zurückgegangen – und das aus gutem Grund.

Seit dem Stichtag müssen alle Kabelkunden ihre TV-Kosten selbst tragen. Was zunächst für Aufregung sorgte, erwies sich als Chance: Viele entdeckten günstigere und flexiblere Alternativen. Der Markt hat sich seither rasant entwickelt – mit überraschenden Gewinnern und Verlierern.

Was seit dem Nebenkostenprivileg-Ende passiert ist

Das Nebenkostenprivileg endete am 1. Juli 2024 – mit drastischen Folgen für die TV-Landschaft. Rund 16 Millionen Haushalte mussten sich neu orientieren. Viele zahlten zuvor nur 10-15 Euro monatlich über die Nebenkosten, individuelle Kabelverträge kosteten plötzlich 20-30 Euro.

Das Ergebnis: Etwa 40% der betroffenen Haushalte kündigten ihre Kabelverträge. Vodafone als größter Kabelanbieter verlor innerhalb eines Jahres über 2 Millionen Kunden. Viele Vermieter verzichteten auf Gruppentarife, da diese oft teurer waren als die ursprünglichen Umlagekosten.

Heute zahlen Kabelkunden durchschnittlich 25-35 Euro monatlich für ihre TV-Pakete – deutlich mehr als früher. Doch es gibt smartere Alternativen.

Internet-TV: Der klare Gewinner

Streaming-basiertes TV hat seit 2024 einen Boom erlebt. Anbieter wie Waipu.tv, Zattoo und MagentaTV konnten ihre Kundenzahl verdoppeln. Die Vorteile liegen auf der Hand: keine Installation nötig, günstigere Preise und maximale Flexibilität.

Waipu.tv bietet über 190 Sender für 12,99 Euro monatlich, Zattoo Premium kostet 13,99 Euro für 100+ Kanäle. Die Telekom lockt mit MagentaTV-Kombipreisen ab 10 Euro zusätzlich zum DSL-Tarif. Neu dazugekommen ist Amazon Prime Video mit Live-TV-Kanälen und Paramount+ mit eigenem deutschen Programm.

Besonders praktisch: Alle Services laufen auf Smart-TVs, Streaming-Sticks oder per App auf dem Smartphone. Recording-Funktionen, Pause und Restart sind Standard. Ein Internetanschluss mit mindestens 25 Mbit/s reicht für HD-Qualität.

Satellit bleibt konkurrenzlos günstig

Satellitenfernsehen ist nach dem Kabel-Exodus noch attraktiver geworden. Einmalige Installationskosten von 200-400 Euro, danach keine monatlichen Gebühren. Moderne SAT-Anlagen empfangen über 400 Programme in HD und 4K.

Neue Entwicklung: Flache SAT-Antennen für Balkone sind kleiner und unauffälliger geworden. Selbst Mieter bekommen oft die Genehmigung. Premium-Pakete wie HD+ kosten nur 6 Euro monatlich und bieten alle Privatsender in bester Qualität.

Tipp: Wer bereits eine SAT-Anlage hat, kann mit einem modernen SAT-Receiver auch Internet-Features nutzen – HbbTV, Mediatheken und Apps inklusive.

DVB-T2: Solide Grundversorgung ohne Kosten

Das terrestrische Fernsehen wurde 2025 nochmals ausgebaut. DVB-T2 HD empfängt in allen deutschen Ballungsräumen die öffentlich-rechtlichen Programme kostenfrei in HD-Qualität. Eine kleine Zimmerantenne für 20-30 Euro genügt.

Freenet TV bietet die Privatsender für 7,99 Euro monatlich dazu. Perfekt für alle, die nur gelegentlich fernsehen oder als Backup-Lösung bei Internetausfällen.

Mediatheken: Kostenlos und vollständig

ARD und ZDF haben ihre Mediatheken seit 2024 massiv ausgebaut. Fast alle Sendungen stehen dauerhaft online – ohne Anmeldung oder Kosten. Live-Streams aller öffentlich-rechtlichen Sender sind rund um die Uhr verfügbar.

Neu: Die gemeinsame ARD-ZDF-App vereint alle Programme an einem Ort. Auch 3sat, Arte, Phoenix und alle Dritten sind integriert. Sogar Offline-Downloads für unterwegs sind möglich.

Viele junge Zuschauer nutzen nur noch Mediatheken und sparen sich klassisches TV komplett. Bei Smart-TVs sind die Apps vorinstalliert, ältere Geräte rüstet ihr mit Fire TV Stick oder Apple TV günstig nach.

Was für wen am besten passt

**Vielseher mit stabilem Internet:** Internet-TV-Anbieter wie Waipu oder Zattoo bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und maximale Flexibilität.

**Kostenbewusste mit eigenem Balkon:** Satellit bleibt unschlagbar günstig und bietet die größte Sendervielfalt.

**Gelegenheitsnutzer:** DVB-T2 für die Grundversorgung plus Mediatheken für alles andere.

**Technikmuffel:** Modernes Smart-TV mit vorinstallierten Apps – einfacher geht’s nicht.

Das Ende des Nebenkostenprivilegs war letztendlich ein Segen für Verbraucher. Heute habt ihr mehr Auswahl, bessere Qualität und oft auch günstigere Preise. Der Zwang zur Kabelgebühr gehört der Vergangenheit an – und das ist gut so.

Zuletzt aktualisiert am 16.02.2026