So erfährst du, welche Daten Apple über dich gesammelt hat

von | 28.05.2018 | Internet

Im Sinne der DSGVO und erweiterten Datenschutzbestimmungen bietet Apple mehrere Wege, um genau einzusehen, welche Daten über euch gesammelt wurden – und diese zu verwalten.

Eine Kopie der bei den Online-Diensten und Sozialen Netzwerken gespeicherten Daten anzufordern, das geht bei Portalen wie Meta schon länger. Um die Vorgaben der EU-Datenschutzgrundverordnung und weiterer internationaler Datenschutzgesetze wie dem kalifornischen CCPA einzuhalten, hat Apple seine Datenschutz-Tools kontinuierlich ausgebaut.

Der Konzern bietet Nutzern auf einer extra Website nun umfangreiche Möglichkeiten, alle Daten einzusehen, die von ihnen gesammelt werden, diese herunterzuladen und zu verwalten. Auf der Seite selbst müsst ihr euch zunächst mit eurer Apple ID und dem entsprechenden Passwort anmelden – wahlweise auch mit Face ID oder Touch ID auf unterstützten Geräten.

Umfassende Datenkontrolle in drei Bereichen

Apple teilt die Datenkontrolle in drei Hauptbereiche auf der Seite Daten und Datenschutz:

1. Kopien deiner Daten anfordern: Hier könnt ihr bei Beginnen klicken und bekommt eine detaillierte Übersicht aller Apple-Dienste, die Nutzerdaten sammeln. Das umfasst mittlerweile deutlich mehr Services als noch 2018 – von iCloud und App Store über Apple Music, Apple TV+, Apple Fitness+, Apple News+ bis hin zu Apple Pay-Transaktionen und Gesundheitsdaten aus der Health-App.

2. Korrektur deiner Daten anfordern: Falls ihr Fehler in euren gespeicherten Daten entdeckt, könnt ihr hier Korrekturen beantragen. Das betrifft etwa falsche Kontaktdaten, Rechnungsadressen oder andere Profilinformationen.

3. Deaktivierung oder Löschung deines Accounts: Der drastischste Schritt – hier könnt ihr euren Apple-Account temporär deaktivieren oder komplett löschen lassen. Apple warnt deutlich vor den Konsequenzen: Alle Käufe, iCloud-Daten und Abonnements gehen verloren.

Neue Datenarten und erweiterte Transparenz

Seit der Einführung hat Apple die verfügbaren Datenkategorien erheblich erweitert. Heute könnt ihr Einblicke in folgende Bereiche erhalten:

  • iCloud-Daten: Fotos, Dokumente, Backups, Mail, Kalender, Kontakte
  • Apple Media Services: App Store, iTunes, Apple Music, Apple TV+, Apple Arcade
  • Apple Pay: Transaktionshistorie und Karteninformationen
  • Siri: Sprachaufzeichnungen und Interaktionen
  • Health & Fitness: Gesundheitsdaten und Workout-Informationen
  • HomeKit: Smart Home-Aktivitäten und Gerätesteuerung
  • Marketing: Werbe-Präferenzen und Targeting-Informationen
  • Support: Anfragen, Reparaturen und Servicekommunikation

Große Datenmengen und neue Download-Optionen

Apple hat die Wartezeiten seit 2018 deutlich reduziert. Während früher bis zu sieben Tage vergehen konnten, erhaltet ihr heute meist binnen 24-48 Stunden eine E-Mail mit den Download-Links. Die Daten werden in standardisierten Formaten bereitgestellt: JSON für strukturierte Daten, CSV für Tabellen und in Originalformaten für Medien.

Besonders umfangreich werden die Archive bei Nutzern mit großen iCloud-Fotobibliotheken oder jahrelanger Apple Music-Historie. Ein Tipp: Ihr könnt gezielt einzelne Datenkategorien anfordern, statt alles auf einmal herunterzuladen.

Privacy Dashboard für laufende Kontrolle

Neu ist auch das integrierte Privacy Dashboard, das euch laufend über Datenzugriffe informiert. Hier seht ihr, welche Apps wann auf welche Daten zugegriffen haben – sowohl Apple-eigene als auch Drittanbieter-Apps. Das schließt Standortdaten, Kamera, Mikrofon, Kontakte und andere sensible Bereiche ein.

Zudem könnt ihr hier die Werbe-Personalisierung verwalten und detailliert einstellen, für welche Zwecke eure Daten verwendet werden dürfen. Apple hat diese Kontrollen in den letzten Jahren erheblich granularer gemacht.

Was tun mit den heruntergeladenen Daten?

Die Datenexporte eignen sich nicht nur für Transparenz, sondern auch für praktische Zwecke: Backup wichtiger Informationen, Wechsel zu anderen Diensten oder einfach Neugier auf die eigene digitale Spur. Die meisten Dateien lassen sich mit Standard-Programmen öffnen und durchsuchen.

Ein Blick in die eigenen Daten kann überraschend sein – oft sammelt sich mehr an, als man denkt. Gleichzeitig zeigt Apple damit vorbildlich, wie Datentransparenz funktionieren kann, ohne Nutzer zu überfordern.

Zuletzt aktualisiert am 09.03.2026