Roaming: Wenn die Datenverbindung aussetzt

von | 13.06.2023 | Internet, Netzwerk

Ihr seid mit eurem Smartphone im Ausland unterwegs und wollt natürlich auch online gehen. Wenn dann trotz guter Netzversorgung die Daten nicht fließen wollen, ist guter Rat teuer. Wir zeigen euch, was ihr tun könnt.

Der Vertrag als Ursache

Früher war die Nutzung von Mobiltelefonen in einem anderen Land schwierig: Die Netzbetreiber waren nicht miteinander verbunden, jeder wollte seine eigene kleine Insel für sich haben und nicht kooperieren. Das hat sich mit zunehmender Mobilität und vor allem durch die Vorgaben der EU grundlegend verändert.

Mittlerweile kann so gut wie jeder Vertrag im In- und Ausland mit nahezu gleichem Leistungsumfang eingesetzt werden. „So gut wie jeder“, weil es nach wie vor Ausnahmen gibt:

  • Einige günstige Prepaid-Tarife oder Discounter-Angebote schließen bestimmte Länder aus oder haben stark reduzierte Datenvolumen im Ausland.
  • Die SIM-Karten von WLAN-Hotspots oder reinen Daten-SIMs sind oft nur für das Land des Anbieters zugelassen.
  • eSIM-Tarife haben manchmal andere Roaming-Bedingungen als klassische physische SIM-Karten.
  • 5G-Roaming ist nicht überall verfügbar – oft wird automatisch auf 4G/LTE zurückgeschaltet.

Wenn ihr eine solche Karte verwendet, kontrolliert vorher in der App eures Anbieters oder online, ob diese im Zielland aktiviert werden kann. Viele Provider haben mittlerweile auch spezielle Reise-Optionen oder Tages-Flatrates für Nicht-EU-Länder.

Das Roaming richtig aktivieren

Um im Ausland eure Karte nutzen zu können, müsst ihr das so genannte Roaming aktivieren. Das ist eure Zustimmung, dass ihr für alle eventuellen Kosten aufkommt – auch wenn diese innerhalb der EU meist identisch mit euren Inland-Tarifen sind.

Das könnt ihr in iOS schnell ändern:

  • Tippt in den Einstellungen auf Mobiles Netz, dann auf Datenoptionen.
  • Schaltet dann die Option Datenroaming ein.
  • Zusätzlich könnt ihr hier auch 5G aktivieren oder deaktivieren – manchmal hilft es, nur 4G zu nutzen.
  • Aufgrund der Vorgaben bekommt ihr beim Einbuchen in ein fremdes Netz eine SMS vom Netzbetreiber. Diese enthält die Kosten für das Surfen, die Telefonie und Kurznachrichten in diesem Netz.

Im Ausland Surfen: Roamingeinstellungen kontrollieren unter iOS

Auch bei Android müsst ihr das Roaming einschalten – das geht in den Mobilfunk-Einstellungen unter „Mobile Daten“ ähnlich wie bei iOS.

Das richtige Netz finden

Wenn ihr die beiden Dinge oben geprüft habt und die Datenverbindung trotzdem nicht funktioniert, liegt es oft am Netz, in das ihr gerade eingebucht seid. Im Ausland könnt ihr – im Gegensatz zum Inland – frei zwischen den verfügbaren Netzen wechseln. Das ist besonders hilfreich, da manche Netzbetreiber bessere Roaming-Vereinbarungen mit eurem deutschen Anbieter haben als andere.

  • Wechselt in die Einstellungen der Mobilfunkverbindung.
  • Tippt auf den Netzbetreiber (wenn ihr nur eine SIM-Karte im Gerät habt, ist das nur einer).
  • Deaktiviert den Schalter bei Automatisch.
  • Es dauert einen Moment, bis die verfügbaren Netzbetreiber angezeigt werden. Tippt auf den, mit dem ihr euer Smartphone verbinden wollt.
  • Wechselt gegebenenfalls solange den Netzbetreiber, bis die Datenverbindung funktioniert.

Moderne Alternativen: eSIM und Reise-SIMs

Für Vielreisende gibt es mittlerweile elegante Alternativen zum klassischen Roaming. eSIM-Anbieter wie Airalo, Nomad oder GigSky bieten lokale Datentarife, die ihr direkt über Apps kaufen und aktivieren könnt. Das ist besonders außerhalb der EU oft günstiger als Roaming.

Viele moderne Smartphones unterstützen Dual-SIM oder eSIM parallel zur physischen SIM-Karte. So könnt ihr eure deutsche Nummer für Anrufe behalten und gleichzeitig eine lokale Daten-eSIM nutzen.

Weitere Troubleshooting-Tipps

Falls das manuelle Netzwahl nicht hilft, probiert diese Schritte:

  • Flugmodus-Trick: Aktiviert den Flugmodus für 30 Sekunden und schaltet ihn dann wieder aus. Das zwingt das Smartphone zur Neueinbuchung.
  • APN-Einstellungen: Manchmal sind die Access Point Names nicht korrekt. Fragt euren Anbieter nach den richtigen APN-Daten für das Zielland.
  • Netz-Standard wechseln: Wechselt von 5G auf 4G oder sogar 3G, wenn moderne Standards Probleme machen.
  • VPN deaktivieren: Manche VPN-Apps blockieren Roaming-Verbindungen.
  • Neustart: Ein kompletter Neustart des Smartphones löst oft hartnäckige Verbindungsprobleme.

Kostenfallen vermeiden

Trotz EU-Roaming-Verordnung gibt es noch Kostenfallen. Auf Kreuzfahrtschiffen gelten die EU-Regeln nicht – hier können horrende Kosten entstehen. Auch in Grenzgebieten kann sich das Smartphone ins Nachbarland einbuchen, ohne dass ihr es merkt.

Kontrolliert regelmäßig in den Einstellungen, in welches Netz ihr eingebucht seid, besonders bei längeren Aufenthalten. Viele Anbieter haben auch Kosten-Limits, die ihr vorab festlegen könnt.

Mit diesen Tipps solltet ihr die meisten Roaming-Probleme lösen können und entspannt im Ausland online bleiben.

Zuletzt aktualisiert am 18.02.2026