USB-Sticks verschlüsseln

von | 15.11.2018 | Mobility

USB-Sticks können leicht verloren gehen und/oder gestohlen werden. Das bedeutet, dass alles auf euren USB-Sticks eine Verschlüsselung haben sollte, um Diebe und Schnüffler abzuschrecken. Mit VeraCrypt lässt sich das schnell und kostenlos einrichten.

VeraCrypt ist der bewährte Nachfolger von TrueCrypt und gilt als Goldstandard für Verschlüsselung. Die Software ist Open Source, wird aktiv weiterentwickelt und bietet militärtaugliche Sicherheit für jeden.

Schließt zunächst euren USB-Stick an den Computer an. Ladet VeraCrypt von der offiziellen Website herunter, installiert und öffnet es. Klickt auf Volume erstellen. Wählt die zweite Option zum Erstellen eines Volumes innerhalb einer Partition/eines Laufwerks. Wählt nun Gerät auswählen. Gebt euer Administrator-Passwort ein und wählt das Gerät aus, das ihr verschlüsseln möchtet.

Ihr werdet dann gewarnt, dass durch die Verschlüsselung des Laufwerks alles gelöscht wird, was sich derzeit auf dem Laufwerk befindet. Wenn ihr also etwas Wichtiges drauf habt, sichert es zuerst, dann klickt auf Ja.

Als nächstes kommen die Verschlüsselungsoptionen. Wenn ihr den Unterschied zwischen den einzelnen Verschlüsselungsprotokollen nicht kennt, entscheidet euch für Standard-AES und den SHA-512-Hash-Algorithmus. Diese Kombination ist bewährt und bietet exzellente Sicherheit.

Passwort definieren

Nun zum wichtigsten Teil: Das Passwort. Erstellt ein 25-30-stelliges Passwort mit Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Zahlen und Symbolen. Klickt auf Passwort anzeigen, um sicherzustellen, dass ihr es richtig eingegeben habt.

Ein schwaches Passwort macht die beste Verschlüsselung nutzlos. Verwendet keine Wörterbuch-Begriffe oder persönliche Informationen. Besser ist eine zufällige Kombination wie „K9#mX7$pQ2!vN8&wE1@rY4*uI6%oP3“. Passwort-Manager wie Bitwarden oder KeePass können solche Passwörter generieren und sicher speichern.

Als nächstes generiert ihr starke Verschlüsselungscodes, indem ihr eure Maus zufällig durch das VeraCrypt-Fenster bewegt. Diese Bewegungen dienen als Entropie-Quelle für die Schlüsselgenerierung. Wenn der blaue Balken bis zum Ende geht, klickt auf Format und beobachtet, wie VeraCrypt die Arbeit erledigt.

Ihr seht nun, wie euer USB-Gerät formatiert wird und wie viel Zeit noch bis zum Ende bleibt. Bei größeren Sticks kann das durchaus 30 Minuten oder länger dauern. Dann ist es erledigt! Klickt auf OK, um den Formatierungsassistenten zu beenden.

Verschlüsselten USB-Stick verwenden

Nach der Verschlüsselung erscheint euer USB-Stick im System als unformatiertes Laufwerk. Um darauf zuzugreifen, öffnet VeraCrypt und klickt auf einen freien Laufwerksbuchstaben. Dann auf Gerät auswählen, wählt euren USB-Stick und klickt Einbinden. Nach Eingabe des Passworts wird das verschlüsselte Volume als normales Laufwerk gemountet.

Wichtig: Klickt nach getaner Arbeit auf Trennen, bevor ihr den USB-Stick entfernt. Sonst bleiben eventuell Datenreste im Arbeitsspeicher.

Portable Version für unterwegs

Für maximale Flexibilität installiert die portable Version von VeraCrypt auf dem verschlüsselten USB-Stick selbst. So könnt ihr eure Daten auch an fremden Computern entschlüsseln, ohne VeraCrypt dort installieren zu müssen.

Ladet dazu die portable Version herunter und kopiert sie in einen unverschlüsselten Bereich des Sticks oder erstellt ein zweites, kleines unverschlüsseltes Volume nur für VeraCrypt.

Alternative: BitLocker To Go

Windows-Nutzer mit Pro- oder Enterprise-Versionen können auch BitLocker To Go verwenden. Die Microsoft-Lösung ist einfacher zu bedienen, aber weniger flexibel als VeraCrypt. BitLocker verschlüsselt mit einem Rechtsklick auf den USB-Stick und der Option „BitLocker aktivieren“.

Allerdings funktioniert BitLocker hauptsächlich in Windows-Umgebungen, während VeraCrypt plattformübergreifend läuft.

Backup nicht vergessen

Verschlüsselung schützt vor Diebstahl, aber nicht vor Hardwaredefekten. Erstellt regelmäßige Backups eurer wichtigen Daten. Ein defekter verschlüsselter USB-Stick bedeutet oft Totalverlust, da Datenrettungsfirmen bei starker Verschlüsselung machtlos sind.

Übrigens: Moderne SSDs und hochwertige USB-Sticks bieten oft bereits Hardware-Verschlüsselung ab Werk. Diese ist meist schneller als Software-Lösungen, aber auch teurer.

Mit VeraCrypt seid ihr jedenfalls auf der sicheren Seite. Die Verschlüsselung ist so stark, dass selbst Geheimdienste Jahre brauchen würden, um sie zu knacken – wenn überhaupt.

Zuletzt aktualisiert am 07.03.2026