Vergessene Passwörter in Microsoft Edge finden und exportieren

von | 21.05.2020 | Internet, Windows

Es gibt eine Vielzahl von Webseiten, auf denen ihr euch anmelden müsst. Amazon, eBay, eure Bank, Facebook, TikTok, Netflix und viele mehr schützen eure Daten durch die Eingabe von Benutzernamen und Passwort. Wenn ihr den Schutz so stark wie eben möglich haben wollt, dann verwendet ihr unterschiedliche Kombinationen für jede Anwendung. Das hat den Nachteil, dass ihr euch viele Informationen merken müsst. Edge bietet hier eine praktische, aber auch mit Vorsicht zu genießende Hilfe.

Ihr kennt die Situation bestimmt: Das Gehirn ist noch wach, das Gedächtnis gut und so könnt ihr euch alle Kombinationen von Benutzernamen und Kennwort merken. Bis ihr dann eine Seite länger nicht mehr besucht habt und in der Folge genau deren Zugangsdaten vergessen habt. Wenn ihr keinen Passwort-Manager verwendet habt, dann ist guter Rat teuer. Es sei denn, ihr verwendet Microsoft Edge. Der Browser erlaubt nämlich sowohl das Anzeigen als auch den Export der darin gespeicherten Passwörter.

Gespeicherte Passwörter in Edge anzeigen

Klickt auf die drei Punkte oben rechts am Bildschirm, dann auf Einstellungen > Profile > Kennwörter. Edge zeigt euch alle Webseiten an, auf denen ihr ein Passwort gespeichert habt. Ein Klick auf das Augen-Symbol rechts von einem Eintrag ändert die angezeigten Sternchen dann in das gespeicherte Passwort. Seit 2024 könnt ihr auch direkt über die Adressleiste „edge://settings/passwords“ eingeben, um schneller zu den Passwort-Einstellungen zu gelangen.

Passwörter exportieren und importieren

Um alle Passwörter in einer CSV-Datei zu erhalten, klickt auf die drei Punkte neben Gespeicherte Kennwörter und wählt dann Kennwörter exportieren. Edge fragt euch zur Sicherheit nach eurer Windows-PIN oder eurem Passwort. Vorsicht: Diese CSV-Datei in den Händen eines Unbefugten verursacht größtmöglichen Schaden, denn darin stehen die Webseiten-URLs, Benutzernamen und die Kennwörter in Klarschrift!

Umgekehrt funktioniert das auch: Über Kennwörter importieren könnt ihr Passwörter aus anderen Browsern oder Passwort-Managern in Edge einlesen. Das Format muss CSV sein mit den Spalten „URL“, „Benutzername“ und „Passwort“.

Neue Sicherheitsfeatures in Edge

Microsoft hat Edge in den letzten Jahren deutlich sicherer gemacht. Der Password Monitor warnt euch automatisch, wenn eure Passwörter in bekannten Datenlecks aufgetaucht sind. Diese Funktion arbeitet mit einer verschlüsselten Datenbank zusammen und überprüft eure Zugangsdaten, ohne sie an Microsoft zu senden.

Zusätzlich bietet Edge seit 2025 einen integrierten Passwort-Generator, der beim Erstellen neuer Accounts automatisch starke, einzigartige Passwörter vorschlägt. Diese werden dann direkt im Browser gespeichert und synchronisiert.

Synchronisation zwischen Geräten

Wenn ihr euch mit eurem Microsoft-Konto in Edge anmeldet, werden eure Passwörter automatisch zwischen allen euren Geräten synchronisiert. Das funktioniert auch mit der Edge-App auf Android und iOS. Die Übertragung erfolgt Ende-zu-Ende verschlüsselt, sodass selbst Microsoft eure Passwörter nicht einsehen kann.

Zwei-Faktor-Authentifizierung und Passkeys

Edge unterstützt mittlerweile auch Passkeys – die moderne Alternative zu Passwörtern. Dabei nutzt ihr biometrische Daten wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung zur Anmeldung. Viele große Websites wie Google, Apple und PayPal bieten bereits Passkey-Unterstützung an.

Für klassische Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) kann Edge auch als Authenticator fungieren. Die Funktion findet ihr unter Einstellungen > Profile > Kennwörter > Authenticator-Codes.

Praktische Tipps für den Umgang mit Passwörtern

Trotz aller Browser-Komfort solltet ihr einige Grundregeln beachten: Nutzt für wichtige Accounts wie Online-Banking niemals die Browser-Speicherung, sondern einen dedizierten Passwort-Manager. Programme wie 1Password, Bitwarden oder KeePass bieten deutlich mehr Sicherheit.

Falls ihr doch Edge für Passwörter nutzt, aktiviert unbedingt die automatische Windows-Sperrung und verwendet eine sichere PIN. So kann niemand einfach an euren Rechner und eure Zugangsdaten.

Regelmäßige Backups eurer Passwort-Exporte sind sinnvoll – aber lagert sie verschlüsselt und sicher. Eine unverschlüsselte CSV-Datei mit all euren Zugangsdaten sollte niemals auf der Festplatte oder in der Cloud herumliegen.

Fazit: Praktisch, aber mit Bedacht nutzen

Edge bietet durchaus brauchbare Passwort-Funktionen, die für viele Nutzer ausreichen. Die Integration ins Windows-System und die Synchronisation funktionieren gut. Für sensible Bereiche und maximale Sicherheit führt aber kein Weg an einem professionellen Passwort-Manager vorbei.

Zuletzt aktualisiert am 01.03.2026