Apps verbrauchen Strom, auch wenn sie nur im Hintergrund laufen und das Display eures Smartphones ausgeschaltet ist. Dabei bringt das bei vielen Apps wenig Mehrwert, denn sie haben nur einen Nutzen, wenn ihr sie aktiv im Vordergrund benutzt. Android versucht dies durch automatische Optimierungen in den Griff zu bekommen und versetzt Apps in einen Stromsparmodus. Das könnt ihr aber selbst beeinflussen!
Automatismen haben leider oft den Nachteil, dass sie nicht immer die richtige Entscheidung treffen. Wenn Outlook oder WhatsApp beispielsweise automatisch in den Stromsparmodus versetzt werden, dann bekommt ihr keine Push-Benachrichtigungen mehr, wenn euer Gerät im Standby ist. Das ist besonders ärgerlich bei wichtigen E-Mails oder Nachrichten, die ihr sofort erhalten möchtet.
Es macht also Sinn, regelmäßig durch die Liste der Apps zu gehen und die Zuordnung zu prüfen. Bei Android 14 und 15 findet ihr diese Einstellung unter Einstellungen > Apps > Spezieller App-Zugriff unter Akku-Optimierung. Je nach Smartphone-Hersteller kann der Pfad leicht variieren – Samsung nennt es beispielsweise „Apps im Ruhezustand“.

Wählt im Auswahlfeld oben Alle Apps, um sowohl die optimierten als auch die nicht optimierten Apps zu sehen. Tippt die App an, deren Verhalten ihr ändern wollt. Dann wählt ihr Optimieren, um die Akkuoptimierung automatisch von Android vornehmen zu lassen oder Nicht optimieren, um die App immer im Hintergrund aktiv zu lassen.
Welche Apps solltet ihr von der Optimierung ausnehmen?
Die Option „Nicht optimieren“ empfiehlt sich für alle Apps, von denen ihr auch bei ausgeschaltetem Display Benachrichtigungen erhalten wollt. Dazu gehören typischerweise:
• E-Mail-Apps wie Outlook, Gmail oder K-9 Mail
• Messenger wie WhatsApp, Telegram, Signal oder Threema
• Banking-Apps für TAN-Nachrichten
• Smart Home Apps wie Philips Hue oder Fritz!App
• Fitness-Tracker wie Google Fit oder Samsung Health
• Sicherheits-Apps und Authenticator-Apps
• Streaming-Apps für Musik im Hintergrund wie Spotify oder YouTube Music
Moderne Android-Funktionen nutzen
Seit Android 12 gibt es zusätzlich das Feature „Adaptive Battery“, das maschinelles Lernen nutzt, um euer Nutzungsverhalten zu analysieren. Diese Funktion lernt, welche Apps ihr häufig verwendet und passt die Energieverwaltung entsprechend an. Ihr findet sie unter Einstellungen > Akku > Adaptive Einstellungen.
Eine weitere nützliche Funktion ist der „Ruhezustand“ für Apps, die ihr selten nutzt. Android versetzt solche Apps automatisch in einen Tiefschlaf und verhindert so unnötigen Akkuverbrauch. Diese Apps werden erst wieder aktiviert, wenn ihr sie öffnet.
Hersteller-spezifische Besonderheiten
Viele Smartphone-Hersteller haben eigene Akkuoptimierungen implementiert, die zusätzlich zu den Android-Standards laufen:
• Samsung hat „Adaptive Akku“ und „Apps im Ruhezustand“
• Xiaomi verwendet „MIUI Optimierungen“ und „Autostart-Manager“
• Huawei setzt auf „Energieverwaltung“ mit verschiedenen Modi
• OnePlus bietet „Akkuoptimierung“ mit Gaming-Modus
Bei diesen Herstellern müsst ihr oft an mehreren Stellen Einstellungen vornehmen, damit Apps zuverlässig im Hintergrund funktionieren.
Praktische Tipps für den Alltag
Überprüft eure Einstellungen etwa alle drei Monate, besonders nach größeren Android-Updates. Neue Apps werden standardmäßig meist optimiert, was bei wichtigen Apps problematisch sein kann.
Ein guter Test: Lasst euer Smartphone über Nacht liegen und prüft am Morgen, ob ihr alle wichtigen Nachrichten erhalten habt. Falls nicht, müsst ihr die entsprechenden Apps von der Optimierung ausnehmen.
Denkt daran: Jede App, die ihr von der Optimierung ausnehmt, verbraucht mehr Akku. Findet die richtige Balance zwischen Funktionalität und Akkulaufzeit für euren persönlichen Bedarf.
Zuletzt aktualisiert am 24.02.2026





