Klonen der Festplatte auf eine SSD oder Festplatte

von | 27.06.2019 | Software, Tipps, Windows

Nichts hält ewig. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem ihr euren Rechner wechseln oder zumindest eine neue Festplatte einbauen müsst. Vielleicht ist euch eure alte Festplatte auch einfach zu langsam und ihr möchtet auf eine schnellere SSD wechseln. All diese Szenarien haben eines gemeinsam: Ihr müsst Daten und Programme umziehen. Das geht mit weit weniger Aufwand und Frust als ihr denkt!

Eine herkömmliche Festplatte ist ein mechanischer Datenträger und hat vor allem zwei Nachteile: Zum einen sind diese mechanischen Teile wie der Schreib-Lesekopf und der magnetische Datenträger einem nicht zu verhindernden Verschleiß unterworfen: Irgendwann geht sie kaputt.

Als zweites ist die Positionierung des Schreib-Lesekopfes auch eine Frage der Geschwindigkeit: bei einer SSD, die nur aus Speicherzellen besteht, ist der Datentransfer beim Lesen und Schreiben von Dateien um ein Vielfaches schneller. Moderne NVMe-SSDs erreichen mittlerweile Geschwindigkeiten von über 7.000 MB/s beim sequenziellen Lesen – ein Vielfaches herkömmlicher SATA-SSDs.

Die richtige SSD auswählen

Im Vorfeld solltet ihr euch natürlich genau informieren, welche SSD in eurem Rechner funktioniert. Dabei gibt es 2026 hauptsächlich drei Formfaktoren: 2,5-Zoll SATA-SSDs für ältere Systeme, M.2 SATA-SSDs und die deutlich schnelleren M.2 NVMe-SSDs. Letztere sind mittlerweile Standard in neuen Systemen und bieten die beste Performance.

Prüft euer Mainboard auf freie M.2-Slots oder 2,5-Zoll-Einschübe. Bei M.2-SSDs müsst ihr zusätzlich auf die Länge achten (2280 ist Standard) und ob euer Mainboard NVMe unterstützt. Moderne Mainboards haben oft mehrere M.2-Slots, sodass ihr die alte SSD parallel zur neuen betreiben könnt.

USB-Gehäuse oder direkter Anschluss

Wenn ihr dann die richtige SSD ausgewählt und angeschafft habt, besorgt euch gleich noch ein entsprechendes USB-Gehäuse oder einen M.2-zu-USB-Adapter dafür. Damit könnt ihr die SSD an euren PC anschließen und den Inhalt der alten Festplatte darauf übertragen. Alternativ könnt ihr bei ausreichend Platz im Gehäuse die neue SSD direkt einbauen und dann klonen.

Die besten Klon-Tools 2026

Viele SSD-Hersteller bieten eigene Migrationstools an. Samsung hat Samsung Data Migration, Western Digital bietet Acronis True Image WD Edition, und Crucial stellt Acronis True Image HD zur Verfügung. Diese herstellerspezifischen Tools sind oft die erste Wahl, da sie perfekt auf die jeweilige Hardware abgestimmt sind.

Wenn ihr in der Bedienungsanleitung eurer SSD keinen Hinweis auf ein solches Tool findet, dann ist Macrium Reflect (https://www.macrium.com/reflectfree) nach wie vor eine exzellente Alternative. Andere bewährte Optionen sind Clonezilla (kostenlos, aber komplexer) oder AOMEI Backupper.

Schon mit der kostenlosen Version von Macrium Reflect könnt ihr die bestehende Festplatte klonen und auf die SSD übertragen. Die kostenpflichtigen Versionen haben dann noch einige weitere Funktionen wie inkrementelle Backups und erweiterte Scheduling-Optionen, die ihr aber für den einmaligen Umstieg auf die SSD nicht benötigt.

Der Klonvorgang Schritt für Schritt

Nach der Installation des Programmes analysiert es die Festplatten in eurem Rechner und gruppiert diese. Im Normalfall werden dabei mehrere Partitionen gefunden, auch wenn ihr nur eine Festplatte verbaut habt. Je nach Konfiguration eures Rechners, der Windows-Version und anderer Faktoren habt ihr neben dem sichtbaren Datenteil noch Systempartitionen (EFI-Systempartition, Windows-Wiederherstellungsumgebung), die für den Betrieb unerlässlich sind. Das Schöne daran: Ihr müsst euch darüber keine Gedanken machen. Das Programm erkennt alle nötigen Partitionen für das Klonen der Festplatte und fasst sie zu einem Block zusammen.

Klickt auf Clone this Disk, um den Klonvorgang zu starten. Wichtig ist hier wenig überraschend, dass die Größe der SSD mindestens die der geklonten Laufwerke haben muss. Bei modernen NVMe-SSDs dauert der Klonvorgang deutlich kürzer als früher – je nach Datenmenge meist zwischen 30 Minuten und zwei Stunden.

Nach dem Klonen: UEFI statt BIOS

Nach erfolgreichem Abschluss könnt ihr dann die SSD (oder neue Festplatte) an Stelle der alten Festplatte in euren Rechner einsetzen. Bei modernen Systemen müsst ihr gegebenenfalls noch Einstellungen im UEFI des Rechners vornehmen. Das UEFI hat das klassische BIOS weitgehend abgelöst und bietet eine grafische Oberfläche.

Wichtig: Stellt sicher, dass der Boot-Modus (Legacy/UEFI) und Secure Boot korrekt konfiguriert sind. Windows 11 benötigt zwingend UEFI und aktiviertes Secure Boot. Diese Informationen findet ihr im Handbuch eures Mainboards oder durch eine Websuche nach eurem Rechnermodell.

Troubleshooting und Tipps

Falls Windows nach dem Klonen nicht startet, liegt es oft an unterschiedlichen Interface-Modi. Prüft im UEFI, ob SATA auf AHCI gestellt ist (nicht auf IDE/Compatibility). Bei NVMe-SSDs sollte das entsprechende Protokoll aktiviert sein.

Ein weiterer häufiger Stolperstein: Stellt sicher, dass die neue SSD als primäres Boot-Laufwerk eingestellt ist. Moderne UEFI-Systeme zeigen alle verfügbaren Boot-Optionen übersichtlich an.

Der Umstieg auf eine SSD ist 2026 einfacher denn je – und die Leistungssteigerung nach wie vor beeindruckend spürbar.

Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026