Fotos haben noch einige andere Eigenschaften als normale Dateien. Beispielsweise sind der Ort und die Personen darauf wichtig, was bei einer Excel-Tabelle eher nicht der Fall ist. Die kostenlose App digiKam ist da eine tolle Unterstützung!
Nach der Installation folgt der erste Einrichtungsvorgang, und hier solltet Ihr auf eine Einstellung achten: Die App speichert die Tags in einer eigenen Datenbank. Das ist schön, nutzt Euch aber eben nur in der Apps selbst etwas. Darum aktiviert im Dialog Informationen zu Dateien hinzufügen. Dann schreibt die App Eure Infos in die EXIF-Daten der Bilder, sodass sie auch in anderen Apps nutzbar sind!
- Die App verwendet im Standard den Bilder-Ordner aus den Bibliotheken. Das könnt Ihr ändern, indem Ihr unter Einstellungen > digiKam einrichten weitere Ordner hinzufügt.
- Es dauert einen Moment, bis alle Bilder in der Voransicht angezeigt werden, weil die App erst einmal die Ordner durchsuchen und die Miniansichten der Bilder laden muss.
- Als Erstes markiert alle Bilder und klickt dann mit der rechten Maustaste hinein. Klickt dann auf Nach Gesichtern suchen. Die App analysiert jetzt die Bilder und weist Ihnen Gesichter zu, sortiert dabei gleiche Gesichter zueinander. Klickt ein Bild an, dann könnt Ihr ihm eine Person zuweisen.
- Bei neuen Bildern wird die Person automatisch zugeordnet, wenn sie dem ersten Bild nur halbwegs ähnlich sieht.
- Ebenfalls über die rechte Maustaste könnt Ihr einem Bild eine Stichwörter zuweisen. Stichwörter sind nichts anderes als Tags.
- Auch Markierungen wie Bewertungen und Kategorien könnt ihr hier vergeben.
KI-gestützte Bilderkennung wird immer präziser
Das mittlerweile deutlich verbesserte Machine Learning von digiKam erkennt seit Version 8.4 nicht nur Gesichter zuverlässiger, sondern auch Objekte und Szenen. Die automatische Verschlagwortung funktioniert mittlerweile so gut, dass Ihr häufig nur noch nachkorrigieren müsst. Besonders praktisch: Die App erkennt automatisch Tiere, Landschaften, Architektur und sogar spezielle Situationen wie Hochzeiten oder Geburtstage.
Geodaten clever nutzen
Wenn Eure Kamera oder euer Smartphone GPS-Daten in die Bilder einbettet, zeigt digiKam diese auf einer integrierten Karte an. Ihr könnt aber auch nachträglich Orte zuweisen – perfekt für die Urlaubsbilder von der analogen Kamera. Die Geodaten werden dabei in die EXIF-Daten geschrieben und bleiben so dauerhaft mit dem Bild verknüpft.
Professionelle Bildverwaltung ohne Abo-Zwang
Während Adobe Lightroom und andere kommerzielle Lösungen mittlerweile nur noch im Abo erhältlich sind, bleibt digiKam komplett kostenlos. Das Programm unterstützt alle gängigen RAW-Formate moderner Kameras und beherrscht auch HEIC-Dateien von iPhones problemlos. Die Datenbank läuft wahlweise mit SQLite (für Einsteiger) oder MySQL/MariaDB (für Profis mit sehr großen Sammlungen).
Integration in bestehende Workflows
Besonders clever: digiKam arbeitet nahtlos mit anderen Open-Source-Tools zusammen. Bilder lassen sich direkt an GIMP oder Krita weiterleiten, und über Plugins könnt Ihr sie zu verschiedenen Online-Diensten hochladen. Die Stapelverarbeitung spart Zeit bei wiederkehrenden Aufgaben wie Größenänderungen oder Wasserzeichen.
Performance-Tipps für große Sammlungen
Bei Sammlungen mit über 50.000 Bildern solltet Ihr auf eine externe MySQL-Datenbank umsteigen – das beschleunigt Suchvorgänge erheblich. Auch das Aktivieren der Vorschau-Generierung im Hintergrund macht die tägliche Arbeit flüssiger. Auf schnellen NVMe-SSDs arbeitet digiKam deutlich reaktionsschneller als auf herkömmlichen Festplatten.
Mobile Integration kommt
Ein lang erwartetes Feature steht vor der Tür: Die Entwickler arbeiten an einer Smartphone-App, die synchron mit der Desktop-Version arbeitet. So könnt Ihr unterwegs bereits grob vorsortieren und taggen – die Änderungen werden dann automatisch mit der Hauptsammlung abgeglichen.
Das Programm hat eine unglaubliche Vielzahl von Funktionen. Wenn Ihr viele Bilder verarbeitet, dann nehmt Euch ein wenig Zeit, um es kennenzulernen. Die investierte Zeit zahlt sich definitiv aus – gerade bei wachsenden Fotosammlungen wird eine durchdachte Verschlagwortung zum Lebensretter.
Zuletzt aktualisiert am 21.02.2026