Facebook und Google sammeln Daten, bis es kracht. Wir sind aber auch ein bisschen selbst schuld, denn viele von uns nutzen Google, Facebook und Apple auch dazu, uns in anderen Onlinediensten oder Apps anzumelden. Ist so schön bequem. Aber: Natürlich liefern wir so auch weitere Daten bei den Tech-Giganten ab. Das will ein Dienst namens Verimi ändern, der inzwischen zu einem etablierten Player im deutschen Identity-Management geworden ist.
Wozu braucht man einen eigenen Onlinedienst, um sich in anderen Onlinediensten anzumelden? Was kann Verimi – und wann benutzt ihr es?
Für viele von uns ist es eine Selbstverständlichkeit geworden, zu Google, Apple oder Facebook zu gehen, wenn wir uns irgendwo registrieren oder anmelden wollen. Man kennt das: Ein neuer Onlinedienst, ein Onlineshop, eine neue App, die man ausprobieren möchte.

So funktioniert Verimi heute
Klar, man soll sich dann anmelden, beim ersten Mal registrieren. Aber die meisten haben keine Lust, ihren Namen, ihre Mail-Adresse einzugeben und sich einen neuen Benutzernamen auszudenken. Sie loggen sich einfach mit ihrem Facebook, Google, Apple oder Microsoft Account ein.
Man muss auch kein Passwort eingeben. Das geht blitzschnell und ist super bequem, hat aber auch einen entscheidenden Nachteil: Die US-Dienste bekommen Daten frei Haus geliefert. Welche Apps und Anwendungen nutzen wir, wann und wo. Das muss nicht sein. Verimi will eine europäische Alternative zu den großen Tech-Konzernen zum Einloggen sein.
Inzwischen hat sich Verimi deutlich weiterentwickelt und unterstützt über 200 Partner, darunter Major-Marken wie Otto, Telekom, verschiedene Banken und Versicherungen. Die Plattform hat sich von den Kinderkrankheiten der Anfangszeit erholt und bietet heute eine robuste Lösung.
Einmal die Daten hinterlegen
Natürlich muss man sich auch bei Verimi einmal registrieren, man hinterlegt seine Daten – aber eben nur einmal. Und dann kann man sich bei allen Partnern anmelden, ohne jedes Mal neu seine Daten eingeben zu müssen. Das Onboarding ist mittlerweile deutlich smoother geworden.
Ist man bei Verimi angemeldet, loggt man sich mehr oder weniger automatisch bei allen Partnerdiensten ein. Verimi ist eine Identitäts- und Datenplattform nach europäischen Standards. Wer sich einmal bei Verimi registriert hat, kann seine Anmeldedaten künftig überall bei den Partnern nutzen. Verimi speichert alle Daten ausschließlich in Datenzentren innerhalb Europas und unterliegt der DSGVO.
Die Vorteile von Verimi
Wenn man es richtig angeht, ist es praktischer, man spart Zeit und hat mehr Kontrolle über seine Daten. Ganz wichtig: Ihr könnt auch biometrische Daten hinterlegen. Hat das Smartphone zum Beispiel einen eingebauten Fingerabdruck-Scanner, Face ID oder andere biometrische Verfahren, könnt ihr die nutzen: Einmal registriert – fertig.
Dann könnt ihr euch überall, wo Verimi akzeptiert wird, per Gesicht oder Fingerabdruck anmelden. Das macht den Zugang sogar sicherer, niemand kann klassische Zugangsdaten entwenden. Außerdem ist es möglich, seinen Personalausweis oder andere Identitätsnachweise zu hinterlegen.
Personalausweis und digitale Identität
Die Verifizierung läuft heute deutlich streamliner ab: Per Video-Ident-Verfahren zeigt ihr einem Mitarbeiter euren Personalausweis – und der wird dann sicher hinterlegt. Großer Vorteil: Überall dort, wo ihr wirklich nachweisen müsst, wer ihr seid, etwa bei Behörden, Banken oder Age-Verification, könnt ihr euch jetzt auch mit verifiziertem Ausweis einloggen.
Das macht die Sache sicherer und einfacher. Besonders praktisch: Verimi unterstützt inzwischen auch die eID-Funktion des neuen Personalausweises und kann mit der AusweisApp2 zusammenarbeiten. Alle Daten werden auf europäischen Servern gespeichert. Nichts geht in die USA. Ein klarer Vorteil in Zeiten verschärfter Datenschutz-Diskussionen.
Der User kann granular entscheiden, wer welche und wie viele Daten bekommt. Das ist ein großer Unterschied zu den Big-Tech-Lösungen, wo man meist alles oder nichts freigibt.
Wer steckt hinter Verimi
Verimi ist die Kurzform für „Verify me“, überprüfe mich. Das Unternehmen wurde 2017 gegründet und hat sich inzwischen etabliert. Ursprünglich steckten zehn Unternehmen dahinter, unter anderem die Deutsche Bank, die Bundesdruckerei, aber auch Allianz, Telekom, Lufthansa, Here von Daimler und der Axel Springer Verlag.
Diese Allianz deutscher Unternehmen wollte den großen aus den USA Paroli bieten. Inzwischen ist Verimi eigenständiger geworden und hat das Partnernetzwerk deutlich ausgebaut. Die Bundesdruckerei ist weiterhin wichtiger Partner, weil sie die Personalausweise druckt – und möchte, dass man sie sicher und öfter digital verwenden kann.
Der elektronisch lesbare Ausweis kommt langsam aber sicher mehr zum Einsatz, auch dank Lösungen wie Verimi. Das Unternehmen hat mehrere Finanzierungsrunden durchlaufen und arbeitet profitabel.
Kritik und Herausforderungen
Es gibt Menschen, die auch deutschen Unternehmen wie Telekom, Allianz oder Axel Springer nicht trauen – und ihnen keine Daten liefern wollen. Dazu muss man aber wissen, dass Verimi ein eigenständiges Unternehmen ist und die dahinter stehenden Unternehmen nicht einfach so mit Nutzerdaten beliefern kann oder darf.
Das wäre ein klarer Verstoß gegen die DSGVO. Die anfänglichen „Fehlstart“-Vorwürfe sind inzwischen Geschichte. Verimi arbeitet heute mit über 200 Partnern zusammen, von Banken über E-Commerce bis hin zu Behörden und Versicherungen.
Die frühen Kinderkrankheiten beim Onboarding und der Bedienung sind weitgehend behoben. Die Plattform läuft stabil und die User Experience hat sich deutlich verbessert.
Verimi im Jahr 2026
Heute ist Verimi eine ernsthafte Alternative zu den US-amerikanischen Single-Sign-On-Lösungen geworden. Besonders in Deutschland und zunehmend auch in anderen EU-Ländern etabliert sich die Plattform als vertrauensvolle Lösung für digitale Identitäten.
Die Integration in verschiedene Government-Services macht Verimi besonders interessant für alle, die ihre digitalen Identitäten nicht an amerikanische Konzerne auslagern wollen. Das ist nicht nur eine Frage des Datenschutzes, sondern auch der digitalen Souveränität.
Für Nutzer bedeutet das: Eine echte Wahlmöglichkeit beim digitalen Identity Management, die europäischen Datenschutz-Standards folgt und gleichzeitig praktisch und sicher ist.
Zuletzt aktualisiert am 10.03.2026

