Wearables selbst programmieren: So funktioniert’s mit Fidesmo

von | 06.03.2024 | Android, Tipps

Immer mehr Wearables wie Uhren, Armbänder und Ringe lassen sich zur Zahlung einsetzen. Wie aber kommen die Informationen des Zahlungsmittels darauf? Über den Händler. Wenn ihr ein Android-Handy habt, könnt ihr das aber auch selbst!

Echte oder virtuelle Kreditkarte?

Wenn ihr nun glaubt, ihr könntet eine „echte“ Kreditkarte auf ein Wearable programmieren, dann ist das leider nur selten der Fall. Das liegt daran, dass die allermeisten Banken das nicht freigeben, um Missbrauch zu verhindern. Alternativen dazu sind beispielsweise Curve, das eine virtuelle Kreditkarte mit einer echten verknüpft oder verschiedene Fintech-Anbieter, bei denen ihr virtuelle Prepaid-Kreditkarten anlegen könnt. Die so erzeugten virtuellen Karten sind dazu ausgelegt, auch auf andere Medien wie Wearables übertragen zu werden.

Ein wichtiger Punkt dabei: Die virtuellen Karten sind oft an bestimmte Ausgabevolumen oder Transaktionsgrenzwerte gebunden. Curve beispielsweise erlaubt es euch, mehrere Karten zu bündeln und über eine virtuelle Karte zu nutzen, während andere Anbieter wie Revolut oder N26 eigene virtuelle Karten für Online-Shopping und Wearables anbieten.

Android vs. iPhone: Die NFC-Hürde

Das Programmieren der Wearables ist der zweite Schritt, und der wird leider für Apple-Benutzer zur Tortur: Dazu müsst ihr NFC nutzen. Das haben die iPhones zwar seit dem iPhone 6, allerdings reglementiert Apple die Nutzung so stark, dass eine freie Programmierung von NFC-Chips praktisch unmöglich ist. Apple hat das NFC-System fest in Apple Pay integriert und lässt keine Drittanbieter-Apps zu, die direkt auf den NFC-Controller zugreifen können.

Bei Android ist das kein Problem, dafür gibt es die Fidesmo-App. Diese funktioniert mit den meisten Android-Geräten ab Version 7.0 und unterstützt eine Vielzahl von NFC-fähigen Wearables verschiedener Hersteller.

Kompatible Wearables und Sicherheitsaspekte

Nicht jedes NFC-fähige Wearable lässt sich über Fidesmo programmieren. Die App unterstützt hauptsächlich Geräte mit Java Card-Technologie, darunter viele Smartwatches von Samsung, verschiedene NFC-Ringe von Herstellern wie McLear oder K-Ring, und spezielle Payment-Wearables.

Wichtig zu wissen: Die auf dem Wearable gespeicherten Kartendaten sind durch mehrere Sicherheitsebenen geschützt. Der NFC-Chip verwendet eine sichere Verschlüsselung, und bei jeder Transaktion wird ein einmaliger Transaktionscode generiert. Selbst wenn jemand euer Wearable stiehlt, kann er ohne eure PIN oder biometrische Daten bei höheren Beträgen nicht bezahlen.

Löschen des Wearables

Oft kommen die Wearables schon vorprogrammiert vom Händler bei euch an. Um eine neue Kreditkarte darauf programmieren zu können, müsst ihr die bereits programmierte löschen. Das ist in der Fidesmo-App nicht ganz intuitiv:

  • Tippt in der Fidesmo App in der Übersicht auf das Wearable, das ihr löschen wollt.
  • Wichtig: Klickt jetzt nicht auf das Symbol mit der Mülltonne, sondern auf das Bild des Wearables.
  • Hier könnt ihr die programmierten Daten durch ein Tippen auf Karte entfernen löschen.
  • Ihr müsst zur Bestätigung, dass ihr das dürft, die E-Mail-Adresse eingeben, mit der die Programmierung damals erfolgt ist. Kennt ihr die nicht, beispielsweise, weil das Wearable gebraucht gekauft wurde, müsst ihr diese zwingend in Erfahrung bringen!

Falls ihr die ursprüngliche E-Mail-Adresse nicht mehr habt, gibt es einen Workaround: Manche Wearables lassen sich über spezielle NFC-Tools komplett zurücksetzen, allerdings funktioniert das nicht bei allen Modellen und kann das Gerät im schlimmsten Fall unbrauchbar machen.

Programmieren des Wearables

Zum Programmieren einer neuen Kreditkarte auf ein Wearable braucht ihr die Fidesmo-App, ein NFC-fähiges Wearable und die Daten der Kreditkarte:

  • Klickt auf das Plus-Zeichen in der Fidesmo-App.
  • Legt dann das Wearable an den NFC-Sensor des Telefons. Bei den meisten Android-Phones befindet sich dieser auf der Rückseite, etwa in der Mitte des Geräts.
  • Das Telefon erkennt das Wearable und fragt eine E-Mail-Adresse ab, an die die Programmierung gebunden wird (die ist später bei der Löschung wichtig!).
  • Gebt nun die Daten der Kreditkarte ein. Dazu gehören Kartennummer, Ablaufdatum und CVV-Code.
  • Der Programmiervorgang dauert zwischen einer und zwei Minuten. Solange muss das Wearable nah am Handy bleiben! Bewegt das Wearable während dieser Zeit nicht, sonst schlägt die Programmierung fehl.
  • Nach dem erfolgreichen Abschluss der Programmierung könnt ihr das Wearable zur Zahlung nutzen.

Troubleshooting und Tipps

Falls die Programmierung nicht funktioniert, gibt es einige häufige Ursachen: Manche Android-Geräte haben NFC-Implementierungen, die nicht vollständig mit Fidesmo kompatibel sind. In diesem Fall hilft es oft, in den Android-Einstellungen unter „Verbindungen“ oder „Drahtlos und Netzwerke“ die NFC-Einstellungen zu überprüfen und sicherzustellen, dass „Android Beam“ deaktiviert ist.

Ein weiterer Punkt: Nicht alle Banken und Kartenanbieter unterstützen die Übertragung auf Wearables. Informiert euch vorher bei eurem Anbieter, ob eure Karte für diese Art der Nutzung freigegeben ist. Manche Banken bieten mittlerweile auch eigene Wearable-Programme an, die möglicherweise besser mit euren bestehenden Karten funktionieren.

Die Zukunft des kontaktlosen Bezahlens mit Wearables sieht vielversprechend aus: Immer mehr Hersteller integrieren NFC-Chips direkt in ihre Geräte, und die Akzeptanz bei Händlern steigt kontinuierlich. Bis 2026 werden voraussichtlich über 80% aller Zahlungsterminals in Deutschland kontaktlose Zahlungen unterstützen.

Zuletzt aktualisiert am 17.02.2026