Was ist ein Quadrocopter – und wann ist einer sinnvoll?

von | 20.10.2020 | Hardware

An den Anblick von „Drohnen“ haben wir uns gewöhnt: Viele Menschen steuern die kleinen Fluggeräte mit den vier Rotoren aus Hobby. Denn es kann Spaß machen, die wendigen Flugkörper per Fernbedienung durch die Luft zu steuern – und gleichzeitig auch noch Fotos oder Videos aufzunehmen.

Die meisten sagen „Drohne„, meinen aber Quadrokopter (oder Multikopter). So ein Quadrokopter hat vier Rotoren. Zwei drehen sich mit, zwei gegen den Uhrzeigersinn. Das hält das kleine Fluggerät stabil in der Luft. Die Wendigkeit ist enorm, denn so ein Quadrokopter lässt sich blitzschnell starten – steil nach oben.

Riesige Auswahl an modernen Drohnen

Die Auswahl an entsprechenden Geräten ist heute wirklich riesig – und 2026 ausgereifter denn je. Es gibt winzig kleine, die auch in einer Wohnung fliegen können, doch die sind in der Regel eher ein Spielzeug. Interessant wird es bei den Geräten ab 100 bis 300 Gramm, die sich präzise steuern lassen: Meist mit Hilfe einer App im Smartphone und einem Controller.

Die beiden Geräte verschmelzen dann. Die Drohne lässt sich steuern – und im Display des Smartphones ist das Live-Kamerabild zu sehen. Auf Wunsch lassen sich Fotos machen oder Videos drehen. Einige Quadrokopter haben heute exzellente Kameras an Bord, teilweise sogar mit 8K-Videoaufnahme und KI-gestützter Bildstabilisierung. Marktführer wie DJI, Autel oder Skydio bieten mittlerweile Kameras mit Ein-Zoll-Sensoren, die professionelle 4K- und 8K-Aufnahmen ermöglichen.

Besonders spannend sind die neuesten Entwicklungen: Viele Drohnen haben jetzt intelligente Flugmodi wie „Follow Me“, automatische Hinderniserkennung per LiDAR oder sogar autonome Flugplanung mittels KI. Die Akkutechnik hat sich ebenfalls verbessert – moderne Drohnen schaffen heute problemlos 40-60 Minuten Flugzeit.

Auch Profis fliegen mit Drohnen

Aber nicht nur Laien fliegen und steuern Drohnen, sondern auch viele Profis – und das in immer mehr Bereichen.

Film- und Fernsehproduktionen setzen längst auf Drohnen für spektakuläre Aufnahmen. Die Polizei nutzt sie routinemäßig für Überwachung und Verkehrskontrollen. Feuerwehren haben Drohnen mit Wärmebildkameras im Einsatz, um Brandherde zu lokalisieren oder Vermisste zu suchen. Auch Rettungsdienste nutzen Drohnen, um schwer zugängliche Unfallorte zu erreichen.

Neu hinzugekommen sind kommerzielle Anwendungen: Paketdienste wie Amazon testen Drohnen-Lieferungen, Landwirte setzen sie für Feldüberwachung ein, Immobilienmakler erstellen damit virtuelle Rundflüge. Sogar in der Medizin kommen Drohnen zum Einsatz – für den Transport von Blutkonserven oder Medikamenten in entlegene Gebiete.

Wie schwierig ist es, eine Drohne zu fliegen?

Ich habe großen Respekt vor den Geräten, denn es sind fliegende Geschosse, das muss man schon sagen. Moderne Sport-Drohnen schaffen mittlerweile über 100 km/h. Das ist schon was. Allerdings haben sich die Steuerungssysteme enorm verbessert: GPS-Stabilisierung, automatische Hinderniserkennung und Return-to-Home-Funktionen machen das Fliegen deutlich sicherer.

Trotzdem ist es anspruchsvoll, so ein Gerät zu steuern. Es gibt eine Menge zu beachten, man will nirgendwo gegen fliegen, die optimale Route fliegen, schöne Bilder machen. Dazu verwendet man in der Regel ein Steuergerät, den Controller, der mit einem Smartphone gekoppelt wird. Im Display gibt es dann live zu sehen, was die Kamera in der Drohne sieht.

Die Kamera will gesteuert werden. Wohin schauen wir? Wann auslösen? Gleichzeitig will auch die Drohne gesteuert werden. Es gibt eine Menge zu beachten: Akkustand, Windgeschwindigkeit, Abstand zu Objekten, No-Fly-Zonen – da kommt schnell Stress auf. Das ist garantiert nicht für Kinder. Man muss ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein haben.

Neue EU-Drohnenverordnung seit 2024

Seit 2024 gelten in der EU neue, einheitliche Drohnenregeln. Die wichtigste Änderung: Alle Drohnen ab 250 Gramm müssen registriert werden – auch die für Hobbypiloten. Ihr bekommt dann eine Registrierungsnummer, die gut sichtbar an der Drohne angebracht werden muss.

Für Drohnen ab 250 Gramm braucht ihr außerdem einen EU-Kompetenznachweis – eine Art Mini-Führerschein. Den könnt ihr online absolvieren, kostet etwa 25 Euro und ist fünf Jahre gültig. Bei Drohnen über 2 kg wird’s komplizierter: Hier braucht ihr zusätzlich eine praktische Prüfung.

Die Drohnen selbst werden in Klassen eingeteilt (C0 bis C4), je nach Gewicht und Leistung. Neuere Modelle haben oft schon eine CE-Kennzeichnung und Remote ID – eine Art digitales Nummernschild, das die Drohne automatisch übertragen.

Wo darf man denn fliegen?

Die Vorschriften sind weiterhin strikt, aber klarer geregelt. Die EU hat drei Kategorien definiert: „Open“ (offene Kategorie) für die meisten Hobbydrohnen, „Specific“ für kommerzielle Anwendungen und „Certified“ für große professionelle Systeme.

In der offenen Kategorie dürft ihr maximal 120 Meter hoch fliegen – das sind 20 Meter mehr als früher. No-Fly-Zones bleiben bestehen: Flughäfen, Krankenhäuser, Militäranlagen, Regierungsgebäude. Neu ist: Ihr dürft nicht mehr über unbeteiligte Personen fliegen, müsst aber keinen festen 100-Meter-Abstand zu Autobahnen mehr einhalten.

Spezielle Apps wie DFS-DrohnenApp, AirMap oder UAV Forecast zeigen euch, wo ihr fliegen dürft und warnen vor temporären Flugverboten. Diese Apps sind mittlerweile sehr ausgereift und berücksichtigen auch Wetterbedingungen und lokale Ereignisse.

Wichtig: Der Sichtkontakt zur Drohne ist weiterhin Pflicht, außer ihr habt eine spezielle Genehmigung für Flüge außer Sichtweite (BVLOS – Beyond Visual Line of Sight).

Zuletzt aktualisiert am 27.02.2026