Fritz!Box als Fax konfigurieren – Router statt Faxgerät

von | 15.11.2021 | Internet, Netzwerk

Fax ist eigentlich Steinzeit-Technologie, aber manchmal kommt ihr nicht daran vorbei. Behörden, Anwaltskanzleien oder Versicherungen bestehen immer noch darauf. Ein separates Faxgerät anzuschaffen lohnt sich aber nicht – moderne Router wie die Fritz!Box können das deutlich eleganter.

Der Router ist perfekt für Fax-Funktionen positioniert: Er stellt die Verbindung zum Telefonnetz her und kann eingehende Anrufe intelligent verarbeiten. Fax ist technisch nichts anderes als ein Datenanruf über die Telefonleitung – genau das, was Router beherrschen. Bei einer Fritz!Box geht ihr in die Weboberfläche unter Telefonie > Fax > Einstellungen.

Hier seht ihr alle konfigurierten Rufnummern (MSNs). Wählt die aus, die als Faxnummer fungieren soll. Wichtiger Hinweis: Diese Nummer steht dann ausschließlich für Fax zur Verfügung. Die Fritz!Box nimmt eingehende Anrufe automatisch als Fax entgegen – normale Telefonate sind nicht mehr möglich.

Darunter konfiguriert ihr die Fax-Identifikation. Die Faxkennung ist eure Absendernummer, Kopfzeile und Absender sind Freitextfelder für zusätzliche Informationen wie Firmennamen oder Kontaktdaten. Diese erscheinen auf jedem gesendeten Fax.

Besonders wichtig ist die Konfiguration für eingehende Faxe. Hier habt ihr mehrere Optionen: E-Mail-Weiterleitung, Speicherung im Fritz!Box-Speicher oder beides parallel. Die Mail-Weiterleitung ist definitiv die praktischste Lösung – ihr werdet sofort benachrichtigt und könnt das Fax als PDF-Anhang öffnen.

Für die E-Mail-Funktion benötigt die Fritz!Box Zugang zu einem Mailserver. Provider wie GMX, Web.de oder T-Online funktionieren zuverlässig, da die Fritz!Box diese automatisch erkennt und konfiguriert. Gebt einfach Benutzername und Passwort ein – den Rest übernimmt der Router.

Moderne Fritz!Box-Modelle wie die 7590 AX oder 7530 AX unterstützen auch erweiterte Fax-Features. Dazu gehört die automatische Konvertierung in hochauflösende PDFs und die Möglichkeit, Faxe direkt aus Anwendungen heraus zu versenden. Das funktioniert über den integrierten Fax-Druckertreiber, den ihr unter Windows installieren könnt.

Ein echter Vorteil gegenüber klassischen Faxgeräten: Kein Papierstau, keine leeren Tonerkartuschen, kein Platzbedarf. Eingehende Faxe gehen digital ein und können beliebig oft ausgedruckt werden. Außerdem spart ihr euch die Anschaffungskosten für ein separates Gerät.

Für Unternehmen interessant: Die Fritz!Box kann mehrere Fax-Nummern parallel verwalten. So könnt ihr verschiedene Abteilungen oder Bereiche mit eigenen Fax-Adressen ausstatten, ohne zusätzliche Hardware zu benötigen. Die Weiterleitung erfolgt dann an unterschiedliche E-Mail-Adressen.

Bei der Einrichtung solltet ihr auch die Qualitätseinstellungen beachten. Standard-Auflösung (204×98 dpi) reicht für Text völlig aus, bei Grafiken oder Logos ist Fine-Auflösung (204×196 dpi) empfehlenswert. Super-Fine (204×391 dpi) braucht ihr nur bei sehr detailreichen Dokumenten.

Tipp für häufige Fax-Nutzer: Erstellt euch ein separates E-Mail-Konto nur für Faxe. So behaltet ihr den Überblick und könnt automatische Filterregeln einrichten. Viele Mail-Provider bieten kostenlose Zusatzkonten an.

Die Fax-Funktion der Fritz!Box ist übrigens auch mit VoIP-Anschlüssen kompatibel. Seit dem Ende der analogen Telefonie 2022 laufen alle Anschlüsse über IP – die Fritz!Box wandelt die Fax-Signale entsprechend um. Das funktioniert mit allen großen Providern wie Telekom, Vodafone oder 1&1.

Solltet ihr Probleme beim Fax-Empfang haben, prüft zunächst die Firewall-Einstellungen. Manche Provider blockieren bestimmte Ports für Fax-Übertragungen. In den Fritz!Box-Einstellungen findet ihr unter „Diagnose“ Tools zur Fehlersuche.

Fazit: Die Fritz!Box als Fax-Zentrale ist eine clevere Lösung für alle, die gelegentlich Faxe senden oder empfangen müssen. Ohne zusätzliche Hardware, mit digitaler Archivierung und automatischer Benachrichtigung. In Zeiten von E-Mail und Cloud-Diensten mag Fax antiquiert wirken – aber wenn es sein muss, dann bitte smart.

Zuletzt aktualisiert am 23.02.2026