Vorsicht vor Amazon-Betrügern: Neue Maschen 2026

von | 01.08.2023 | Internet

Das Internet ist voller Möglichkeiten. Da bleibt es nicht aus, dass auch Verbrecher ihr Unwesen treiben. Der Online-Händler Amazon ist da gerade besonders geplagt. Worauf ihr achten solltet, lest ihr hier.

Aktuelle Betrugsmaschen 2026

Phishing ist bei so gut wie jedem Online-Händler ein Risiko. Cyberkriminelle versuchen, eure Zugangsdaten zu erfahren und diese entweder zu verwenden oder für gutes Geld im Darknet zu verkaufen. Amazon ist allerdings so verbreitet und bietet so viele Waren und Dienste an, dass hier der Aufwand besonders lohnenswert zu sein scheint: So gut wie jeder Anwender hat ein Amazon-Konto, damit ist die Ausbeute einer Phishing-E-Mail besonders hoch, selbst wenn nur ein kleiner Prozentsatz der Angeschriebenen antwortet, bleibt eine große Menge an Zugangsdaten übrig.

Die Betrügereien werden dabei immer raffinierter. Mittlerweile setzen Cyberkriminelle sogar KI ein, um täuschend echte E-Mails zu erstellen und Voice-Cloning für betrügerische Anrufe zu nutzen. Die Qualität der gefälschten Nachrichten ist dramatisch gestiegen.

Hier solltet ihr besonders drauf achten:

Ungetätigte Käufe

Wenn ihr eine E-Mail von Amazon bekommt, dass ihr eine teure Ware bestellt habt und die an eine unbekannte Adresse verschickt werden soll, dann widersteht der Panik, die euch zu einem Klick auf den Link in der (Phishing-) E-Mail treibt. Der führt nämlich in den allermeisten Fällen zu einem Portal der Cyberkriminellen, in das ihr eure Zugangsdaten eingeben sollt. Täuschend echt aussehend wie das Amazon-Portal, nur eben nicht von Amazon.

Neu sind dabei hochwertige Artikel wie iPhone 15 Pro Max, PlayStation 5 Pro oder teure Schmuckstücke, die angeblich für mehrere tausend Euro bestellt wurden. Die psychologische Wirkung ist klar: Je höher der Betrag, desto schneller klicken Nutzer panisch auf den Link.

Gescheiterte Zahlung

Die Zahlung für eine Bestellung ist gescheitert? Die Kreditkarte ist abgelaufen oder die Bank hat die Zahlung abgelegt? Das kann mal passieren, in den meisten Fällen aber ist das ein Zeichen für einen Betrug. Auch hier klickt nicht auf den Link, sonst haben die Cyberkriminellen eure Bank- oder Kreditkartendaten.

Besonders perfide: Betrüger simulieren mittlerweile auch Probleme mit Amazon Pay, Prime-Mitgliedschaften oder angeblich gesperrte Konten wegen „verdächtiger Aktivitäten“.

Fake-QR-Codes und Voice-Phishing

Eine neue Masche sind QR-Codes in E-Mails, die angeblich zu einer „sicheren Verifizierung“ führen. Diese landen meist auf mobilen Phishing-Seiten, die speziell für Smartphones optimiert sind.

Außerdem nehmen Voice-Phishing-Angriffe zu: Betrüger rufen an, geben sich als Amazon-Sicherheitsteam aus und warnen vor angeblichen Sicherheitsproblemen. Mit KI-generierten Stimmen wirken diese Anrufe immer authentischer.

Aufmerksamkeit für mehr Sicherheit

Die Maschen der Betrüger sind gemein, sie sind aber auch meist durchschaubar. Darauf solltet ihr achten:

  • Klickt in keiner E-Mail auf den darin enthaltenen Link, sondern ruft über euren Browser manuell die Amazon-Webseite auf. Auf der klickt auf Warenrücksendungen und Bestellungen oben rechts. Damit gelangt ihr zur Übersicht eurer Bestellungen. Jedes Problem mit einer Zahlung seht ihr dort auf einen Blick. Und wenn die angebliche Bestellung, die ihr nicht kennt, dort nicht auftaucht, dann gibt es sie auch nicht.
  • Nutzt nur offizielle Kanäle: Wenn euch ein angeblicher Amazon-Mitarbeiter anruft und auf eine Bestellung mit einem Problem aufmerksam macht, dann hört euch das an. Wenn ihr dann Informationen preisgeben sollt, dann legt auf und kontaktiert selber den Kundenservice. Das könnt ihr ganz unten auf der Amazon-Seite unter Wir helfen dir > Kundenservice.
  • Aktiviert die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) in eurem Amazon-Konto. Das macht es Angreifern deutlich schwerer, auch wenn sie eure Zugangsdaten haben.
  • Prüft regelmäßig eure Kontobewegungen und Bestellhistorie. Amazon zeigt alle Aktivitäten transparent an.

Verdächtige E-Mails richtig identifizieren

Echte Amazon-E-Mails haben bestimmte Merkmale, die ihr überprüfen könnt:

  • Sie beginnen immer mit eurem tatsächlichen Namen, nicht mit „Lieber Kunde“ oder ähnlichen Floskeln
  • Die Absender-E-Mail endet auf @amazon.de, @amazon.com oder anderen offiziellen Amazon-Domains
  • Links führen immer zu amazon.de/amazon.com – fahrt mit der Maus über Links, ohne zu klicken, um das Ziel zu sehen
  • Rechtschreibung und Grammatik sind korrekt (auch wenn KI hier die Qualität verbessert hat)

Was tun bei Betrugsversuch?

Falls ihr auf einen Betrug hereingefallen seid:

  1. Ändert sofort euer Amazon-Passwort über die offizielle Website
  2. Überprüft alle Zahlungsmethoden und Adressen in eurem Konto
  3. Kontaktiert euren Kreditkartenanbieter oder eure Bank
  4. Meldet verdächtige E-Mails an Amazon weiter: stop-spoofing@amazon.com
  5. Bei größeren Schäden: Anzeige bei der Polizei erstatten

Amazon arbeitet kontinuierlich daran, seine Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern und Nutzer zu schützen. Trotzdem liegt ein großer Teil der Verantwortung bei euch als Nutzern: Bleibt wachsam, hinterfragt verdächtige Nachrichten und nutzt gesunden Menschenverstand. Im Zweifel ist es besser, einmal zu viel nachzufragen, als Opfer von Cyberkriminellen zu werden.

Zuletzt aktualisiert am 18.02.2026